Wirtschaftsabschwung

So reagiert ZF Friedrichshafen auf schwierigen Markt

Der Absatzmarkt für die Produkte von ZF Friedrichshafen schwächelt weltweit. Das hat im Unternehmen zu Eintrübungen geführt. Das sind die Gründe und Konsequenzen.

Anfangs hat sich der Markt für schwere Nutzfahrzeuge sowie das Industriegeschäft für ZF Friedrichshafen noch stabil gezeigt hat. Doch haben die teils deutlich geringeren Pkw-Verkaufszahlen in allen großen Weltmärkten – besonders in China – im ersten Halbjahr 2019 das Umsatzwachstum von ZF gebremst.

Das Unternehmen war zuvor von einer leicht positiven Entwicklung ausgegangen. Zur konjunkturellen Eintrübung kommen wirtschaftspolitische Faktoren wie die Ungewissheit um den bevorstehenden Brexit sowie Zoll- und Handelskonflikte hinzu, die belastend wirken. Unter Berücksichtigung der Wechselkurs- und M&A-Effekte ging der Umsatz von ZF organisch um rund minus 1,7 Prozent auf rund 18,4 Milliarden Euro zurück.

Wolf-Henning Scheider: Wir liegen unter unseren Planungen

„Die jüngst erhaltenen Großaufträge für unser hybridfähiges Pkw-Automatgetriebe und die nun beginnende Lieferung unseres Elektroantriebs für ein in Großserie gefertigtes Fahrzeug der Oberklasse zeigen, dass unsere Strategie und unser technologieoffener Ansatz richtig sind.“, erklärt der Vorsitzende des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, Wolf-Henning Scheider. „Von der derzeit schwierigen weltwirtschaftlichen Situation können aber auch wir uns nicht entkoppeln und liegen wegen der schrumpfenden Automobilmärkte deutlich unter unseren Planungen“, so Scheider weiter.

Konstantin Sauer: Der Betrag stellt uns nicht zufrieden

Mit 646 Millionen Euro blieb das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern von ZF im ersten Halbjahr 2019 ebenfalls unterhalb des prognostizierten Korridors. Ursächlich dafür waren vor allem die genannten Volumenrückgänge im Pkw-Segment und eine weitere Steigerung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Aber auch der Aufbau neuer Standorte insbesondere für Elektroantriebe und die damit verbundenen Anlaufkosten.

„Dieser Betrag kann uns nicht zufriedenstellen. Wir steuern gegen, indem wir partiell unsere Kapazitäten anpassen. Zudem leiten wir weitere Maßnahmen ein, um die Ergebnisqualität wieder zu verbessern“, erklärte ZF-Finanzvorstand Dr. Konstantin Sauer. „Gleichwohl wird ZF unverändert in zukunftsgerichtete Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren investieren.“ Wo sich indes konjunkturell bedingte Rückgänge zeigten, werde das Unternehmen Investitionen in bestehende Geschäftsfelder zurückstellen oder reduzieren.

Zuversichtlich zeigt sich Sauer hingegen hinsichtlich der in Kürze anstehenden Finanzierung der Akquisition des Nutzfahrzeugbremsenherstellers Wabco. „Wir haben die Finanzierung langfristig solide aufgesetzt. Potenzielle Investoren haben auf unsere Pläne positiv reagiert“, betonte er. ZF plant, zur Finanzierung der Akquisition einen Schuldschein zu begeben und einen Euro-Bond zu platzieren. Das Unternehmen will damit im Spätsommer in die Märkte gehen.

ZF passt Prognose an

Da ZF im zweiten Halbjahr keine durchgreifende Verbesserung der globalen Konjunktur erwartet, passt das Unternehmen seine Prognose für 2019 an. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Konzernumsatz zwischen 36 und 37 Milliarden Euro. Zusätzlich kalkuliert es mit einer bereinigten EBIT-Marge von vier bis fünf Prozent sowie einem Free Cashflow zwischen einer halben und einer Milliarde Euro. Die Prognose basiert auf der Annahme einer konstanten Marktentwicklung und stabiler Wechselkurse. Zur Bilanzpressekonferenz im April dieses Jahres war ZF noch von einem Konzernumsatz in der Größenordnung zwischen 37 und 38 Milliarden Euro, einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 5,0 und 5,5 Prozent sowie einem um Unternehmenskäufe und -verkäufe bereinigten Free Cashflow von rund einer Milliarde Euro ausgegangen.

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Das Unternehmen war zuvor von einer leicht positiven Entwicklung ausgegangen. Zur konjunkturellen Eintrübung kommen wirtschaftspolitische Faktoren wie die Ungewissheit um den bevorstehenden Brexit sowie Zoll- und Handelskonflikte hinzu, die belastend wirken. Unter Berücksichtigung der Wechselkurs- und M&A-Effekte ging der Umsatz von ZF organisch um rund minus 1,7 Prozent auf rund 18,4 Milliarden Euro zurück.

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