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Mindestlohn im Agrarsektor: Bauern fürchten Folgen
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Bayerischer Bauernverband

Mindestlohn im Agrarsektor: Bauern fürchten Folgen

Hans Müller befürchtet steigende Preise, Produktionsverlagerungen ins Ausland und Nachteile für den Bildungsbereich. Foto: BBV
Hans Müller befürchtet steigende Preise, Produktionsverlagerungen ins Ausland und Nachteile für den Bildungsbereich. Foto: BBV

Wie wird sich die Einführung des Mindestlohns auf die Landwirtschaft auswirken? B4B SCHWABEN hat mit Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbands, gesprochen. Er prophezeit nicht nur Preiserhöhungen und Arbeitsplatzvernichtung im ländlichen Raum. 

von Martina Lakotta, Online-Redaktion

Inzwischen ist es beschlossene Sache: Ab 2015 wird es in Deutschland – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmeregelungen - den flächendeckenden Mindestlohn geben. Nicht alle Branchen werden gleichermaßen von der neuen Lohnregelung betroffen sein. Doch wer bisher in Niedriglohnsektoren wie Gastronomie, Landwirtschaft oder der Sicherheitsbranche gearbeitet hat, bekam meist weniger als 8,50 Euro. Daher sollen es besonders jene Branchen sein, die mit Einführung des Mindestlohns negative Folgen befürchten. B4B SCHWABEN hat mit Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbands, über die politische Entscheidung gesprochen.

Hohe Personalkosten in Landwirtschaft steigen mit Mindestlohn

Produkte aus der Region sind gern gekaufte Waren. Besonders der Anbau von Obst und Gemüse ist jedoch sehr arbeitsintensiv. Die Felder müssen gepflegt und die Früchte geerntet werden. Viele der anfallenden Arbeiten müssen per Hand erledigt werden. „Um in der Region Obst, Gemüse und Wein zu erzeugen, sind in Deutschland rund 330.000 Saisonkräfte im Einsatz. Sie kommen vor allem aus Osteuropa und helfen für wenige Wochen auf den Höfen – anders ist der arbeitsintensive Anbau gar nicht zu bewältigen. Die Personalkosten machen zum Teil schon heute 60 bis 80 Prozent aus“, erklärt Generalsekretär Müller.

Mindestlohn verlagert landwirtschaftliche Produktion ins Ausland

Müller ist nicht glücklich mit der politischen Entscheidung: „Das Mindestlohngesetz in seiner jetzigen Ausführung kann bei landwirtschaftlichen Sonderkulturbetrieben zu existenzgefährdenden Belastungen führen und so Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichten. Denn das grundsätzliche Problem, der Wettbewerbs-Nachteil gegenüber anderen europäischen Anbauregionen, bleibt ungelöst.“ Weiter befürchtet er, dass die Produktion mit Einführung des Mindestlohns vielerorts ins Ausland verlegt wird, da die Lohnkosten dort wesentlich niedriger sind: „Im Koalitionsvertrag wurden zwar spezielle Regelungen für Saisonarbeiter zugesagt, doch die vermissen wir im Beschluss des Bundestags. Ich befürchte, dass die Situation in anderen Ländern – Polen hat einen Mindestlohn von 2,21 Euro und in Rumänien sind es gerade mal 1,06 Euro – dazu führt, dass die Produktionen einfach dorthin verlagert wird, wo es billiger ist.“

Mindestlohntarif hinterlässt Spuren im Bildungsbereich

Aus Sicht des Generalsekretärs des Bayerischen Bauernverbandes wird der Mindestlohn auch im Bildungsbereich seine Spuren hinterlassen: „Betriebe, die regelmäßig Auslandspraktikanten über mehrere Monate aufnehmen, werden sich dies in Zukunft gut durchrechnen müssen. Denn ab drei Monaten müssen auch Praktikanten künftig nach dem Mindestlohntarif bezahlt werden.“

Spargel und Erdbeeren werden durch Mindestlohn teurer

Auf die mit dem Mindestlohn einhergehenden Veränderungen müssen die Landwirte als Arbeitgeber reagieren. Viele Betriebe werden den steigenden Lohnkosten mit Preiserhöhungen entgegenwirken, prophezeit Müller: „Ich gehe davon aus, dass bestimmte Produkte wie Erdbeeren oder Spargel teurer werden müssen.“ Je nach Produkt und Anbaubetrieb seien Preisaufschläge von 10 bis 30 Prozent denkbar. Doch ob sich diese Erhöhungen bei heimischem Obst und Gemüse durchsetzen lassen, sei offen: „Ich habe die Sorge, dass der Handel auf günstige Importware zurückgreifen könnte – aber damit ist doch niemandem geholfen! Das ist ein Feldversuch zu Lasten der Landwirtschaft, der Verbraucher und letztlich auch der Saisonarbeitskräfte.“

Regierung reagiert nicht auf Forderungen des Bauernverbandes

Der Bauernverband hat eine dauerhafte Lösung von der Politik eingefordert und vorgeschlagen, für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft und im Gartenbau einen angepassten Mindestlohn festzulegen. Doch bis jetzt sei die Bundesregierung nicht bereit gewesen, eine Übergangslösung zu billigen. „Stattdessen werden Regelungen wie eine Verlängerung der kurzfristigen Beschäftigung und die Anrechenbarkeit von Kost und Logis als vermeintliche Lösungen verkauft“, kritisiert Hans Müller.

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