Unsere Familienunternehmen | Teil 4

Dachser: Standorttreue in Kempten seit 90 Jahren

Familienunternehmen halten unserer Region über Generationen hinweg die Treue. Was sie erfolgreich gemacht hat und was Bayerisch-Schwaben für sie bedeutet, beantwortet die neue Serie „Unsere Familienunternehmen“. Diesmal: Der Logistiker Dachser aus Kempten.

Dr. Andreas Froschmayer ist bei Dachser als Corporate Director Corporate Development Strategy & PR aktiv. Im Interview verrät er, wie Dachser vom Ein-Mann-Unternehmen zum Global Player wurde. Und warum das Unternehmen damit rechnet, die Corona-Krise gut zu überstehen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat die Geschichte von Dachser begonnen?

Andreas Froschmayer: Begonnen hat alles vor 90 Jahren. Thomas Dachser hat damals das Fuhrunternehmen Dachser 1930 in Kempten als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Seither ist das Unternehmen hier im Oberallgäu nach wie vor mit seinem Head Office ansässig.

In der wievielten Generation wird das Unternehmen derzeit geführt?

Mit Bernhard Simon als CEO steht aktuell der Enkel des Firmengründers an der Spitze des Unternehmens. Dieser wechselt im nächsten Jahr dann den Verwaltungsrat. Burkhard Eling, aktuell CFO, folgt ihm schließlich zum 1. Januar 2021 als CEO nach.

Wann kam der größte Wachstumsschub?

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Für Dachser gab es mehrere Epochen, die jeweils stark im Zeichen von Wachstum standen. Als „erste“ Epoche würde ich den Weg von einem Ein-Mann-Transportunternehmen bis hin zum internationalisierten Transportunternehmen in den 1990er-Jahren bezeichnen. Denn ab da entwickelte sich Dachser zu einem europäischen Netzwerkanbieter. In dieser Zeit verfolgte der Logistiker im Rahmen einer Internationalisierungsstrategie das Ziel, an allen relevanten Industriestandorten der Erde eigene Standorte zu entwickeln. Der Eintritt in die Klasse zum europäischen Champion erfolgte mit der damals historisch bedeutsamen Akquisition des französischen Unternehmens Graveleau.

Seit wann kann man bei Dachser von einem Global Player sprechen?

Etwa ab 2005. Seither entwickelt sich Dachser immer weiter zum Global Player und verfolgt die Internationalisierung des Familienunternehmens aus dem Allgäu. Diese setzte mit der Akquisition und Integration von Azkar, dem führenden Logistiker auf der iberischen Halbinsel, einen wesentlichen Meilenstein nach der Akquisition des französischen Unternehmens Graveleau. Nur wer in den beiden wichtigsten Märkten Europas gleichermaßen etabliert ist, kann auf Wachstum in Europa setzen und den Markt gestalten. Damit war der Übergang von der bisherigen Stammhausstruktur zu einer internationalen und zukunftsfähigen Konzernführungsstruktur eingeleitet.

Hat sich der Fokus der Dienstleistungen seit der Gründung gewandelt?

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Die Geschichte von Dachser begann als klassischer Spediteur mit dem Transport von Waren. Im Zuge der Internationalisierung entwickelte sich das Unternehmen dann immer weiter zum Logistikdienstleister, der die weltweiten Warenströme seiner Kunden aus den verschiedensten Branchen organisiert. Heute umfasst das Geschäftsmodell von Dachser Transportlogistik für die Distribution und Beschaffung, Warehousing sowie kundenindividuelle Zusatzdienstleistungen, sogenannte Value-Added-Services.

Gibt es eine bestimmte Dachser-Strategie, die zum Erfolg des Unternehmens geführt hat?

Was Dachser besonders ausmacht, sind die Bindung und Loyalität der Führungskräfte und der Mitarbeiter zum Unternehmen. Sie sind das Ergebnis einer Unternehmenskultur, die einerseits historisch gewachsen ist, die andererseits auch normativ vorgelebt und dann in der Kommunikation mit allen geteilt wird. Eine Unternehmensmission und gelebte Werte bilden die Grundlage für Entscheidungen, welche wiederum das tägliche Arbeiten bestimmen.

Stehen die Chancen deshalb auch gut, dass die kommende Generation in das Unternehmen einsteigt?

In der Verfassung des Unternehmens sind die Einflusssphären genau festgelegt. Das Unternehmen ist auf eine Führung durch externe Manager ausgerichtet. Für Familienmitglieder gilt, dass sie nur ins Unternehmen eintreten können, wenn sie die Position des CEO übernehmen wollen. Sie werden aber gern in das Unternehmen eingeladen, um dort ihre ersten Berufserfahrungen zu sammeln und ihren ersten Abschluss zu machen. Dadurch entsteht eine enge Bindung auf beiden Seiten. Bernhard Simon, CEO, und sein Stellvertreter Michael Schilling, COO Road Logistics, werden nach 31 Jahren der engen Zusammenarbeit in operativen Führungspositionen bei Dachser 2021 gemeinsam in den Verwaltungsrat des Logistikdienstleisters eintreten. Bernhard Simon wird dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen.

Welche Vorteile haben Familienunternehmen zu fremdgeführten Unternehmen?

In einem Familienunternehmen denkt und handelt die Unternehmensführung langfristig und ist nicht an kurzfristigen Gewinnen interessiert. Das sorgt für eine nachhaltige Rentabilität und Stabilität. Arbeitsplätze lassen sich so besser schaffen und bewahren, und auch eine nachhaltige Unternehmenspolitik und die Unternehmenskultur, wie sie auch Dachser auszeichnet, lassen sich besser realisieren und bewahren als in einer Publikumsgesellschaft.

Gerade jetzt durchlebt die Wirtschaft eine schwere Zeit. Wie geht Dachser mit der Coronakrise um?

Bislang ist es Dachser gelungen, das komplette Netz betriebsbereit zu halten, sodass unsere Kunden nahezu keine Einschränkungen im Service hinnehmen mussten und müssen. Grundlage dafür ist, dass wir frühzeitig in allen Niederlassungen umfassende Hygienekonzepte, Schichttrennungen und Abstandsregelungen eingeführt haben und diese von der Belegschaft diszipliniert und mit hoher Motivation umgesetzt werden. Wir haben auch frühzeitig unseren Transportunternehmern kommuniziert, dass sie weiter mit uns planen können, und wir sie im Bedarfsfall auch mit Beratung und Maßnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität unterstützen werden.

Konnte Dachser Erfahrungen aus anderen Krisen nutzen?

Allerdings. Wir wissen aus der großen Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/09, dass die Logistik – und insbesondere Dachser als Familienunternehmen – in schweren Zeiten ein wertvoller Anker für Stabilität und Sicherheit ist. Wir nehmen diese Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern sowie unserem gesellschaftlichen Umfeld ernst. So haben wir die Krise vor über zehn Jahren überwunden, und so werden wir es auch diesmal tun.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat die Geschichte von Dachser begonnen?

Andreas Froschmayer: Begonnen hat alles vor 90 Jahren. Thomas Dachser hat damals das Fuhrunternehmen Dachser 1930 in Kempten als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Seither ist das Unternehmen hier im Oberallgäu nach wie vor mit seinem Head Office ansässig.

In der wievielten Generation wird das Unternehmen derzeit geführt?

Mit Bernhard Simon als CEO steht aktuell der Enkel des Firmengründers an der Spitze des Unternehmens. Dieser wechselt im nächsten Jahr dann den Verwaltungsrat. Burkhard Eling, aktuell CFO, folgt ihm schließlich zum 1. Januar 2021 als CEO nach.

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Seit wann kann man bei Dachser von einem Global Player sprechen?

Etwa ab 2005. Seither entwickelt sich Dachser immer weiter zum Global Player und verfolgt die Internationalisierung des Familienunternehmens aus dem Allgäu. Diese setzte mit der Akquisition und Integration von Azkar, dem führenden Logistiker auf der iberischen Halbinsel, einen wesentlichen Meilenstein nach der Akquisition des französischen Unternehmens Graveleau. Nur wer in den beiden wichtigsten Märkten Europas gleichermaßen etabliert ist, kann auf Wachstum in Europa setzen und den Markt gestalten. Damit war der Übergang von der bisherigen Stammhausstruktur zu einer internationalen und zukunftsfähigen Konzernführungsstruktur eingeleitet.

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Gibt es eine bestimmte Dachser-Strategie, die zum Erfolg des Unternehmens geführt hat?

Was Dachser besonders ausmacht, sind die Bindung und Loyalität der Führungskräfte und der Mitarbeiter zum Unternehmen. Sie sind das Ergebnis einer Unternehmenskultur, die einerseits historisch gewachsen ist, die andererseits auch normativ vorgelebt und dann in der Kommunikation mit allen geteilt wird. Eine Unternehmensmission und gelebte Werte bilden die Grundlage für Entscheidungen, welche wiederum das tägliche Arbeiten bestimmen.

Stehen die Chancen deshalb auch gut, dass die kommende Generation in das Unternehmen einsteigt?

In der Verfassung des Unternehmens sind die Einflusssphären genau festgelegt. Das Unternehmen ist auf eine Führung durch externe Manager ausgerichtet. Für Familienmitglieder gilt, dass sie nur ins Unternehmen eintreten können, wenn sie die Position des CEO übernehmen wollen. Sie werden aber gern in das Unternehmen eingeladen, um dort ihre ersten Berufserfahrungen zu sammeln und ihren ersten Abschluss zu machen. Dadurch entsteht eine enge Bindung auf beiden Seiten. Bernhard Simon, CEO, und sein Stellvertreter Michael Schilling, COO Road Logistics, werden nach 31 Jahren der engen Zusammenarbeit in operativen Führungspositionen bei Dachser 2021 gemeinsam in den Verwaltungsrat des Logistikdienstleisters eintreten. Bernhard Simon wird dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen.

Welche Vorteile haben Familienunternehmen zu fremdgeführten Unternehmen?

In einem Familienunternehmen denkt und handelt die Unternehmensführung langfristig und ist nicht an kurzfristigen Gewinnen interessiert. Das sorgt für eine nachhaltige Rentabilität und Stabilität. Arbeitsplätze lassen sich so besser schaffen und bewahren, und auch eine nachhaltige Unternehmenspolitik und die Unternehmenskultur, wie sie auch Dachser auszeichnet, lassen sich besser realisieren und bewahren als in einer Publikumsgesellschaft.

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Bislang ist es Dachser gelungen, das komplette Netz betriebsbereit zu halten, sodass unsere Kunden nahezu keine Einschränkungen im Service hinnehmen mussten und müssen. Grundlage dafür ist, dass wir frühzeitig in allen Niederlassungen umfassende Hygienekonzepte, Schichttrennungen und Abstandsregelungen eingeführt haben und diese von der Belegschaft diszipliniert und mit hoher Motivation umgesetzt werden. Wir haben auch frühzeitig unseren Transportunternehmern kommuniziert, dass sie weiter mit uns planen können, und wir sie im Bedarfsfall auch mit Beratung und Maßnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität unterstützen werden.

Konnte Dachser Erfahrungen aus anderen Krisen nutzen?

Allerdings. Wir wissen aus der großen Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/09, dass die Logistik – und insbesondere Dachser als Familienunternehmen – in schweren Zeiten ein wertvoller Anker für Stabilität und Sicherheit ist. Wir nehmen diese Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern sowie unserem gesellschaftlichen Umfeld ernst. So haben wir die Krise vor über zehn Jahren überwunden, und so werden wir es auch diesmal tun.

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