Große Verunsicherung

Große Unsicherheit: IHK Schwaben befürchtet harten Brexit

Der Sitz der IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Unsicherheit bezüglich des bevorstehenden Brexits Ende März 2019 lässt die schwäbischen Unternehmer nicht los. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK).

Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben ist weiterhin im Unklaren, was mit dem Brexit auf sie zukommt. Denn auch der letzte EU-Gipfel brachte keine Klarheit für die Brexit-Verhandlungen. Die Wirtschaft drängt jedoch auf verlässliche Regelungen für die Zeit nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Die IHK Schwaben rät den rund 500 Firmen aus Bayerisch-Schwaben mit aktiven Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich deshalb, sich mit einem Notfallplan auf das Szenario eines „harten Brexits“ vorzubereiten. Damit kämen Grenzkontrollen, Zölle, mehr Bürokratie und deutlich höhere Kosten auf die Wirtschaft zu.

Unternehmen brauchen Grundlagenwissen im Zollrecht

Eine besonders große Umstellung bedeutet der Brexit für in Großbritannien aktive Unternehmen, die bisher ausschließlich auf dem Europäischen Binnenmarkt tätig waren. „Gerade für diese Unternehmen ist es an der Zeit, sich mit den Export-Regeln zu beschäftigen und Grundlagenwissen im Zollrecht aufzubauen“, rät Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International.

Großteil der Unternehmer ist weiterhin verunsichert

Die konkreten Auswirkungen des Brexits sind noch immer nicht absehbar. Das gab etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer an. 87 Prozent der Unternehmer sprechen sich dafür aus, dass zusätzliche Kostenbelastungen durch Zölle und Steuern verhindert werden sollten. Genau so viele Unternehmen befürchten mehr Bürokratie wie Zollanmeldungen oder Zulassungsverfahren. „Insbesondere Firmen mit verflochtenen Lieferströmen entlang der Wertschöpfungskette können die Rahmenbedingungen für ihre künftigen Lieferungen nicht belastbar planen. Nicht kalkulierbar sind derzeit auch die Kosten, die in Folge von Zollabfertigungen und verbundenen Wartezeiten an der EU-Außengrenze entstehen würden“, berichtet Lovell.

Handelsvolumen Bayerns mit dem Vereinigten Königreich nimmt ab

Schon jetzt äußert sich die Verunsicherung in der Wirtschaft durch rückläufige Außenhandelszahlen. So sinkt das Handelsvolumen Bayerns mit dem Vereinigten Königreich seit dem Brexit-Referendum in 2016 immer weiter ab. Auf der Rangliste der wichtigsten Handelspartner nimmt das Land nunmehr Rang sieben ein, 2016 lag das Vereinigte Königreich noch auf Platz fünf. Obwohl die bayerischen Gesamt-Ex- und -Importe während der ersten acht Monate diesen Jahres deutlich gewachsen sind, liegen die Handelszahlen mit dem Vereinigten Königreich deutlich unter den Werten des Vorjahrs.

IHK und Hauptzollamt unterstützen mit Handlungsempfehlungen

Mithilfe einer IHK-Online-Checkliste können Unternehmen prüfen, ob sie alle Folgen des Brexit berücksichtigt haben. Zusätzlich bereitet die IHK Schwaben zum Jahreswechsel in Kooperation mit dem Hauptzollamt Augsburg schwabenweit Informationsveranstaltungen vor. So sollen die Unternehmen aus der Region möglichst konkret auf das Brexit-Szenario vorbereitet werden und Handlungsempfehlungen bekommen.

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Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben ist weiterhin im Unklaren, was mit dem Brexit auf sie zukommt. Denn auch der letzte EU-Gipfel brachte keine Klarheit für die Brexit-Verhandlungen. Die Wirtschaft drängt jedoch auf verlässliche Regelungen für die Zeit nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Die IHK Schwaben rät den rund 500 Firmen aus Bayerisch-Schwaben mit aktiven Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich deshalb, sich mit einem Notfallplan auf das Szenario eines „harten Brexits“ vorzubereiten. Damit kämen Grenzkontrollen, Zölle, mehr Bürokratie und deutlich höhere Kosten auf die Wirtschaft zu.

Unternehmen brauchen Grundlagenwissen im Zollrecht

Eine besonders große Umstellung bedeutet der Brexit für in Großbritannien aktive Unternehmen, die bisher ausschließlich auf dem Europäischen Binnenmarkt tätig waren. „Gerade für diese Unternehmen ist es an der Zeit, sich mit den Export-Regeln zu beschäftigen und Grundlagenwissen im Zollrecht aufzubauen“, rät Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International.

Großteil der Unternehmer ist weiterhin verunsichert

Die konkreten Auswirkungen des Brexits sind noch immer nicht absehbar. Das gab etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer an. 87 Prozent der Unternehmer sprechen sich dafür aus, dass zusätzliche Kostenbelastungen durch Zölle und Steuern verhindert werden sollten. Genau so viele Unternehmen befürchten mehr Bürokratie wie Zollanmeldungen oder Zulassungsverfahren. „Insbesondere Firmen mit verflochtenen Lieferströmen entlang der Wertschöpfungskette können die Rahmenbedingungen für ihre künftigen Lieferungen nicht belastbar planen. Nicht kalkulierbar sind derzeit auch die Kosten, die in Folge von Zollabfertigungen und verbundenen Wartezeiten an der EU-Außengrenze entstehen würden“, berichtet Lovell.

Handelsvolumen Bayerns mit dem Vereinigten Königreich nimmt ab

Schon jetzt äußert sich die Verunsicherung in der Wirtschaft durch rückläufige Außenhandelszahlen. So sinkt das Handelsvolumen Bayerns mit dem Vereinigten Königreich seit dem Brexit-Referendum in 2016 immer weiter ab. Auf der Rangliste der wichtigsten Handelspartner nimmt das Land nunmehr Rang sieben ein, 2016 lag das Vereinigte Königreich noch auf Platz fünf. Obwohl die bayerischen Gesamt-Ex- und -Importe während der ersten acht Monate diesen Jahres deutlich gewachsen sind, liegen die Handelszahlen mit dem Vereinigten Königreich deutlich unter den Werten des Vorjahrs.

IHK und Hauptzollamt unterstützen mit Handlungsempfehlungen

Mithilfe einer IHK-Online-Checkliste können Unternehmen prüfen, ob sie alle Folgen des Brexit berücksichtigt haben. Zusätzlich bereitet die IHK Schwaben zum Jahreswechsel in Kooperation mit dem Hauptzollamt Augsburg schwabenweit Informationsveranstaltungen vor. So sollen die Unternehmen aus der Region möglichst konkret auf das Brexit-Szenario vorbereitet werden und Handlungsempfehlungen bekommen.

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