Rund 7.000 Patienten in sechs Monaten

Pilotphase beendet: So steht es um die Bereitschaftspraxen im Allgäu

Das Klinikum Kaufbeuren. Foto: Klinikum Kaufbeuren
Vor rund einem Jahr hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ein Pilotprojekt für den Bereitschaftsdienst im Allgäu ins Leben gerufen. Mit rund 7.000 behandelten Patienten zwischen Juli und Dezember 2016 wird das Angebot seither gut angenommen. Auch sonst fällt das Fazit positiv aus.

Seit Juli 2016 betreibt die KVB Bereitschaftspraxen in Füssen und in Kempten. Ergänzt werden diese von der bereits länger bestehenden Praxis an der Klinik Immenstadt und den privat betriebenen Bereitschaftspraxen in Kaufbeuren, Buchloe und Memmingen. Diese Praxen sind außerhalb der üblichen Sprechstunden-Zeiten die erste zentrale Anlaufstelle für Patienten. Zusätzlich gibt es neben den Bereitschaftspraxen einen von der KVB organisierten Fahrdienst, der die medizinisch notwendigen Hausbesuche in der Region durchführt.

Weiterhin Kapazitäten frei

Während der nun knapp einjährigen Pilotphase hat der KVB das Projekt kontinuierlich evaluiert. Besonders im Fokus stand dabei, inwiefern die Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes zu Verbesserungen für Patienten, Ärzte und die beteiligten Kliniken geführt hat. Insgesamt wurden zwischen Juli und Dezember 2016 rund 7.000 Patienten behandelt. Die Kapazitäten sind damit aber noch nicht ausgelastet. Außerdem wurden rund 3.400 medizinisch notwendige Hausbesuche von Juli bis Dezember 2016 von den diensthabenden Ärzten durchgeführt.

Niedergelassene Ärzte profitieren von Pilotprojekt

Für die niedergelassenen Ärzte in der Region gab es seit der Neuorganisation spürbare Erleichterungen, so das Ergebnis der Evaluation. Die Dienstbelastung der Ärzte im Bereitschaftsdienst wurde von bislang durchschnittlich 257 Stunden auf noch rund 63 Stunden jährlich gesenkt. Durch die damit reduzierte Belastung soll die Attraktivität der Niederlassung in eigener Praxis gesteigert und insbesondere dem Ärztemangel auf dem Land vorgebeugt werden.

Zusätzlich werden die niedergelassenen Ärzte in der Pilotregion von sogenannten „Poolärzten“ unterstützt. Dies sind Ärzte, die selbst nicht niedergelassen sind und dadurch nicht zum Bereitschaftsdienst verpflichtet wären, aber diese Dienste freiwillig übernehmen. Außerdem müssen die Ärzte im Rahmen des Projekts bei Hausbesuchen nicht mehr selbst am Steuer sitzen. Damit wird deren Sicherheit erhöht und sie können darüber hinaus von medizinisch geschulten Fahrern unterstützt werden.

Notaufnahmen werden entlastet

Daneben profitieren auch die beteiligten Kliniken von der Gründung der KVB-Bereitschaftspraxen. Die Praxen bei den Kliniken Füssen und Immenstadt sowie das Klinikum Kempten berichten von positiven Erfahrungen. Besonders die Notfallversorgung sowie die Notaufnahmen der Kliniken werden durch die KVB-Praxen entlastet. An der Zentralen Notaufnahme Immenstadt (ZNA) bewährt sich die Zusammenarbeit mit der KV-Notfallpraxis bereits seit Jahren. Im Juli 2016 wurden hier die Betriebszeiten an die anderen KV-Bereitschaftspraxen in der Region angepasst.

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