Weltinnovation

Rolls-Royce: Erstes Flachwasser-Schubschiff mit LNG-Antrieb

Rolls-Royce und das kanadische Schiffsdesign-Unternehmen Robert Allan haben das erste Flachwasser-Schubschiff der Welt mit LNG-Gasmotorantrieb entwickelt. Dieses soll viele Vorteile mit sich bringen.

Die Klassifikationsgesellschaft DNV GL bescheinigte dem gemeinsamen Konzept anlässlich der International Workboat-Show in New Orleans die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit (Approval in Principle). Das von zwei MTU-Gasmotoren von Rolls-Royce angetriebene Schubschiff für den Einsatz auf Binnengewässern soll kostengünstiger im Betrieb sein und verursache weniger umwelt- und klimaschädliche Abgase als Schiffe mit herkömmlichem Antrieb.

Konzept basiert auf älterer Idee von Robert Allan

Das von Rolls-Royce und Robert Allan erarbeitetet Konzept des gasmotorbetriebenen Flachwasser-Schubschiffs basiert auf dem bewährten Robert-Allan-Design Rapide 2800-Z2. Dieses wird bereits für einige dieselbetriebene Schiffe auf dem Amazonas verwendet. Das für den LNG-Antrieb (verflüssigtes Erdgas) veränderte Schiffsdesign ermöglicht nicht nur den Einbau der beiden MTU-Gasmotoren, sondern des gesamten Gasversorgungssystems, das ebenfalls von Rolls-Royce geliefert werden kann, wie auch das Gassteuerungs- und Sicherheitssystem und die Schiffsteuerung.

Der äußerlich unveränderte Rumpf wurde so umgestaltet, dass er neben der normalen Maschinenausstattung auch den 70 Kubikmeter großen Gastank aufnimmt und der Mannschaft eine angenehme Arbeitsumgebung bietet. Die unteren Mannschaftskabinen, der Aufenthaltsraum und die Kombüse sind um ein Deck nach oben verlegt und das Deckhaus vergrößert. 

Nachhaltigere Methode

LNG als Kraftstoff gewinnt in der Schifffahrt zunehmend an Bedeutung, um umwelt- und klimaschädliche Abgase zu verringern. Damit betriebene Motoren verursachen keine Rußpartikel, stoßen deutlich weniger Stickoxide als Dieselmotoren aus und sind insgesamt klimafreundlicher. DNV GL geht davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 40 bis 80 Prozent der Energie zum Schiffsantrieb aus Gaskraftstoff stammen sollen. Darüber hinaus ist Gas, sofern verfügbar, kostengünstiger im Betrieb.

Stefan Müller, Leiter des Application Center Marine & Naval beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems, sieht in der Verwendung schnelllaufender, reiner Gasmotoren wie der MTU Baureihe 4000 große Einsatzpotentiale in Häfen, küstennahmen Anwendungen und dem Binnenverkehr. Voraussetzung hierzu ist der Aufbau eine zuverlässigen Kraftstoffinfrastruktur.

Erste gasbetriebene Autofähre

„Die Resonanz des Marktes auf die Designstudie von Robert Allan und Rolls-Royce bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, den Mager-Gasmotor zu entwickeln. Wir kennen Betreiber auf der ganzen Welt, die die zusätzlichen Betriebskostenvorteile neben den geringeren Umwelteinflüssen erkannt haben“, sagt Christof von Bank, Marine-Verkaufsleiter für Amerika. 

Die ersten MTU-Gasmotoren liefert Rolls-Royce in Kürze an die Stadtwerke Konstanz aus. Sie werden die erste gasbetriebene Autofähre auf dem Bodensee antrieben. 

Approval in Principle

Das Approval in Principle von DNV GL bescheinigt dem Design, dass es den Regeln dieser Klassifizierungsgesellschaft für die Klassifizierung von Schiffen und den internationalen Sicherheitsvorschriften für Schiffe entspricht, die Gas oder andere Treibstoffe mit niedrigem Flammpunkt verwenden. Es ist eine unabhängige Bewertung des Konzepts innerhalb eines festgelegten Rahmens und stellt fest, dass das Design grundsätzlich umsetzbar ist und keine grundsätzlichen Realisierungsbedenken bestehen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Weltinnovation

Rolls-Royce: Erstes Flachwasser-Schubschiff mit LNG-Antrieb

Rolls-Royce und das kanadische Schiffsdesign-Unternehmen Robert Allan haben das erste Flachwasser-Schubschiff der Welt mit LNG-Gasmotorantrieb entwickelt. Dieses soll viele Vorteile mit sich bringen.

Die Klassifikationsgesellschaft DNV GL bescheinigte dem gemeinsamen Konzept anlässlich der International Workboat-Show in New Orleans die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit (Approval in Principle). Das von zwei MTU-Gasmotoren von Rolls-Royce angetriebene Schubschiff für den Einsatz auf Binnengewässern soll kostengünstiger im Betrieb sein und verursache weniger umwelt- und klimaschädliche Abgase als Schiffe mit herkömmlichem Antrieb.

Konzept basiert auf älterer Idee von Robert Allan

Das von Rolls-Royce und Robert Allan erarbeitetet Konzept des gasmotorbetriebenen Flachwasser-Schubschiffs basiert auf dem bewährten Robert-Allan-Design Rapide 2800-Z2. Dieses wird bereits für einige dieselbetriebene Schiffe auf dem Amazonas verwendet. Das für den LNG-Antrieb (verflüssigtes Erdgas) veränderte Schiffsdesign ermöglicht nicht nur den Einbau der beiden MTU-Gasmotoren, sondern des gesamten Gasversorgungssystems, das ebenfalls von Rolls-Royce geliefert werden kann, wie auch das Gassteuerungs- und Sicherheitssystem und die Schiffsteuerung.

Der äußerlich unveränderte Rumpf wurde so umgestaltet, dass er neben der normalen Maschinenausstattung auch den 70 Kubikmeter großen Gastank aufnimmt und der Mannschaft eine angenehme Arbeitsumgebung bietet. Die unteren Mannschaftskabinen, der Aufenthaltsraum und die Kombüse sind um ein Deck nach oben verlegt und das Deckhaus vergrößert. 

Nachhaltigere Methode

LNG als Kraftstoff gewinnt in der Schifffahrt zunehmend an Bedeutung, um umwelt- und klimaschädliche Abgase zu verringern. Damit betriebene Motoren verursachen keine Rußpartikel, stoßen deutlich weniger Stickoxide als Dieselmotoren aus und sind insgesamt klimafreundlicher. DNV GL geht davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 40 bis 80 Prozent der Energie zum Schiffsantrieb aus Gaskraftstoff stammen sollen. Darüber hinaus ist Gas, sofern verfügbar, kostengünstiger im Betrieb.

Stefan Müller, Leiter des Application Center Marine & Naval beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems, sieht in der Verwendung schnelllaufender, reiner Gasmotoren wie der MTU Baureihe 4000 große Einsatzpotentiale in Häfen, küstennahmen Anwendungen und dem Binnenverkehr. Voraussetzung hierzu ist der Aufbau eine zuverlässigen Kraftstoffinfrastruktur.

Erste gasbetriebene Autofähre

„Die Resonanz des Marktes auf die Designstudie von Robert Allan und Rolls-Royce bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, den Mager-Gasmotor zu entwickeln. Wir kennen Betreiber auf der ganzen Welt, die die zusätzlichen Betriebskostenvorteile neben den geringeren Umwelteinflüssen erkannt haben“, sagt Christof von Bank, Marine-Verkaufsleiter für Amerika. 

Die ersten MTU-Gasmotoren liefert Rolls-Royce in Kürze an die Stadtwerke Konstanz aus. Sie werden die erste gasbetriebene Autofähre auf dem Bodensee antrieben. 

Approval in Principle

Das Approval in Principle von DNV GL bescheinigt dem Design, dass es den Regeln dieser Klassifizierungsgesellschaft für die Klassifizierung von Schiffen und den internationalen Sicherheitsvorschriften für Schiffe entspricht, die Gas oder andere Treibstoffe mit niedrigem Flammpunkt verwenden. Es ist eine unabhängige Bewertung des Konzepts innerhalb eines festgelegten Rahmens und stellt fest, dass das Design grundsätzlich umsetzbar ist und keine grundsätzlichen Realisierungsbedenken bestehen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben