Weg von der grünen Wiese

So will das Allgäu Gewerbe- und Wohnraum in Ortskernen schaffen

Beim Allgäuer Konversions-Kongress in Füssen. Foto: Allgäu GmbH
Schwerpunkt des diesjährigen Allgäuer Konversions-Kongresses war die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnraum in Ortskernen und Innenstädten. Besonders für Gewerbetreibende und Bürger gilt das Thema als brisant. Als Veranstalter fungierte die Allgäu GmbH mit Sitz in Kempten.

Rund 50 Teilnehmer, darunter Vertreter der Allgäuer Kommunen und der hiesigen Wirtschaft sowie mehrere Abgeordnete des Bayerischen Landtags, folgten der Einladung zum Kongress. Die Teilnehmer diskutierten über Ansätze und Maßnahmen im Bereich der Gewerbe- und Wohnraum-Entwicklung innerhalb von bereits bebauten Gebieten.

Allgäu will ein „wettbewerbsfähiger Standort fürs Leben und Arbeiten“ bleiben

Zahlreiche Projekte im Bereich des Standort-Marketings und der Wettbewerbs-Fähigkeit wurden bereits durchgeführt. Daneben spielt vor allem das Thema Flächen-Management eine wichtige Rolle, betonten die beiden Konversions-Manager der Allgäu GmbH, Katrin Menig und Florian Schmid. Sie waren auch für den Konversions-Kongress in Füssen verantwortlich. Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, zeigte sich erfreut über das rege Interesse an der Veranstaltung. „Neben weiteren wichtigen Themen wie beispielsweise der Fachkräfte-Problematik ist es notwendig, dass sich Kommunen und Unternehmen mit der Entwicklung ihrer Siedlungsfläche auseinandersetzen, um ein wettbewerbsfähiger Standort fürs Leben und Arbeiten zu bleiben“, so Fischer.

Praxisbeispiele erfolgreicher Projekte

Oft werden Flächen auf der grünen Wiese zu Siedlungs- und Verkehrszwecken verbraucht. Um das zu verhindern, gaben Experten aus dem Bereich der Stadt- und Regional-Entwicklung Impulse und Ideen für Kommunen und Unternehmen. Dr. Sabine Müller-Herbers von der Baader Konzept GmbH stellte ein konkretes Praxisbeispiel für Flächen-Management und Innen-Entwicklung im interkommunalen Austausch vor. So wurde im Landkreis Donau-Ries bereits ein erfolgreiches Projekt zur Siedlungs-Entwicklung durchgeführt. Dort ist unter anderem aus einer ehemaligen Schreinerei in Deinigen eine Dorfwirtschaft mit Biergarten geworden die jetzt als Treffpunkt für das ganze Dorf dient.

Flächen-Zertifikate für mehr Planungs-Sicherheit

Weitere Hintergründe zur Thematik sowie Projektbeispiele und Erfahrungen zeigte Michael Weber vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen auf. Dr. Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln berichtete über ein bundesweites Modellprojekt zum Handel mit Flächen-Zertifikaten. Die Kommunen stehen vor einer Herausforderung: Zum einen wird der Ausweis neuer Flächen gefordert, zum anderen sind große innerörtlicher Potenziale vorhanden. Ein Handel mit Flächen-Zertifikaten kombiniere die bewährte planungsrechtliche, qualitative Steuerung mit der quantitativen Steuerung.

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