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Der Preis „SIEgER – Gerechte Chancen in der Arbeitswelt“ wird von der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Mit dem Preis werden Unternehmen ausgezeichnet, die sich für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf einsetzten. Die Allgäuer Brauerei „Der Hirschbräu“ versteht sich als ein solches chancengerecht geführtes Unternehmen. Deshalb hat sich die Brauerei für die Auszeichnung beworben.
Ziel des Wettbewerbs
Unternehmen, die sich für eine solche Chancengleichheit einsetzen sollen ausgezeichnet und bekannt gemacht werden. Sie sollen eine Vorreiterrolle übernehmen. Sei es nun, dass sie weiblichen Nachwuchs in Männerdomänen gezielt fördern. Oder sich für mehr männlichen Nachwuchs in Frauendomänen einsetzen.
„Chancengerechtigkeit ist der Wettbewerbsvorteil der Zukunft"
So Bayerns Familien- und Frauenministerin Christine Haderthauer. Sie ist zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung und Schirmherrin des Wettbewerbs. „Wir möchten echte Chancengerechtigkeit zwischen Frauen und Männern erreichen. Deshalb müssen wir überkommene Rollenbilder endlich über Bord werfen! Hier sind alle gefragt – auch die Unternehmen. Wer veralteten Rollenbildern nachhängt, muss sich nicht wundern, wenn qualifizierte Fachkräfte zur Konkurrenz gehen, weil dort die Leistung zählt und nicht das Geschlecht. Deshalb haben wir auch den Wettbewerbstitel "SIEgER" gewählt: Die Beschäftigten – „Sie“ und „Er“ – in den chancengerecht geführten Unternehmen gehören zu den Gewinnern. Aber auch die Unternehmen selbst gehören zu den Gewinnern.“
SIEgEr wird im Sommer gewählt
Die Entscheidungsfindung der Regional-Jurys ist in vollem Gange. Wenn die Regional-SIEgER endgültig feststehen, beginnt das Rennen um den bayernweiten SIEgER-Titel. Im Sommer 2011 wird die Jury aus den Finalisten die bayernweiten SIEgER küren.
„Der Hirschbräu“ gilt als aussichtsreicher Bewerber
Denn das Unternehmen gehört einem Bereich an, der immer noch als absolute Männerdomäne gilt. „Der Hirschbräu“ wird seit 2008 von einer Frau geleitet: Claudia Höß-Stückler ist die einzige Frau im Allgäu, die einer Brauerei vorsteht. Dabei agiert die Höß-Stückler mit Herz und Verstand. Sie hat für ihre Angestellten stets ein offenes Ohr. Bei familiären Engpässen, wie zum Beispiel der Pflege kranker Kinder, ist sie zu Kompromissen bereit.
Förderung des weiblichen Nachwuchses
Ein besonderes Herzensanliegen ist es ihr aber, den weiblichen Nachwuchs im Brauereiwesen zu unterstützen. „Mir ist es sehr wichtig, jungen Frauen die Chance zu geben, in einer vermeintlichen ‚Männerdomäne’ Fuß zu fassen. Ich selbst leite seit mittlerweile 17 Jahren unsere Brauerei. Und ganz ehrlich, für mich gibt es keinen schöneren Beruf. Diese Erfahrung möchte ich weitergeben“, erklärt Höß-Stückler.
„Der Hirschbräu“ beschäftigt bereits eine Auszubildende
Im September 2010 stellte „Der Hirschbräu“ die 17-jährige Auszubildende Jana Neubert ein. Damit ist sie die erste weibliche Auszubildende im Allgäu für den Beruf der Brauerin und Mälzerin. Allerdings muss der Nachwuchs auch zur Brauerei passen. Das Geschlecht ist letztlich nicht entscheidend: „Es passiert natürlich nicht so oft, dass sich ein junges Mädchen für eine Ausbildung im Brauwesen interessiert. Als wir Jana kennenlernten, haben uns ihr Engagement und ihre Motivation sofort begeistert. Schließlich hat sie die Ausbildungsstelle bekommen. Das jedoch in erster Linie, weil wir von ihr als Person überzeugt waren. Ob Mädchen oder Junge war egal“, so Claudia Höß-Stückler.
Traumjob gefunden
Auch Jana Neubert ist mit ihrem Ausbildungsbetrieb und ihrem zukünftigen Beruf rundum zufrieden: „Ich wollte etwas Praktisches lernen. Etwas, bei dem ich das Ergebnis sofort sehen oder schmecken kann“, erklärt sie. „Mir macht die Arbeit mit meinen Kollegen sehr viel Spaß. Ich habe meinen Traumberuf gefunden!“