Internationalen Bodensee Konferenz (IBK)

Internationale Bodensee-Hochschule investiert zehn Millionen Euro in die Forschung

Symbolbild. Foto: cyber_drone_ / pixelio.de

Die Hochschulen um den Bodensee gehen mit ihrem Verbund, der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH, neue Wege in der Forschungskooperation. Insgesamt drei Labs werden errichtet, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Das Interreg-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein fördert die IBH-Labs mit 6,2 Millionen Euro.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Inklusive eigener Mittel stehen den Labs damit insgesamt rund 10 Millionen Euro zu Verfügung. Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH mit Sitz in Kreuzlingen, Schweiz, nahe der deutschen Grenze hat im November bereits neuartige Forschungs-Netzwerke angekündigt. Nun hat der Lenkungsausschuss des Interreg V-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein die drei IBH-Labs bewilligt. „Damit betreten wir Neuland betreffend Fördersumme sowie Art und Weise der Forschungskooperation“, betont der Vorsitzende des international besetzten Interreg-Lenkungsausschusses Dr. Tobias Schneider vom Tübinger Regierungspräsidium.

Über die drei Labs

Von den Labs soll künftig die komplette Bodenseeregion profitieren. Beim „Living Lab AAL“ geht es um neue Technologien, die ältere oder pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen. „Wir müssen die Bedürfnisse dieser Menschen verstehen und Hemmschwellen abbauen“, erklärt Wörwag. Das zweite Lab „KMUdigital“ beschäftigt sich mit der industriellen Digitalisierung. „Sie ist vor allem durch Konzerne getrieben. KMU müssen sich darauf einstellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Oft seien hohe Investitionen damit verbunden. Hier helfe das Know-how der Hochschulen, wichtige Entscheidungen zu treffen. Das dritte Lab „Seamless Learning“ fokussiert sich auf den Bildungsraum Bodensee und will ein nahtloses lebenslanges Lernen mit entsprechender technologischer Unterstützung ermöglichen.

„Auch Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft werden in die Innovationsnetzwerke eingebunden“

„Für eine High-Tech-Region wie unsere haben diese Labs eine enorme Bedeutung“, sagt der Interreg-Vorsitzende Tobias Schneider. Auch Mag. Gabriela Dür, Vorsitzende der IBK-­ Kommission für Bildung, Wissenschaft und Forschung rechnet mit einem nachhaltigen Beitrag zur Standort-Attraktivität: „Nicht nur Hochschulen, sondern auch Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft werden in die Innovationsnetzwerke eingebunden.“ Mit den drei Labs unterzeichnet die IBH nun Leistungsvereinbarungen für vier Jahre. Erste Projekte innerhalb der Labs starten im Januar 2017. Im nächsten Jahr können die drei IBH-Labs für weitere Projekte Gelder beantragen.

„Es ging ein Ruck durch die regionale Hochschullandschaft“

Die IBH ist ein Verbund von 30 Hochschulen rund um den Bodensee. Diese sind zwischen Süddeutschland, Zürich, Liechtenstein und Vorarlberg angesiedelt. IBH hatte zuvor Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen aufgerufen, Projekte für sogenannte IBH-Labs einzureichen. „Das hat eine enorme Dynamik ausgelöst, es ging ein Ruck durch die regionale Hochschullandschaft. Sieben schlagkräftige Forschungskonsortien haben Anträge eingereicht“, freut sich der IBH2-Vorsitzende Prof. Dr. Sebastian Wörwag, Rektor der Fachhochschule St. Gallen. Eine Vorgabe war, dass sich mindestens fünf Hochschulen pro Lab beteiligen. Die IBH hatte drei regional wichtige Zukunftsthemen vorgegeben, die sich bei einer Befragung wichtiger Interessensgruppen ergeben hatten.

Über Interreg

Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Daran beteiligen sich auch Nicht-EU-Staaten. Das ABH-Programm wird von den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg, neun Ostschweizer Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein umgesetzt. Die Fördermittel stammen insbesondere von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, vom Schweizer Bund sowie von dem am Programm beteiligten Schweizer Kantonen.  

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