Unternehmerabend

Ostallgäu beleuchtet Chancen des E-Commerce für den Handel

Projektleiter Christian Dosch. Foto: Susanne Mölle Fotografie
Wie lässt sich die Digitalisierung nutzen, um neue Geschäftsmodelle im Handel zu entwickeln? Wie profitieren Unternehmen in den Bereichen B2C und B2B davon? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Unternehmerabends zum Thema E-Commerce.

Rund 100 Interessenten nahmen am Unternehmerabend teil. Christian Dosch von „Allgäu Digital – Digitales Zentrum Schwaben“ und die weiteren Veranstalter InnovaPark, Wirtschaftsjunioren Kaufbeuren/Ostallgäu, Landkreis Ostallgäu und Stadt Kaufbeuren freuten sich über das hohe Interesse. Das zeige, wie relevant das Thema für die regionale Geschäftswelt sei.

Online auffindbar sein als A und O

Als erster Redner übernahm Dr. Ernst Stahl aus Regensburg von der ibi Research GmbH das Mikro. Er verdeutlichte, weshalb nicht jeder Händler bei einem Online-Marktplatz mitmachen kann oder muss. Unverzichtbar und gut umsetzbar sei aus seiner Sicht jedoch, digital besser auffindbar zu werden, denn: „Ein stationärer Händler, der online nicht auffindbar ist, findet gerade bei jüngeren Käufern nicht mehr statt.“ Als Beispiel nannte er eine kleine fränkische Metzgerei, die über 50 Prozent des Umsatzes online beziehungsweise im Versandgeschäft macht. Das gelingt ausschließlich mit Eigenprodukten.

Onlineshops auch für Geschäftskunden relevant

Marcel Dorocz von FDI Digital Business e.K. zeigte am Beispiel eines Allgäuer Maschinenbauers auf, wie der gesamte Betriebs- und Produktionsprozess ausgehend vom Onlineshop für Geschäftskunden (B2B) digitalisiert werden kann. So konfigurieren die Kunden ihre Produkte von den Leistungsmerkmalen bis hin zur Farbe komplett online. Alle Informationen gehen direkt in die Produktion, wo mit kurzer Reaktionszeit produziert und versandt wird.

Onlinegeschäft ermöglicht Ladenlokal

Martin Reichle, Gründer und Inhaber des Kaufbeurer Unternehmens GenXtreme, wendet sich mit seinen Produkten an Geschäfts- und Privatkunden. Er hat sich einen Onlinehandel für hochwertige Arbeits- und Outdoorbekleidung aufgebaut. Für nachhaltiges Wachstum setzt Reichle auf Brand Identity (Markenidentität), Performance Marketing und Customer Centricity (Kundenzentrierung). Der Erfolg seines Onlinegeschäftes ermöglichte sowohl die Eröffnung eines Ladenlokals als auch die Etablierung einer wachsenden Eigenmarke.

Onlineshop darf kein „Satellitengeschäft“ werden

Tenor des Abends war, dass es nicht sinnvoll sei, als stationärer Händler einen Onlineshop als „Satellitengeschäft“ zu betreiben. Wer erfolgreich in den E-Commerce einsteigen möchte, müsse auch die übrigen Geschäftsprozesse digitalisieren und verknüpfen.

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