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Der Landkreis Lindau arbeitet an Plänen für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Ziel des neuen Konzepts ist es, ambulante und stationäre Angebote enger zu verzahnen, sodass Bürgerinnen und Bürger im Akutfall die nötige medizinische Hilfe erhalten. Landrat Elmar Stegmann kündigte im Rahmen der Haushaltsberatungen 2026 an, zunächst 200.000 Euro in den Aufbau entsprechender Versorgungsstrukturen zu investieren. „Wir investieren gezielt in die Versorgung unserer Bürger. Medizinische Hilfe muss dann zur Stelle sein, wenn sie gebraucht wird – heute und in Zukunft“, betont Stegmann.
Die geplanten Maßnahmen richten sich sowohl auf die Sicherstellung der stationären Grundversorgung als auch auf die Entlastung der Notfallstrukturen. Dazu gehören ein Integriertes Notfallzentrum (INZ) in Lindau sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) im oberen Landkreis mit einer Anlaufstelle für Akutpatienten.
Im Zentrum des Konzepts steht, dass Patienten nach Dringlichkeit klar zugeordnet werden. Schwerwiegende Notfälle werden dann in der Notaufnahme eines spezialisierten Krankenhauses behandelt. Weniger dringliche Fälle werden wohnortnah versorgt. Dies soll über die KVB-Bereitschaftspraxis im INZ sowie die Anlaufstelle für die Akutversorgung im MVZ erfolgen.
In Lindau wird derzeit geprüft, wie die Kassenärztliche Bereitschaftspraxis in die Asklepios Klinik integriert werden kann. Ein zentraler Ansatz ist dabei die Einrichtung eines gemeinsamen Tresens, über den Patienten direkt einer ambulanten oder stationären Behandlung zugeordnet werden können. „Ein gemeinsamer Tresen wäre ein echter Gewinn: Patienten würden schneller an der richtigen Stelle ankommen und wir könnten die Notaufnahme auf echte Notfälle konzentrieren“, erklärt Dr. Tobias Gebs, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme.
Im oberen Landkreis Lindenberg soll ein hausärztliches MVZ entstehen, das nach dem „Walk-in-Prinzip“ Patienten außerhalb der regulären Praxiszeiten behandelt. So erhalten Menschen auch abends und an Wochenenden schnell Zugang zu medizinischer Hilfe ohne Termin.
Die stationäre Versorgung im Landkreis erfüllt bereits die Vorgaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Etwa 95 Prozent der Bevölkerung erreichen die Basisnotfallversorgung innerhalb von 30 Minuten. Auch die flächendeckende Geburtshilfe wird sichergestellt, da die maximale Fahrzeit von 40 Minuten im gesamten Landkreis eingehalten wird. Um die Versorgung langfristig stabil zu halten, werden die bestehenden stationären Strukturen derzeit in einem Gutachten auf ihre Anpassung an den demografischen Wandel und medizinischen Fortschritt überprüft.
Hintergrund der Umstrukturierung ist der bundesweite Trend zu ambulanten medizinischen Leistungen. Schonendere Eingriffe, bessere Nachsorge und moderne Verfahren reduzieren den stationären Bedarf. Ein Gutachten des Bayerischen Gesundheitsministeriums prognostiziert, dass der stationäre Bedarf bis 2035 bayernweit um etwa 12 Prozent sinken wird. Für den Landkreis Lindau werden elf Prozent erwartet.