Trotz Corona

Wirtschaft im Ostallgäu zeigt sich robust im Außenhandel

Zähe Brexit-Verhandlungen, weltweite Handelskonflikte und eine Pandemie, die zeitweise ganze Lieferketten lahmlegte: Die Wirtschaft im Ostallgäu ist weiterhin robust. Die IHK Schwaben hat nun ein Resümee gezogen.

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Die exportorientiere Wirtschaft im Ostallgäu und in Kaufbeuren zeigt sich trotz großer Herausforderungen im vergangenen Jahr robust. Das belegt die Zahl der Außenhandelsdokumente, die die IHK Schwaben für das Jahr 2020 ausgestellt hat. „Viele Unternehmen aus der Region sind breit aufgestellt und verfügen über stabile Geschäftsbeziehungen in alle Welt“, sagt Peter Leo Dobler, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren/Ostallgäu. „Das macht sie resilient gegen Krisen aller Art. Genau davon profitieren unsere Unternehmen nun.“

Umfang der Außenhandelsaktivitäten der Wirtschaft

Die IHK Schwaben hat im Jahr 2020 mehr als 55.300 Exportdokumente ausgestellt. Die Zahl ist ein Indikator für den Umfang der Außenhandelsaktivitäten der heimischen Wirtschaft. Sie ist im vergangenen Jahr leicht rückläufig gewesen, erreichte aber trotz aller Krisenmeldungen schwabenweit 85 Prozent des Vorjahresniveaus. Allein in der Regionalgeschäftsstelle in Kaufbeuren wurden mehr als 1.900 Exportdokumente beantragt. „Das belegt, dass die Unternehmen zwar den allgemeinen konjunkturellen Abschwung zu spüren bekamen. Sie konnten aber den befürchteten massiven Einbruch beim Export überwiegend abwenden“, sagt Gerhard Schlichtherle, Vize-Präsident der IHK Schwaben. Bayernweit waren die Exportzahlen 2020 um mehr als 11 Prozent eingebrochen, wie die aktuelle Auswertung des Landesamts für Statistik zeigt. Zuletzt war aber wieder ein deutlicher Aufwärtstrend spürbar, der sich auch für Bayerisch-Schwaben abzeichnet.

Unternehmen leiden unter fehlenden Messen und Reisebeschränkungen

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Der Außenhandel hat für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft einen hohen Stellenwert. Rund 3.000 Unternehmen sind auf ausländischen Märkten aktiv. Mehr als jeden zweiten Euro verdient die heimische Industrie im Ausland. Vor allem der Maschinenbau, die Bereiche Automotive, Logistik oder Infrastruktur, aber auch die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sind im Ostallgäu stark vom internationalen Geschäft geprägt.

Unternehmen fehlt direkter Austausch

In der jährlichen bundesweiten IHK-Umfrage „Going International“ nannte jeweils ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben dies als größte Hemmnisse. „Den Unternehmen fehlt dadurch die Möglichkeit, im direkten Austausch mit den Partnern neue Projekte anzustoßen und Aufträge zu akquirieren“, betont Dobler. Auch die aufgrund der Corona-Krise geringere Nachfrage und verschobenen Investitionen belasten das Geschäft. Jedes fünfte Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben gab in der Umfrage an, unter Lieferkettenschwierigkeiten zu leiden. Darauf reagierten die Betriebe, indem sie ihre Lager aufstockten oder zusätzliche Lieferanten für sich gewannen. Die Verlagerung der Produktion ins eigene Unternehmen spielt dagegen kaum eine Rolle.

Nachfrage aus China zieht stark an

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Generell sehen die Unternehmen die verstärkten Zertifizierungs- und Sicherheitsanforderungen im internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr als größte Hemmnisse für ihr Geschäft. „Solche Handelsbarrieren führen zu höheren Kosten und längeren Lieferzeiten im Auslandsgeschäft. Die überbordende Bürokratie belastet die Wirtschaft in dieser schwierigen Situation somit zusätzlich“, sagt Björn Athmer, Regionalgeschäftsführer der IHK im Allgäu. Trotzdem blicken die exportorientierten Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft, wie die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben zeigt. Die Nachfrage insbesondere aus China zieht derzeit stark an. 40 Prozent der Unternehmen erwarten bei ihren Geschäften mit Fernost einen Umsatzzuwachs. Dagegen schwächeln die europäischen Märkte weiter. Daran wird sich nach Einschätzung der befragten Unternehmen in den kommenden Monaten wenig ändern. Für das USA-Geschäft rechnet der überwiegende Teil der Unternehmen mit einem leichten Aufwärtstrend.

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Unternehmen fehlt direkter Austausch

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Nachfrage aus China zieht stark an

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