Bayerisch-Schwaben wächst zusammen

Allgäu erkämpft sich Schnellweg von Buchloe nach Kempten

Bild: iStock /mucella, nastenkapeka; vmm wirtschaftsverlag
Die Bundesstraße 12 wird zwischen Buchloe und Kempten vierspurig ausgebaut. Davon profitieren die Unternehmen vor Ort, Pendler und Anwohner – und die gesamte Region.

„Das ist eine großartige Nachricht für unsere Regi­on.“ So brachte es Maria Rita Zinnecker, Landrä­tin des Ostallgäus auf den Punkt. Die Bundes­straße 12 zwischen Buchloe und Kempten wird vierspu­rig ausgebaut. Lange haben der Landkreis Ostallgäu und ansässige Unternehmen für den durchgehenden Aus­bau gekämpft „und dieser Kampf wird nun belohnt“, freut sich Zinnecker.

Der Ausbau stieß zunächst auf Kritik

Als im März dieses Jahres bekannt wurde, dass die Ka­pazitätserhöhung der B12 zwischen Buchloe und Kauf­beuren „mit vordringlichem Bedarf“ im Bundesver­kehrswegeplan verankert ist, war die Freude in den be­troffenen Städten groß – wenngleich dennoch etwas ge­trübt. „Wir hätten uns gewünscht, dass die B12 in einem Zug von Buchloe bis Kempten vierspurig ausgebaut wird“, sagte Landrätin Zinnecker im März dieses Jahres, als der Bundesverkehrswegeplan publik wurde. Doch danach sah es zunächst nicht aus. Denn das Papier be­scheinigte lediglich dem Abschnitt Buchloe–Kaufbeuren den „vordringlichen Bedarf“. Die Straßenbauverwaltung hat demzufolge einen uneingeschränkten Planungsauf­trag. Mit Linienfestlegung, Detailplanung, Planfeststel­lung und Bauvorbereitungen kann begonnen werden. Die Strecke Kaufbeuren–Kempten hingegen wurde als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft. Sprich: Für die Straßenbauverwaltung besteht die Möglich­keit, die Planungen weiter zu bearbeiten.

Ein wichtiges Signal für die Wirtschaft

Das wollten die betroffenen Landkreise, Städte, Kommunen und Unternehmen jedoch nicht ak­zeptieren und kämpften weiter. Besonders die Entwicklung des Standortes Marktoberdorf, wo beispielsweis der Landmaschinen- Hersteller Fendt seinen Unternehmens­sitz hat, stand dabei im Fokus der Be­mühungen. Denn hier gibt es enor­mes Potenzial für weiteren Fort­schritt. Auch der Produktionss­tandort von HAWE Hydraulik in Kaufbeuren oder die CERA GmbH, ein Kunst­stoffverabreitungsunternehmen mit Sitz in Ruderats-hofen, könnten vom Ausbau profitieren.

Beschluss des Bundestags bringt auch finanzielle Sicherheit

Welches Potenzial solch ein Ausbau von Infrastruk­tur freisetzen kann, zeigt das Beispiel Kleinaitingen, etwa 20 Kilometer südlich von Augsburg gelegen. Der Ausbau der B17 hatte zur Folge, dass sich Firmen wie Amazon und BMW entlang der Straße angesiedelt und so Arbeitsplätze geschaffen haben. Als Ende November aus Berlin die erlösende Nach­richt kam, dass der gesamte Ausbau von Buchloe bis Kempten mit der höchsten Priorität eingestuft wurde, schwangen Freude und Erleichterung durchs Allgäu. „Wir haben nach diesem Beschluss Planungssicher­heit und finanzielle Sicherheit“, betonte Landrätin Zinnecker.

Eine der Hauptverkehrsadern im Allgäu

Die B12 zwischen Buchloe und Kempten zählt mit rund 17.000 Fahrzeugbewegungen pro Tag zu den Hauptverkehrsadern im Allgäu. Wenn Anwohner, Pendler, LKWs und Reisende auf der bisher zweispu­rigen Bundesstraße unterwegs sind, kann es schnell eng werden. Pendler erleben hier fast täglich, wie ris­kante Überholmanöver zu gefährlichen Situationen führen – auch wenn die Strecke statistisch gesehen nicht so gefährlich ist, wie es „gefühlt“ wahrgenom­men wird. Im Schnitt ereignen sich 220 Unfälle im Jahr.

Ein Gewinn für ganz Bayerisch-Schwaben

Doch nicht nur Pendler, Unternehmen, Landkreis und Gemeinden profitieren von dem vierspurigen Ausbau. Ganz Bayerisch-Schwaben gewinnt durch die zusätzli­chen Spuren. Das Nadelöhr B17 wird geschlossen und damit die Verkehrsanbindung in der ganzen Region merklich verbessert. München, Stuttgart und Ulm rü­cken ein Stück näher an das Allgäu heran. Neben der Wirtschaft gewinnen zu guter Letzt auch alle „Städterer“, die ihre Freizeit gerne im Allgäu ver­bringen. Die vier Spuren werden die Fahrzeit Richtung Voralpenland noch um ein gutes Stück verkürzen, was die Ferienregion für Tagesausflügler noch attraktiver macht.

von Maximilian Marien

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Der Ausbau stieß zunächst auf Kritik

Als im März dieses Jahres bekannt wurde, dass die Ka­pazitätserhöhung der B12 zwischen Buchloe und Kauf­beuren „mit vordringlichem Bedarf“ im Bundesver­kehrswegeplan verankert ist, war die Freude in den be­troffenen Städten groß – wenngleich dennoch etwas ge­trübt. „Wir hätten uns gewünscht, dass die B12 in einem Zug von Buchloe bis Kempten vierspurig ausgebaut wird“, sagte Landrätin Zinnecker im März dieses Jahres, als der Bundesverkehrswegeplan publik wurde. Doch danach sah es zunächst nicht aus. Denn das Papier be­scheinigte lediglich dem Abschnitt Buchloe–Kaufbeuren den „vordringlichen Bedarf“. Die Straßenbauverwaltung hat demzufolge einen uneingeschränkten Planungsauf­trag. Mit Linienfestlegung, Detailplanung, Planfeststel­lung und Bauvorbereitungen kann begonnen werden. Die Strecke Kaufbeuren–Kempten hingegen wurde als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft. Sprich: Für die Straßenbauverwaltung besteht die Möglich­keit, die Planungen weiter zu bearbeiten.

Ein wichtiges Signal für die Wirtschaft

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Beschluss des Bundestags bringt auch finanzielle Sicherheit

Welches Potenzial solch ein Ausbau von Infrastruk­tur freisetzen kann, zeigt das Beispiel Kleinaitingen, etwa 20 Kilometer südlich von Augsburg gelegen. Der Ausbau der B17 hatte zur Folge, dass sich Firmen wie Amazon und BMW entlang der Straße angesiedelt und so Arbeitsplätze geschaffen haben. Als Ende November aus Berlin die erlösende Nach­richt kam, dass der gesamte Ausbau von Buchloe bis Kempten mit der höchsten Priorität eingestuft wurde, schwangen Freude und Erleichterung durchs Allgäu. „Wir haben nach diesem Beschluss Planungssicher­heit und finanzielle Sicherheit“, betonte Landrätin Zinnecker.

Eine der Hauptverkehrsadern im Allgäu

Die B12 zwischen Buchloe und Kempten zählt mit rund 17.000 Fahrzeugbewegungen pro Tag zu den Hauptverkehrsadern im Allgäu. Wenn Anwohner, Pendler, LKWs und Reisende auf der bisher zweispu­rigen Bundesstraße unterwegs sind, kann es schnell eng werden. Pendler erleben hier fast täglich, wie ris­kante Überholmanöver zu gefährlichen Situationen führen – auch wenn die Strecke statistisch gesehen nicht so gefährlich ist, wie es „gefühlt“ wahrgenom­men wird. Im Schnitt ereignen sich 220 Unfälle im Jahr.

Ein Gewinn für ganz Bayerisch-Schwaben

Doch nicht nur Pendler, Unternehmen, Landkreis und Gemeinden profitieren von dem vierspurigen Ausbau. Ganz Bayerisch-Schwaben gewinnt durch die zusätzli­chen Spuren. Das Nadelöhr B17 wird geschlossen und damit die Verkehrsanbindung in der ganzen Region merklich verbessert. München, Stuttgart und Ulm rü­cken ein Stück näher an das Allgäu heran. Neben der Wirtschaft gewinnen zu guter Letzt auch alle „Städterer“, die ihre Freizeit gerne im Allgäu ver­bringen. Die vier Spuren werden die Fahrzeit Richtung Voralpenland noch um ein gutes Stück verkürzen, was die Ferienregion für Tagesausflügler noch attraktiver macht.

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