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Eine Stadt zieht um, Herz & Lang
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Herz & Lang GmbH

Eine Stadt zieht um, Herz & Lang

 Dr. Ulrich Netzer (4.v.l.), Hans Henkel (3.v.l.),Delegation aus Kiruna, Dieter Herz (h.r) Foto: Jensen media

Beim Thema energieeffizientes Bauen und Sanieren zählt die Stadt Kempten bundesweit zu den Vorreitern. Eine Delegation aus dem nordschwedischen Kiruna besuchte die Stadt und konnte sich ein Bild davon machen.  Kirunas muss in den nächsten Jahren umziehen. Aber was sind die Gründe für den Umzug einer ganzen Stadt und warum holen Sie sich in Kemtpen Anregungen?

Die Mitglieder der Stadtverwaltung der staatlichen Minengesellschaft waren bei ihrer Visite im Allgäu beeindruckt. Wenn in Kempten der Stadtrat etwas beschließt, dann wird dies auch konsequent umgesetzt. Kommunale Neubauten werden nur noch in Passivhausbauweise ausgeführt und Bestandsgebäude werden mit Hilfe von Passivhauskomponenten nach und nach energetisch optimiert. „Die Gäste aus dem hohen Norden würden sich wünschen, dass ihre Lokalpolitiker auch so beherzt wie deren Kollegen in Kempten für eine nachhaltige Bauweise eintreten“, lautete der Eindruck von Dieter Herz vom Ingenieurbüro Herz & Lang. Der Passivhaus-Fachmann aus Weitnau (Oberallgäu) hatte die Delegation nach einem Treffen mit Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer unter anderem durch den Passivhaus-Kinderhort in St. Mang, die sanierte Robert-Schuhmann sowie das neue Passivhauskompetenzzentrum in der Burgstraße geführt.

Ein Jahrzehntelanger Umzug

Kiruna, eine 20.000-Einwohnerstadt nördlich des Polarkreises, wird bis zum Jahr 2050 fünf Kilometer östlich des jetzigen Standtorts komplett neu errichtet werden. Teile Kirunas sind wegen Eisenerzabbaus langfristig einsturzgefährdet. Darum stehen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, in den nächsten Jahrzehnten eine komplette Stadt an einer anderen Stelle aufzubauen. Sie holen sich dafür Anregungen aus dem Ausland, um diese Mammutaufgabe umsetzen zu können. „Eine gewaltige Aufgabe, aber auch eine einmalige Chance“, meint Simone Kreutzer. Die deutschstämmige Architektin und Bauingenieurin, die seit zwölf Jahren in Skandinavien lebt, ist Geschäftsführerin der schwedischen IG Passivhaus. Sie selbst hat die Exkursion ins Allgäu und in das angrenzende Österreich organisiert. Momentan, berichtete die Delegationsleiterin, stehe der Neubau der Gemeindehauses an, bei dem noch nicht fest steht, welchen Energiestandard das Gebäude letztlich erfüllen soll.

Kempten hat es vorgemacht

In der Tat, so Simone Kreutzer, fehle in Kiruna eine ähnlich treibende Kraft wie Oberbürgermeister Netzer in Kempten, um die Passivhausidee dort voranzubringen. Allerdings weiß die Expertin, dass es angesichts der klimatischen Voraussetzungen in Kiruna auch schwieriger als in Kempten sei, die strengen Passivhaus-Kriterien zu erfüllen. „In Kiruna ist es im Winter über Monate hinweg dunkel. Die solaren Gewinne, die wichtig für das Funktionieren des Passivhausprinzips sind, fehlen ganz einfach. Und zudem kann es über Wochen hinweg 20 Grad Minus haben.“ Gerade bei diesen Bedingungen habe das Passivhaus-Prinzip zu bieten, wies Dieter Herz darauf hin: nämlich die Minimierung der Wärmeverluste durch eine hochwärmedämmende, luftdichte und wärmebrückenfreie Hülle sowie eine hocheffiziente Technik.

In der Entwicklung stehen geblieben

Die schwedischen Baustandards seien an für sich hoch, betonte Simone Kreutzer. Diesen Eindruck hat auch Dieter Herz. In schwedischen Häusern werden schon seit 30 Jahren Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung eingebaut, während sich in Deutschland erst langsam die Vorteile dieser Geräte herumsprechen. Allerdings, so der Allgäuer Passivhaus-Pionier, hätten sich die Schweden in letzter Zeit mit „einem gewissen Maß an Selbstzufriedenheit zurückgelehnt und so manche Entwicklung verschlafen“.

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