Unsere Familienunternehmen | Teil 9

Präg betrieb erste europäische SB-Tankstelle bei Augsburg

Familienunternehmen halten unserer Region über Generationen hinweg die Treue. Was sie erfolgreich gemacht hat und was Bayerisch-Schwaben für sie bedeutet, beantwortet die neue Serie „Unsere Familienunternehmen“. Diesmal: Präg aus Kempten.

Heute ist die Firma Präg als Energielieferant und Energiedienstleister, unter anderem auch für E-Ladelösungen und Photovoltaik, bekannt. Wie das Familienunternehmen die Transformation im Energiesektor mitgestaltet, erklärt Marc Deisenhofer, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens im Interview.  

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wann beginnt die Geschichte von Präg?  

Marc Deisenhofer: Präg wurde von Adolf Präg 1904 in Augsburg als Warenagentur für Zylinder-, Maschinen- und Vaselineöle gegründet. Der 25-jährige Firmengründer profitierte von der florierenden Wirtschaft um die Jahrhundertwende und seine Spezialschmierstoffe fanden großen Absatz. 1916 eröffnete er in Kempten die erste Niederlassung. Sie wurde von Anna Meisle geleitet, die Adolf Präg später heiratete. Die gemeinsame Erfolgsgeschichte des Firmengründerpaars fand mit dem plötzlichen Tod von Adolf Präg 1946 ein frühes Ende. Anna Präg war fortan geschäftsführende Gesellschafterin und verlegte später den Hauptsitz von Augsburg nach Kempten.  

Trotzdem ist das Unternehmen ein Familienbetrieb geblieben.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Richtig. Das Unternehmen wird seit der Gründung in vierter Generation geführt, wobei mit mir nun die dritte Generation meiner Familie die Geschäftsführung von Präg leitet. Mein Großvater, Josef Deisenhofer, trat 1948 auf Wunsch von Anna Präg in das Unternehmen ein. Im Frühjahr 1960 begann mein Vater, Gerd Deisenhofer, mit 19 Jahren als kaufmännischer Angestellter seine Laufbahn im Familienunternehmen und nach dem Tod meines Großvaters 1988 war er dann alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer. Mit seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft habe ich Ende 2005 die Leitung der Geschäftsführung übernommen.  

In fast 120 Jahren tut sich viel in der Wirtschaft. Wann kam der nächste große Aufschwung nach der Gründungszeit? 

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich der Mineralölabsatz in Deutschland im Aufwind. Uns ist es bis heute dabei stets gelungen, im Schnitt deutlich erfolgreicher als der Markt zu wachsen. Hierzu haben insbesondere einige wichtige strategische Weichenstellungen beigetragen wie beispielsweise die Einführung des SB Tankens Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts, das Nutzen von Chancen im sogenannten Convenience-Geschäft an den Tankstellen, also im Shopgeschäft, oder der Aufbau unseres Tankstellennetzes in Ostdeutschland gleich nach der Wende. In den letzten 20 Jahren konnten wir unsere starke Position im Mineralölgeschäft dann insbesondere über Zukäufe von Tankstellen und den deutlichen Ausbau unseres B2B Geschäfts weiter festigen.  

Heute ist Präg aber nicht mehr „nur“ für Mineralöl bekannt. Wie kam es zur Erweiterung des Portfolios? 

In all den Jahren und Jahrzehnten hat sich die Energiewelt stetig gewandelt. Unser grundsätzlicher Fokus auf das Thema Energie, vor allem die verlässliche Bereitstellung von Energie für Mobilität, für das Heizen und für die Industrie, war die Konstante. Mit der Energiewende, der Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes erleben wir vor allem in den letzten Jahren rasante Veränderungen, denen wir Rechnung tragen.

Was bedeutet das konkret?

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Zunächst haben wir um die 2010er Jahre mit der Ausweitung unseres Geschäfts auf Strom, Erdgas und Holzpellets den Schritt vom Ölhändler zum Energiehändler vollzogen. Ab 2017 erfolgte dann der Einstieg in die E-Mobilität und die Etablierung des neuen Geschäftsfeldes „Smarte Energien und E-Mobilität“, in dem wir neben unseren E-Ladelösungen vor allem Angebote zur dezentralen Energieerzeugung und -speicherung sowie zur Energieeffizienzberatung bündeln. So wurden wir vom Energiehändler zum Energiedienstleister. In Zukunft wird aus unserer Sicht die Bedeutung des klassischen Energiehandels abnehmen. Stattdessen werden in der Energiewelt von morgen Themen der dezentralen, erneuerbaren Energieerzeugung und der effizienten Energienutzung einen großen Stellenwert einnehmen. In diesem Kontext spielt die Digitalisierung - wie in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen - eine herausragende Rolle.    

Ist die Tatsache, dass Präg ein Familienunternehmen ist, auch Grund für die erfolgreiche Transformation auf dem Markt? 

Es hilft sicherlich, dass die Entscheidungswege in Familienunternehmen oftmals kürzer sind und dass im Zentrum des Handelns eines Familienunternehmers stets das stabile und langfristige Wachstum des Unternehmens steht. Bei einem Familienunternehmen sieht sich jede Generation schließlich nur als Bindeglied von der einen zur nächsten Generation. Die Kernaufgabe einer jeden Generation ist es, das Unternehmen der nächsten Generation mindestens so gut zu übergeben wie man es selbst übergeben bekommen hat. Das Konzept von Familienunternehmen ist also ein sehr nachhaltiges und daher ein sehr modernes.  

Die Corona-Krise betrifft nun sowohl Familienunternehmen, als auch fremdgeführte Betriebe. Wie hat Präg auf diese Herausforderung reagiert? 

Die erste Phase der strengen Corona-Ausgangsbeschränkungen im März und April war auch für uns natürlich eine Herausforderung. In kürzester Zeit haben wir es seinerzeit hinbekommen, dass ein großer Teil der Mitarbeiter von zu Hause arbeiten konnte. Wir hatten in diesen Wochen zwar in manchen Bereichen erhebliche Absatzeinbrüche zu verzeichnen, geholfen hatte uns aber unter anderem eine außergewöhnlich hohe Heizölnachfrage. Die Corona Krise ist leider noch nicht ausgestanden. Die Auswirkungen der Pandemie sind vielfältig. So hat durch Corona die Digitalisierung einen riesigen Schub erhalten und die geschnürten Konjunkturprogramme werden auch in der Energiebranche die Veränderungen beschleunigen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Unsere Familienunternehmen | Teil 9

Präg betrieb erste europäische SB-Tankstelle bei Augsburg

Familienunternehmen halten unserer Region über Generationen hinweg die Treue. Was sie erfolgreich gemacht hat und was Bayerisch-Schwaben für sie bedeutet, beantwortet die neue Serie „Unsere Familienunternehmen“. Diesmal: Präg aus Kempten.

Heute ist die Firma Präg als Energielieferant und Energiedienstleister, unter anderem auch für E-Ladelösungen und Photovoltaik, bekannt. Wie das Familienunternehmen die Transformation im Energiesektor mitgestaltet, erklärt Marc Deisenhofer, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens im Interview.  

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wann beginnt die Geschichte von Präg?  

Marc Deisenhofer: Präg wurde von Adolf Präg 1904 in Augsburg als Warenagentur für Zylinder-, Maschinen- und Vaselineöle gegründet. Der 25-jährige Firmengründer profitierte von der florierenden Wirtschaft um die Jahrhundertwende und seine Spezialschmierstoffe fanden großen Absatz. 1916 eröffnete er in Kempten die erste Niederlassung. Sie wurde von Anna Meisle geleitet, die Adolf Präg später heiratete. Die gemeinsame Erfolgsgeschichte des Firmengründerpaars fand mit dem plötzlichen Tod von Adolf Präg 1946 ein frühes Ende. Anna Präg war fortan geschäftsführende Gesellschafterin und verlegte später den Hauptsitz von Augsburg nach Kempten.  

Trotzdem ist das Unternehmen ein Familienbetrieb geblieben.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Richtig. Das Unternehmen wird seit der Gründung in vierter Generation geführt, wobei mit mir nun die dritte Generation meiner Familie die Geschäftsführung von Präg leitet. Mein Großvater, Josef Deisenhofer, trat 1948 auf Wunsch von Anna Präg in das Unternehmen ein. Im Frühjahr 1960 begann mein Vater, Gerd Deisenhofer, mit 19 Jahren als kaufmännischer Angestellter seine Laufbahn im Familienunternehmen und nach dem Tod meines Großvaters 1988 war er dann alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer. Mit seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft habe ich Ende 2005 die Leitung der Geschäftsführung übernommen.  

In fast 120 Jahren tut sich viel in der Wirtschaft. Wann kam der nächste große Aufschwung nach der Gründungszeit? 

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich der Mineralölabsatz in Deutschland im Aufwind. Uns ist es bis heute dabei stets gelungen, im Schnitt deutlich erfolgreicher als der Markt zu wachsen. Hierzu haben insbesondere einige wichtige strategische Weichenstellungen beigetragen wie beispielsweise die Einführung des SB Tankens Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts, das Nutzen von Chancen im sogenannten Convenience-Geschäft an den Tankstellen, also im Shopgeschäft, oder der Aufbau unseres Tankstellennetzes in Ostdeutschland gleich nach der Wende. In den letzten 20 Jahren konnten wir unsere starke Position im Mineralölgeschäft dann insbesondere über Zukäufe von Tankstellen und den deutlichen Ausbau unseres B2B Geschäfts weiter festigen.  

Heute ist Präg aber nicht mehr „nur“ für Mineralöl bekannt. Wie kam es zur Erweiterung des Portfolios? 

In all den Jahren und Jahrzehnten hat sich die Energiewelt stetig gewandelt. Unser grundsätzlicher Fokus auf das Thema Energie, vor allem die verlässliche Bereitstellung von Energie für Mobilität, für das Heizen und für die Industrie, war die Konstante. Mit der Energiewende, der Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes erleben wir vor allem in den letzten Jahren rasante Veränderungen, denen wir Rechnung tragen.

Was bedeutet das konkret?

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Zunächst haben wir um die 2010er Jahre mit der Ausweitung unseres Geschäfts auf Strom, Erdgas und Holzpellets den Schritt vom Ölhändler zum Energiehändler vollzogen. Ab 2017 erfolgte dann der Einstieg in die E-Mobilität und die Etablierung des neuen Geschäftsfeldes „Smarte Energien und E-Mobilität“, in dem wir neben unseren E-Ladelösungen vor allem Angebote zur dezentralen Energieerzeugung und -speicherung sowie zur Energieeffizienzberatung bündeln. So wurden wir vom Energiehändler zum Energiedienstleister. In Zukunft wird aus unserer Sicht die Bedeutung des klassischen Energiehandels abnehmen. Stattdessen werden in der Energiewelt von morgen Themen der dezentralen, erneuerbaren Energieerzeugung und der effizienten Energienutzung einen großen Stellenwert einnehmen. In diesem Kontext spielt die Digitalisierung - wie in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen - eine herausragende Rolle.    

Ist die Tatsache, dass Präg ein Familienunternehmen ist, auch Grund für die erfolgreiche Transformation auf dem Markt? 

Es hilft sicherlich, dass die Entscheidungswege in Familienunternehmen oftmals kürzer sind und dass im Zentrum des Handelns eines Familienunternehmers stets das stabile und langfristige Wachstum des Unternehmens steht. Bei einem Familienunternehmen sieht sich jede Generation schließlich nur als Bindeglied von der einen zur nächsten Generation. Die Kernaufgabe einer jeden Generation ist es, das Unternehmen der nächsten Generation mindestens so gut zu übergeben wie man es selbst übergeben bekommen hat. Das Konzept von Familienunternehmen ist also ein sehr nachhaltiges und daher ein sehr modernes.  

Die Corona-Krise betrifft nun sowohl Familienunternehmen, als auch fremdgeführte Betriebe. Wie hat Präg auf diese Herausforderung reagiert? 

Die erste Phase der strengen Corona-Ausgangsbeschränkungen im März und April war auch für uns natürlich eine Herausforderung. In kürzester Zeit haben wir es seinerzeit hinbekommen, dass ein großer Teil der Mitarbeiter von zu Hause arbeiten konnte. Wir hatten in diesen Wochen zwar in manchen Bereichen erhebliche Absatzeinbrüche zu verzeichnen, geholfen hatte uns aber unter anderem eine außergewöhnlich hohe Heizölnachfrage. Die Corona Krise ist leider noch nicht ausgestanden. Die Auswirkungen der Pandemie sind vielfältig. So hat durch Corona die Digitalisierung einen riesigen Schub erhalten und die geschnürten Konjunkturprogramme werden auch in der Energiebranche die Veränderungen beschleunigen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben