Kassenärztliche Vereinigung Bayerns

Pilotregion Allgäu: KVB testet neuen ärztlichen Bereitschaftsdienst

Vorstandsbeauftragten der KVB für Schwaben, Dr. Karl Ebertseder (links) und Dr. Jakob Berger (rechts). Foto: KVB

Mit der Reform des Bereitschaftsdienstes der niedergelassenen Ärzte hat sich die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Durch das neue System soll eine flächendeckende medizinische Versorgung in Bayern gewährleistet werden. Als Pilotregion lieferte auch das Allgäu ab Juli Ergebnisse.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Immer weniger Ärzte entschließen sich, eine Praxis auf dem Land zu eröffnen. Als Folge stehen die ländlichen Regionen vor einem immer größer werdenden Versorgungs-Problem. Auch der Bereitschaftsdienst lässt sich so schlechter verteilen. Daher entschloss sich die KVB einige Reformen am bestehenden System vorzunehmen. Ziel ist es eine flächendeckende und zukunftssichernde Versorgung in Bayern zu gewährleisten.

Allgäu richtet neue Bereitschaftspraxen ein

Als Pilotregion kommt nun das Allgäu ab dem 4. Juli in den Genuss der neuen Ideen der KVB. Weitere Bereitschaftspraxen entlasten hier unter anderem die teils überfüllten Notaufnahmen. Viele, nicht lebensbedrohliche Krankheitsbilder können in Praxen vom diensthabenden Bereitschaftsarzt versorgt werden, statt die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu belasten. Da die Praxen teils innerhalb der Kliniken angesiedelt sind, finden Patienten diese auch an zentralen Anlaufstellen und können im Notfall an Spezialisten weitergeleitet werden.

KVB führt Poolärzte-Modell ein

Mehr Praxen lösen jedoch nicht das Problem der fehlenden Ärzte. War es früher noch relativ einfach Ärzte für den Bereitschaftsdienst zu finden, gestaltet sich dies für die KVB immer schwieriger. Mittlerweile sind in Bayern auch keine Ärztegruppen mehr von diesem Dienst befreit. Die Vertreterversammlung der KVB entschloss sich im Herbst 2014 zusätzlich, auch interessierte Nichtvertragsärzte mit einzubinden. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Nun soll auch das Allgäu davon profitieren.

Poolärzte versorgen die Landkreise

Bayernweit sind mitterlweile 356 Poolärzte beschäftigt und 49 weitere Anträge bearbeitet. Dabei handelt es sich um von der KVB geprüfte und geschulte Ärzte, die über keine eigene Praxis verfügen, diesen Dienst jedoch gerne übernehmen. Dabei konzentrieren sie sich nicht nur auf Ballungszentren (München, Nürnberg, Augsburg), sondern kommen auch in den Landkreisen zum Einsatz. Voraussetzung für die Teilnahme am Poolärzte-Modell ist unter anderem eine mindesten zweijährige allgemeinmedizinische Weiterbildung oder der erfolgreiche Abschluss einer entsprechenden Weiterbildung. Sie können dann in den Fahr- (Hausbesuche) oder Sitzdienst (Bereitschaftspraxis) einsteigen. Mit einem eigenen Fahrer für Hausbesuche bietet die KVB so nachts mehr Sicherheit für die Ärzte.

Online-Börse für den Bereitschaftsdienst

Als weiteres Modell führte die KVB auch eine Online-Börse für den Bereitschaftsdienst ein. Hier können seit Ende April 2015 abgabewillige Ärzte einen Vertreter für die Übernahme ihrer Bereitschaftsdienste suchen. Die KVB machte mit dieser Bereitschaftsdienstbörse positive Erfahrungen. Das Angebot wurde von den Ärzten sehr gut angenommen.

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