Ausbildungsstart 2020

IHK Schwaben: Noch offene Ausbildungsplätze im Ostallgäu

Corona bremst den Markt für neue Auszubildende auch im Ostallgäu aus. Dennoch schätzt die IHK Schwaben die Situation für Schulabsolventen positiv ein. Grund dafür sind unter anderem eine Prämie und eine App.

Nach wie vor sind im Landkreis Ostallgäu und in der Stadt Kaufbeuren viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Wolfgang Haschner, Bildungsexperte bei der IHK Schwaben, appelliert an die Schulabsolventen, ihre Chance zu ergreifen: „Die Wirtschaft setzt weiter auf gut ausgebildete Fachkräfte. Eine Ausbildung bietet beste Perspektiven.“ Haschner ist zuversichtlich, dass bis zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres Anfang September noch viele Ausbildungsverträge geschlossen werden. Die neue Ausbildungsprämie für Unternehmen dürfte zum Endspurt ihren Effekt entfalten, prognostiziert er.

Wolfgang Haschner: Jeder Jugendliche wird ausreichend Stellen finden   

Eine Umfrage der IHK im Juni hat gezeigt: Viele Unternehmen in Bayerisch-Schwaben planen – trotz Corona-bedingter Schwierigkeiten – auch in diesem Jahr neue Auszubildende einzustellen. Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Ostallgäu 657 Ausbildungsverträge in IHK-Berufen neu abgeschlossen worden, 316 Unternehmen bilden hier derzeit aus. In der Stadt Kaufbeuren sind es 157 Ausbildungsbetriebe. 292 Ausbildungsverträge waren neu geschlossen worden. Dabei waren im vergangenen Jahr sogar viele Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben, da es an Bewerbern mangelte. „In diesem Jahr wird es aufgrund der Corona-Krise schwierig werden, die Ausbildungszahlen des Vorjahres zu erreichen. Trotzdem wird jeder Jugendliche ausreichend Stellen in seinem Wunschberuf finden, auf die er oder sie sich bewerben kann“, ist sich Wolfgang Haschner sicher.

Corona bremst Ausbildungs-Recruiting aus

Exakte Prognosen zum Ausbildungsmarkt sind derzeit schwer möglich, meldet die IHK. Viele Berufsinfomessen mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Recruiting-Maßnahmen an Schulen konnten ebenfalls nicht stattfinden. Und auch Einstellungsgespräche und -tests verliefen in diesem Jahr anders als gewohnt. „Bei vielen Firmen standen wegen des Lockdowns ab Mitte März andere Themen im Fokus“, erklärt Haschner. Die Folge: Der Ausbildungsmarkt kommt in diesem Jahr erst spät in Schwung. Die Ausbildungsprämie, die die Bundesregierung im Rahmen ihres Konjunkturpaktes bewilligt hat, liefere jetzt jedoch zusätzliche Impulse: „Sie wird von den Betrieben stark nachgefragt. Das zeigt, wie wichtig dieses Signal der Politik ist“, sagt Haschner.

Mit Speeddating zum Ausbildungsplatz

Um Ausbildungsbetriebe und Bewerber zusammenzubringen, setzt die IHK Schwaben in diesem Jahr auf ein digitales Format: Beim virtuellen Speeddating können Unternehmen und potenzielle Azubis per App derzeit Profile durchstöbern und durch ein Wischen über das Smartphone-Display Interesse bekunden – ganz so wie bei einer echten Dating-App. Kommt es zu einem „Match“, können Betrieb und Bewerber Kontakt miteinander aufnehmen und chatten.

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