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Was können Führungskräfte von Fußballtrainern lernen hochschule kempten
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Hochschule Kempten

Was können Führungskräfte von Fußballtrainern lernen hochschule kempten

In diesen Tagen schaut ganz Deutschland auf Jogi Löw und Jürgen Klopp. Auch Führungskräfte beobachten die beiden ganz genau, doch was können Führungskräfte wirklich von Fußballtrainern lernen? Dies erklärt Prof. Dr. Christoph Desjardins von der Hochschule Kempten.

Das Kemptener MBA Programm „International Business Management & Leadership“ ermöglicht die nachhaltige Entwicklung von führungsrelevantem Wissen und persönlichen Führungskompetenzen bei Managern. Dabei wird ihnen auch vermittelt, was Führungskräfte in anderen Bereichen erfolgreich macht.

Das etwas andere Spiel

75. Minute des Lokalderbys. Die Heimmannschaft führt 3:1. Alle Angriffsbemühungen der Gäste scheitern an der gut organisierten Defensive. Da zeigt der Schiedsrichter eine Einwechslung für die Heimmannschaft an. Gehen muss die Nr. 10, es kommt der Trainer, der sich offensichtlich selbst eingewechselt hat. Er nimmt die zentrale Mittelfeldposition ein und fordert energisch den Ball. Seine sichtlich irritierten Mitspieler versuchen zu passen, verlieren aber den Ball. Es kommt zu einem Konter der Gäste über rechts. Scharfe Flanke in den Strafraum: Tor! Es steht nur noch 3:2. Der Trainer beschimpft seine Mannschaft und verlangt den Ball. Er spurtet Richtung gegnerisches Tor, spielt kurz ab, fordert den Ball lautstark zurück und läuft kurz vor der erneuten Ballannahme in die Abseitsfalle. Wieder rollt ein gefährlicher Gegenangriff. Die Heimmannschaft scheint orientierungslos. Es steht 3:3. Die Heimmannschaft erscheint nun wie gelähmt. Die Bälle werden nur noch von hinten nach vorne gespielt, wo der Trainer inzwischen als einzige Sturmspitze agiert. In der Folge fallen noch zwei Gegentreffer für die Gäste.

Aufgaben und Ziele moderner Trainer

Jeder Fußballlaie weiß, dass das hier beschriebene Spiel in dieser Form nicht stattfinden kann. Trainer können sich nicht einwechseln, sie müssen sich darauf konzentrieren, die Spieler vor den Spielen entsprechend zu instruieren und hinterher durch Spielanalysen die Verbesserungsmöglichkeiten konkret aufzuzeigen. In der übrigen Zeit versuchen sie, durch intensives Training die Fähigkeiten der Spieler weiterzuentwickeln, um ihr volles Potential ausschöpfen zu können. Dabei kommt der Nachwuchsförderung und der systematischen Heranführung neuer und junger Spieler an das Team besondere Bedeutung zu. Erfolgreiche Prototypen dieser „modernen Trainer“ sind Jürgen Klopp und Jogi Löw.

Mangelndes Führungsverständnis bei Managern

Was die meisten Manager von Fußballtrainern unterscheidet, ist genau dieses Führungsverständnis. Sie verstehen sich nicht als „Coach“ ihrer Mitarbeiter, sondern als wichtigster Spieler auf dem Platz. Sie möchten auch am liebsten alle Tore selbst schießen und sehen ihre Mitarbeiter nur als notwendige Passgeber. Nur, was im Fußball nicht funktioniert, funktioniert auch in der Wirtschaft nicht optimal. Die konkreten Ergebnisse einer Abteilung werden von den Mitarbeitern erarbeitet, nicht vom Chef. Auch beim Fußball waren gute Trainer nicht unbedingt die besten Spieler. Daher besteht die Gefahr, dass durch fehlende Delegation und permanente inhaltliche Einmischung in die operative Tätigkeit suboptimale Ergebnisse erzielt werden. Noch verheerender ist die Auswirkung der permanenten „Selbsteinwechselung“ des Managers, welche die Effizienz des ganzen Arbeitsteams stark beeinträchtigt. Auch bei der „Spielanalyse“ als entscheidenden Anstoß für Verbesserungen versagen die meisten Manager. Feedback wird meistens unsystematisch gegeben und fokussiert auf den Fehlerverursacher („Wie konnte Ihnen das passieren?“). Diese Fehlerfokussierung gibt es zwar auch beim Fußball, hier aber meist mit dem entscheidenden Unterschied, dass das konkrete fehlerhafte Verhalten neutral und im Detail analysiert wird und ganz konkrete Verhaltensempfehlungen zur Verbesserung entwickelt werden („Was ist passiert und was kann man ändern?“). Dazu kommt der entscheidende Wirkfaktor, den Trainer wie Jürgen Klopp verstehen: den „fehlerhaften“ Spielern immer eine positive Entwicklungsprognose zu vermitteln.

Förderung von Spielern bzw. Mitarbeitern

Ein weiterer wesentlicher Faktor für dauerhaften Erfolg im Fußball ist die kontinuierliche Nachwuchsförderung. Hier agiert z.B. Jogi Löw vorbildlich. Permanent werden potentielle Nationalspieler beobachtet und erhalten die Möglichkeit, sich im Umfeld der Nationalmannschaft professionell weiterzuentwickeln. Im Managementbereich dagegen wird in vielen, insbesondere mittelständischen Firmen, noch völlig auf eine individuelle Förderung verzichtet. Dabei ist den Führungskräften offensichtlich nicht klar, welche immensen Vorteile sie durch eine optimale Leistungsentwicklung ihrer Mitarbeiter haben können.

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