Handel mit Großbritannien

IHK Schwaben warnt Betriebe: Harter Brexit ist wahrscheinlich

Die IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der Brexit rückt immer näher. Großbritannien und die EU haben sich kürzlich auf den Entwurf eines Austrittsabkommens geeinigt. Die Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft kann trotzdem nicht aufatmen.

Mit der Zustimmung der europäischen Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Sondergipfel am Sonntag hat das Austrittsabkommen eine weitere Hürde genommen. Laut der Industrie- und Handelskammer Schwaben darf dennoch weiterhin stark bezweifelt werden, ob das britische Parlament dem Abkommen mit der erforderlichen Mehrheit zustimmen wird.

Harter Brexit sei wahrscheinlich

„Der harte Brexit ohne Austrittsabkommen ist mittlerweile das wahrscheinliche Szenario“, sagt Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International. „Wenn das britische Parlament dem aktuellen Vertrag nicht zustimmt, ist offen, wann ein ‚No-Deal-Brexit‘ stattfinden würde“, so Lovell weiter. Im Falle von Neuwahlen ist nach Ansicht der IHK denkbar, dass eine Folgeregierung darum bittet, den Brexit vom 29. März 2019 nach hinten zu verschieben. Mit Blick auf die im Mai anstehenden Europawahlen ergibt sich daraus jedoch eine zusätzliche Komplexität.

Unternehmen müssen sich vorbereiten

Die IHK Schwaben empfiehlt betroffenen Betrieben daher weiterhin, sich auf einen ungeregelten Brexit vorzubereiten. Eine besonders große Umstellung bedeutet der Brexit für in Großbritannien aktive Unternehmen, die bisher ausschließlich auf dem Europäischen Binnenmarkt tätig waren. „Gerade für diese Unternehmen ist es an der Zeit, sich mit den Export-Regeln zu beschäftigen und Grundlagenwissen im Zollrecht aufzubauen“, rät Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International. 

Weniger Handel mit Großbritannien

Seit dem Brexit-Referendum in 2016 sinkt das Handelsvolumen Bayerns mit dem Vereinigten Königreich. Auf der Rangliste der wichtigsten Handelspartner nimmt das Land Rang 7 ein. 2016 lag das Vereinigte Königreich auf Platz 5.

Obwohl die bayerischen Gesamt-Ex- und -Importe während der ersten neun Monate diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positive Zuwächse verzeichnen, liegen die Handelszahlen mit dem Vereinigten Königreich deutlich unter den Werten des Vorjahrs. Von Januar bis September 2018 gingen die Exporte um 6,5 Prozent zurück und die Importe um 7,3 Prozent. Rund 500 Firmen aus Bayerisch-Schwaben unterhalten aktive Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich.

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Unternehmen müssen sich vorbereiten

Die IHK Schwaben empfiehlt betroffenen Betrieben daher weiterhin, sich auf einen ungeregelten Brexit vorzubereiten. Eine besonders große Umstellung bedeutet der Brexit für in Großbritannien aktive Unternehmen, die bisher ausschließlich auf dem Europäischen Binnenmarkt tätig waren. „Gerade für diese Unternehmen ist es an der Zeit, sich mit den Export-Regeln zu beschäftigen und Grundlagenwissen im Zollrecht aufzubauen“, rät Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International. 

Weniger Handel mit Großbritannien

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Obwohl die bayerischen Gesamt-Ex- und -Importe während der ersten neun Monate diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positive Zuwächse verzeichnen, liegen die Handelszahlen mit dem Vereinigten Königreich deutlich unter den Werten des Vorjahrs. Von Januar bis September 2018 gingen die Exporte um 6,5 Prozent zurück und die Importe um 7,3 Prozent. Rund 500 Firmen aus Bayerisch-Schwaben unterhalten aktive Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich.

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