Allgäuer Startup

Tankerkönig: „Einfach eine App bauen und reich werden“

Eine App bauen und damit reich werden – das war die Intention von Tankerkönig. Die Idee des Allgäuer Startups: Benzinpreisdaten des Bundeskartellamtes zugänglich machen. Wieso das mit dem reich werden erstmal nicht geklappt hat, verrät Mitgründer Hermann Kurz im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie kamen Sie auf die Idee zur App?

Hermann Kurz: Das Bundeskartellamt stellt seit 2014 die Echtzeit-Spritpreisdaten zur Verfügung. Das aber in einem recht komplexen Datenformat. Als IT-ler sahen wir eine Herausforderung darin, die Daten zu beziehen und eine nützliche App dafür zu entwickeln. Wir waren einfach neugierig, das von vorne bis hinten – von der Datenbeschaffung bis zur App – umzusetzen.

Was kann Ihre App und wie unterscheidet Sie sich von vergleichbaren Apps?

Die App hat nur die Basisfunktion „Finde die günstigste Tankstelle in der Nähe“. Wir sehen unsere App als Demonstration, dass unsere Datenschnittstelle zuverlässig funktioniert.

Welche Zielgruppe möchten Sie mit Tankerkönig ansprechen?

Es gibt verschiedene Anwendergruppen: Wir haben App-Entwickler, Auto-Hersteller und einen Automobilclub als Kunden. Die legen Wert auf hohe Zuverlässigkeit und Stabilität der Datenschnittstelle.

Unsere freie Schnittstelle wird von vielen Hobby-Anwendern genutzt, die Benzinpreise in ihrem Hausautomatisierungssystem anzeigen. Wir haben sogar Kunden, die in ihrer Modelleisenbahn aktuelle Preise aus unserer Schnittstelle zeigen.

Wir unterstützen auch Forschung und Lehre. Unter anderem hat die Gesellschaft für Informatik ihren Studentenwettbewerb mit Daten von uns befüttert. Machine-Learning-Algorithmen bekommen unsere Daten als Input, um Preisvorhersagen zu machen. Ein Jugend-forscht-Projekt basiert auf unseren Daten. Insgesamt ein sehr großes Spektrum von Anwendern. Es freut uns sehr, dass wir hier offenbar einen echten Mehrwert bereitstellen.

Im Interview mit der Allgäu GmbH haben Sie gesagt, Sie wollten „einfach eine App bauen“ und damit „reich werden“. War es dann wirklich so leicht?

„Reich werden“ ist die griffige Form von „wir wollten ausprobieren, ob man mit so einer App Geld verdienen kann“. Das hat nicht funktioniert, wir haben aber viel gelernt und daraus ist ein neues Geschäftsmodell entstanden.

Wie sieht ihr neues Geschäftsmodell aus?

Wir bereiten komplexe Daten auf und machen sie in einer einfachen Form in einer Datenschnittstelle (API) zugänglich. Wir transformieren die Rohdaten vom Bundeskartellamt so, dass sie direkt von einer App genutzt werden können. Damit kann sich ein Entwickler auf seine Kernkompetenzen beschränken. Er muss sich nicht mehr um Datenaufbereitung, Serverbetrieb, Wartung und Updates kümmern, um seine Anwendung mit Daten zu befüttern.

Sie setzen auf ein Freemium-Abo-Modell. Was hat es damit auf sich?

Jeder, der sich an die Vorgaben des Bundeskartellamts hält, kann unsere Datenschnittstelle für einen Verbraucherinformationsdienst nutzen. Das ist das Open-Data-Prinzip. Falls man einen Service mit Stabilitätsgarantie oder erweiterten Funktionen benötigt, setzen wir einen eigenen Server auf, für den man monatlich zahlt. Dadurch ist die Einstiegshürde sehr niedrig und man kann einfach risikolos ausprobieren, was möglich ist. Im Erfolgsfall mietet der Nutzer später erweiterte Services von uns. Unser Motto ist: „Wir liefern die Daten“.

Was hat sich seit dem Launch der Website 2014 getan? Was sind die größten Herausforderungen, die auf Sie zukommen?

Die Firmengründung im Jahr 2019 ist ein Meilenstein. Wir sehen für die Zukunft einige Herausforderungen: Neue Kunden gewinnen und unserer Services durch neue Datenquellen ausweiten.

Sie selbst sitzen im Gründerzentrum in Kempten. Wie kam es zu der Entscheidung und welche Vorteile bringt das mit sich?

Das Gründerzentrum ist großartig! Es schafft Kontakte zu Fachleuten: vom Steuerberater, über das Marketing bis zur agilen Softwareentwicklung, die sonst sehr mühsam sind. Hier gibt es Veranstaltungen, Gespräche mit Kollegen von anderen Start-ups, Zugang zu Firmen und vieles mehr. Wenn man einen Ansprechpartner für ein Problem sucht, findet man sicher jemand, der weiterweiß. Es verkürzt die Wege und man bekommt neue Einsichten, Ideen und einfach gute Laune!

Wie bewerten Sie die Technologieszene in Allgäu?

Mit dem Gründerzentrum hat sich viel verbessert! Es ist sehr positiv, dass man neuen Herausforderungen, Technologien und Geschäftsmodellen aufgeschlossener ist, als das früher der Fall war. Man muss nicht mehr nach München ziehen, um technologisch up-to-date arbeiten zu können.

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Hermann Kurz: Das Bundeskartellamt stellt seit 2014 die Echtzeit-Spritpreisdaten zur Verfügung. Das aber in einem recht komplexen Datenformat. Als IT-ler sahen wir eine Herausforderung darin, die Daten zu beziehen und eine nützliche App dafür zu entwickeln. Wir waren einfach neugierig, das von vorne bis hinten – von der Datenbeschaffung bis zur App – umzusetzen.

Was kann Ihre App und wie unterscheidet Sie sich von vergleichbaren Apps?

Die App hat nur die Basisfunktion „Finde die günstigste Tankstelle in der Nähe“. Wir sehen unsere App als Demonstration, dass unsere Datenschnittstelle zuverlässig funktioniert.

Welche Zielgruppe möchten Sie mit Tankerkönig ansprechen?

Es gibt verschiedene Anwendergruppen: Wir haben App-Entwickler, Auto-Hersteller und einen Automobilclub als Kunden. Die legen Wert auf hohe Zuverlässigkeit und Stabilität der Datenschnittstelle.

Unsere freie Schnittstelle wird von vielen Hobby-Anwendern genutzt, die Benzinpreise in ihrem Hausautomatisierungssystem anzeigen. Wir haben sogar Kunden, die in ihrer Modelleisenbahn aktuelle Preise aus unserer Schnittstelle zeigen.

Wir unterstützen auch Forschung und Lehre. Unter anderem hat die Gesellschaft für Informatik ihren Studentenwettbewerb mit Daten von uns befüttert. Machine-Learning-Algorithmen bekommen unsere Daten als Input, um Preisvorhersagen zu machen. Ein Jugend-forscht-Projekt basiert auf unseren Daten. Insgesamt ein sehr großes Spektrum von Anwendern. Es freut uns sehr, dass wir hier offenbar einen echten Mehrwert bereitstellen.

Im Interview mit der Allgäu GmbH haben Sie gesagt, Sie wollten „einfach eine App bauen“ und damit „reich werden“. War es dann wirklich so leicht?

„Reich werden“ ist die griffige Form von „wir wollten ausprobieren, ob man mit so einer App Geld verdienen kann“. Das hat nicht funktioniert, wir haben aber viel gelernt und daraus ist ein neues Geschäftsmodell entstanden.

Wie sieht ihr neues Geschäftsmodell aus?

Wir bereiten komplexe Daten auf und machen sie in einer einfachen Form in einer Datenschnittstelle (API) zugänglich. Wir transformieren die Rohdaten vom Bundeskartellamt so, dass sie direkt von einer App genutzt werden können. Damit kann sich ein Entwickler auf seine Kernkompetenzen beschränken. Er muss sich nicht mehr um Datenaufbereitung, Serverbetrieb, Wartung und Updates kümmern, um seine Anwendung mit Daten zu befüttern.

Sie setzen auf ein Freemium-Abo-Modell. Was hat es damit auf sich?

Jeder, der sich an die Vorgaben des Bundeskartellamts hält, kann unsere Datenschnittstelle für einen Verbraucherinformationsdienst nutzen. Das ist das Open-Data-Prinzip. Falls man einen Service mit Stabilitätsgarantie oder erweiterten Funktionen benötigt, setzen wir einen eigenen Server auf, für den man monatlich zahlt. Dadurch ist die Einstiegshürde sehr niedrig und man kann einfach risikolos ausprobieren, was möglich ist. Im Erfolgsfall mietet der Nutzer später erweiterte Services von uns. Unser Motto ist: „Wir liefern die Daten“.

Was hat sich seit dem Launch der Website 2014 getan? Was sind die größten Herausforderungen, die auf Sie zukommen?

Die Firmengründung im Jahr 2019 ist ein Meilenstein. Wir sehen für die Zukunft einige Herausforderungen: Neue Kunden gewinnen und unserer Services durch neue Datenquellen ausweiten.

Sie selbst sitzen im Gründerzentrum in Kempten. Wie kam es zu der Entscheidung und welche Vorteile bringt das mit sich?

Das Gründerzentrum ist großartig! Es schafft Kontakte zu Fachleuten: vom Steuerberater, über das Marketing bis zur agilen Softwareentwicklung, die sonst sehr mühsam sind. Hier gibt es Veranstaltungen, Gespräche mit Kollegen von anderen Start-ups, Zugang zu Firmen und vieles mehr. Wenn man einen Ansprechpartner für ein Problem sucht, findet man sicher jemand, der weiterweiß. Es verkürzt die Wege und man bekommt neue Einsichten, Ideen und einfach gute Laune!

Wie bewerten Sie die Technologieszene in Allgäu?

Mit dem Gründerzentrum hat sich viel verbessert! Es ist sehr positiv, dass man neuen Herausforderungen, Technologien und Geschäftsmodellen aufgeschlossener ist, als das früher der Fall war. Man muss nicht mehr nach München ziehen, um technologisch up-to-date arbeiten zu können.

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