Forschungsprojekt

Allgäu: Wie ist das Reiseverhalten deutscher Touristen?

Das Bayerische Zentrum für Tourismus am Standort Kempten im Allgäu beweist durch eine Umfrage: die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Aber welche Trends und Reiseverhalten sind in Zukunft zu erwarten?

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Wie aktuelle Umfragen des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) im Allgäu und der ReiseAnalyse zeigen, ist die Reiselust der Deutschen ungebrochen. Allerdings führen die derzeit geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu weitreichenden Reiseeinschränkungen. Wie geht es weiter, welche Trends und welches Reiseverhalten sind zukünftig zu erwarten? Diesen und anderen Fragen stellten sich Wissenschaftler während der digitalen Konferenz unter Leitung von Prof. Dr. Alfred Bauer vom Bayerischen Zentrum für Tourismus.

Gesundheit als wesentlicher Sicherheitsaspekt

Wie tickt der Tourist nach einem Jahr Pandemie? Reiseentscheidungen basierten auch bereits vor der Pandemie sehr stark auf individuellen Bedürfnissen – die Pandemie hat „Sicherheit“ und „Gesundheit“ in den Mittelpunkt der Reiseentscheidung gerückt. Beide Aspekte beeinflussen die Wahl der Destination und der Urlaubsart, das beweist die Umfrage. „Das Reisen ist von persönlichen Bedürfnissen getrieben, die durch die Corona-Pandemie lediglich unterdrückt wurden", so Dr. Marion Karl vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München.

39 Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr verreisen

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bayerischen Zentrums für Tourismus aus dem März 2021 wollen rund 39 Prozent der Deutschen auf jeden Fall noch in diesem Jahr verreisen. 28 Prozent möchten zwar verreisen, warten aber noch ab. „Diese Personengruppe ist insbesondere aufgrund der Reiseeinschränkungen und den politischen Regelungen wie Quarantäneauflagen zögerlich. Wenn sie nicht verreisen, möchten sie zumindest Tagesausflüge in ihrem Sommerurlaub unternehmen“, dokumentierte Cathrin Schiemenz vom Bayerischen Zentrum für Tourismus das Verhalten der Reisenden.

Junge Generation besonders betroffen

Besonders von den Restriktionen der Pandemie betroffen sei die junge Generation: Aus einer nicht repräsentativen Umfrage unter Erstsemesterstudierenden in Bayern lässt sich ableiten, dass innerhalb der Generation Z, also Geburtenjahrgänge zwischen 1995 und 2010, weniger die Erholung beim Reisen, sondern vielmehr das Interesse an anderen Kulturen, Landschaften und Menschen eine Rolle bei der Reiseentscheidung spielt.

Diese Rolle spielt die Nachhaltigkeit beim Reisen

Schiemenz berichtete weiterhin, dass in beiden Umfragen auch nach Aspekten der Nachhaltigkeit beim zukünftigen Reiseverhalten gefragt wurde. Die Studienergebnisse aus dem März zeigen, dass 33 Prozent schon jetzt das Thema Nachhaltigkeit beim Reisen berücksichtigen. „Rund die Hälfte gibt jedoch an, dass sie bisher nicht darauf geachtet haben und auch zukünftig nichts ändern werden“, ein Trend, der trotz Corona nicht beeinflusst werden konnte. Die jüngere Generation nimmt das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus ernst. Angeregt durch die Corona-Pandemie haben zwei Drittel der Erstsemesterstudierenden im Alter von 25 Jahren oder jünger über ihr zukünftiges Reiseverhalten nachgedacht. 50 Prozent von ihnen möchten zukünftig mehr auf Nachhaltigkeit beim Reisen achten.

Reisetrends im Jahr 2030

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„Der Wunsch zum Reisen, eine hohe Konsumpriorität und vielfältige Gestaltungswünsche sind als Trends zu beobachten“, skizzierte Ulf Sonntag von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. die Reisetrends für 2030. „Der zukünftige Markt wird durch sich wandelnde Zielgruppen, einer zunehmenden Bedeutung von Kurzurlaubsreisen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Tourismus noch dynamischer werden“, so Sonntag. Den Touristen der Zukunft beschreibt der Tourismusforscher als multioptional, flexibel, bunter, älter, always online, reisekompetent, motiviert, interessiert und familiengeprägt.

Corona als Chance für Tourismus in Bayern

„Die Corona-Pandemie war und ist eine Chance für den Inlandstourismus und somit auch für den Tourismus in Bayern. Jetzt gilt es, neue Gäste zu gewinnen beziehungsweise die Menschen zu begeistern, die seit längerer Zeit keinen Urlaub im eigenen Land gemacht haben“, merkte Sonntag an. Er betont auch, dass sich Auslandsreisen, sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau einpendeln werden. Die Urlaubsmotive und Bedürfnisse der Touristen blieben unverändert und hätten durch die Corona-Pandemie sogar an Bedeutung gewonnen. Bei der Wahl des Verkehrsmittels oder der Unterkunft werde es dauerhaft wenige Veränderungen geben.

Wertschätzung für Reisen soll höher werden

„Evolution statt Revolution: (Notwendige) Veränderungen werden schleichend kommen, nicht ad hoc. Nachhaltigkeit im Tourismus ist ein wichtiges Handlungsfeld. Es bleibt zu hoffen, dass die Akzeptanz für entsprechende Maßnahmen zunimmt, die Wertschätzung für das Reisen insgesamt einen hohen Stellenwert einnimmt und die Angebotsseite als auch die Politik zukunftsfähige Lösungen und Konzepte finden, die das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz priorisieren“ resümierte Prof. Dr. Alfred Bauer, Vorsitzender des Bayerischen Zentrums für Tourismus.

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Gesundheit als wesentlicher Sicherheitsaspekt

Wie tickt der Tourist nach einem Jahr Pandemie? Reiseentscheidungen basierten auch bereits vor der Pandemie sehr stark auf individuellen Bedürfnissen – die Pandemie hat „Sicherheit“ und „Gesundheit“ in den Mittelpunkt der Reiseentscheidung gerückt. Beide Aspekte beeinflussen die Wahl der Destination und der Urlaubsart, das beweist die Umfrage. „Das Reisen ist von persönlichen Bedürfnissen getrieben, die durch die Corona-Pandemie lediglich unterdrückt wurden", so Dr. Marion Karl vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München.

39 Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr verreisen

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bayerischen Zentrums für Tourismus aus dem März 2021 wollen rund 39 Prozent der Deutschen auf jeden Fall noch in diesem Jahr verreisen. 28 Prozent möchten zwar verreisen, warten aber noch ab. „Diese Personengruppe ist insbesondere aufgrund der Reiseeinschränkungen und den politischen Regelungen wie Quarantäneauflagen zögerlich. Wenn sie nicht verreisen, möchten sie zumindest Tagesausflüge in ihrem Sommerurlaub unternehmen“, dokumentierte Cathrin Schiemenz vom Bayerischen Zentrum für Tourismus das Verhalten der Reisenden.

Junge Generation besonders betroffen

Besonders von den Restriktionen der Pandemie betroffen sei die junge Generation: Aus einer nicht repräsentativen Umfrage unter Erstsemesterstudierenden in Bayern lässt sich ableiten, dass innerhalb der Generation Z, also Geburtenjahrgänge zwischen 1995 und 2010, weniger die Erholung beim Reisen, sondern vielmehr das Interesse an anderen Kulturen, Landschaften und Menschen eine Rolle bei der Reiseentscheidung spielt.

Diese Rolle spielt die Nachhaltigkeit beim Reisen

Schiemenz berichtete weiterhin, dass in beiden Umfragen auch nach Aspekten der Nachhaltigkeit beim zukünftigen Reiseverhalten gefragt wurde. Die Studienergebnisse aus dem März zeigen, dass 33 Prozent schon jetzt das Thema Nachhaltigkeit beim Reisen berücksichtigen. „Rund die Hälfte gibt jedoch an, dass sie bisher nicht darauf geachtet haben und auch zukünftig nichts ändern werden“, ein Trend, der trotz Corona nicht beeinflusst werden konnte. Die jüngere Generation nimmt das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus ernst. Angeregt durch die Corona-Pandemie haben zwei Drittel der Erstsemesterstudierenden im Alter von 25 Jahren oder jünger über ihr zukünftiges Reiseverhalten nachgedacht. 50 Prozent von ihnen möchten zukünftig mehr auf Nachhaltigkeit beim Reisen achten.

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Corona als Chance für Tourismus in Bayern

„Die Corona-Pandemie war und ist eine Chance für den Inlandstourismus und somit auch für den Tourismus in Bayern. Jetzt gilt es, neue Gäste zu gewinnen beziehungsweise die Menschen zu begeistern, die seit längerer Zeit keinen Urlaub im eigenen Land gemacht haben“, merkte Sonntag an. Er betont auch, dass sich Auslandsreisen, sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau einpendeln werden. Die Urlaubsmotive und Bedürfnisse der Touristen blieben unverändert und hätten durch die Corona-Pandemie sogar an Bedeutung gewonnen. Bei der Wahl des Verkehrsmittels oder der Unterkunft werde es dauerhaft wenige Veränderungen geben.

Wertschätzung für Reisen soll höher werden

„Evolution statt Revolution: (Notwendige) Veränderungen werden schleichend kommen, nicht ad hoc. Nachhaltigkeit im Tourismus ist ein wichtiges Handlungsfeld. Es bleibt zu hoffen, dass die Akzeptanz für entsprechende Maßnahmen zunimmt, die Wertschätzung für das Reisen insgesamt einen hohen Stellenwert einnimmt und die Angebotsseite als auch die Politik zukunftsfähige Lösungen und Konzepte finden, die das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz priorisieren“ resümierte Prof. Dr. Alfred Bauer, Vorsitzender des Bayerischen Zentrums für Tourismus.

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