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Die Hochschule Kempten ist künftig für die landesweite Koordination der Bayerischen Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) verantwortlich. Die zentrale Geschäftsstelle der Initiative ist am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) angesiedelt. Von dort aus werden Hochschulen, Universitäten und Partner aus der Pflegepraxis in ganz Bayern vernetzt. Hochschulpräsident Prof. Dr. Wolfgang Hauke sieht in der neuen Rolle der Hochschule Kempten eine Chance zur Weiterentwicklung der Digitalen Pflege. „Das bestätigt die wissenschaftliche Kompetenz unseres Bayerischen Zentrums Pflege Digital und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, Forschungsergebnisse gemeinsam mit unseren Partnern schneller in die pflegerische Praxis zu überführen“, erklärt Hauke.
Den offiziellen Start der Forschungsinitiative gab Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach im Theater Kempten. Das Bayerische Gesundheitsministerium unterstützt FiPtec mit rund 4,5 Millionen Euro. Die Initiative ist Teil der HighCare Agenda (HCA), mit der Bayern die Pflege weiterentwickeln will.
Die Eröffnung der Forschungsinitiative wurde von einem Fachprogramm begleitet. Auf dem Programm standen Vorträge, Posterpräsentationen und Podiumsdiskussionen. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Pflegepraxis tauschten sich über den Stand der Digitalisierung in der Pflege aus. Außerdem diskutierten sie darüber, wie neue Technologien künftig schneller in die Versorgung gelangen können. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek sowie Vertreter von Hochschulen und der Pflegepraxis.
FiPtec bündelt pflegewissenschaftliches Wissen der Hochschulen und Universitäten in Bayern. Gleichzeitig vernetzt die Initiative Forschungseinrichtungen mit der professionellen Pflegepraxis. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu bringen und Innovationen gemeinsam weiterzuentwickeln. Dafür entstehen verschiedene Arbeitsgemeinschaften, die den Austausch zwischen Forschung und Praxis fördern sollen. Außerdem sind wissenschaftliche Stellungnahmen und Fachveranstaltungen geplant. FiPtec arbeitet zudem mit dem Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) am Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen zusammen.
Laut Gerlach kommen neue Entwicklungen aus der Forschung nur dann im Pflegealltag an, wenn sie Pflegenden und Pflegebedürftigen einen echten Nutzen bieten. „Im Fokus steht vor allem die Frage, welche neuen Technologien tatsächlich für die Praxis sinnvoll nutzbar sind, um die Pflege menschlicher und zukunftsfester zu gestalten“, so Gerlach.
Neben der wissenschaftlichen Vernetzung setzt FiPtec auf den Austausch mit Pflegefachpersonen und Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, deren Anforderungen besser kennenzulernen und sie bei der digitalen Transformation zu unterstützen. FiPtec entwickelt außerdem ein Fortbildungsprogramm zur Digitalisierung in der professionellen Pflege. Pflegeeinrichtungen sollen künftig auf qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen können, die Digitalisierungsprojekte begleiten und voranbringen.