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Die Digitalisierung industrieller Prozesse stellt insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vor strukturelle und organisatorische Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat die Hochschule Kempten das Forschungsprojekt „SPAIC – Smart Production AI Cockpit“ gestartet. Ziel des Vorhabens ist es, mithilfe generativer künstlicher Intelligenz eine Plattform zu entwickeln, die Wissen, Ideen und die Zusammenarbeit in Produktionsbetrieben systematisch digital abbildet und weiterentwickelt.
Das Projekt SPAIC wird am Institut für Effiziente Produktionstechnik (EPT) der Hochschule Kempten unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Peter Wurster durchgeführt. Es ist auf eine Laufzeit bis September 2027 angelegt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand gefördert. Die maximale Fördersumme beträgt 280.000 Euro. Als Projektpartner ist die Blu Beyond GmbH beteiligt.
Ausgangspunkt des Projekts ist eine Situation, mit der viele produzierende KMU konfrontiert sind. Der zunehmende Fachkräftemangel trifft auf den altersbedingten Ausscheidungsprozess erfahrener Beschäftigter. Damit geht in vielen Unternehmen implizites Erfahrungswissen verloren, das häufig nicht oder nur unzureichend dokumentiert ist. Für neue Mitarbeitende erschwert dies den Zugang zu bestehenden Abläufen und Produktionslogiken. SPAIC setzt an dieser Schnittstelle an. Mithilfe KI-gestützter Verfahren soll vorhandenes Prozesswissen systematisch erfasst, strukturiert und digital verfügbar gemacht werden. Ziel ist es, unternehmensspezifisches Know-how langfristig zu sichern und für künftige Generationen nutzbar zu halten.
Kern des Projekts ist die Entwicklung einer KI-basierten Plattform, die Unternehmen schrittweise bei der Digitalisierung zentraler Produktions- und Organisationsprozesse unterstützt. Dazu gehören unter anderem das Wissens- und Ideenmanagement sowie die abteilungsübergreifende Kommunikation.
Die Anwendung ist ausdrücklich auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Betriebe ausgerichtet und soll mit überschaubarem Aufwand einsetzbar sein. Die Plattform kombiniert verschiedene KI-Module und ermöglicht es, Prozesse digital abzubilden, zu simulieren und gezielt weiterzuentwickeln. Die Erprobung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern, um eine praxisnahe Umsetzung sicherzustellen.
Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Peter Wurster geht besonders auf den anwendungsorientierten Ansatz von SPAIC ein. „Mit dem Projekt SPAIC bringen wir generative KI dorthin, wo sie realen Mehrwert stiftet: In die Fertigungshallen des produzierenden Mittelstandes. Mit überschaubarem Aufwand können Prozesse digital abgebildet, simuliert und systematisch optimiert werden.“ Ziel sei eine praxisnahe Lösung, die flexibel an unterschiedliche Unternehmensstrukturen angepasst werden kann und das Fertigungspersonal dazu befähigt, direkten Anforderungen in komplexer werdenden Produktionssystemen bestmöglich gerecht zu werden.