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Handwerkskammer für Schwaben fordert einfachere Verfahren zur Integration von Flüchtlingen
Landratsamt Günzburg | Handwerkskammer für Schwaben

Handwerkskammer für Schwaben fordert einfachere Verfahren zur Integration von Flüchtlingen

Die Spitzen der HWK Schwaben mit den schwäbischen Landräten und Oberbürgermeistern. Foto: Landratsamt Günzburg
Die Spitzen der HWK Schwaben mit den schwäbischen Landräten und Oberbürgermeistern. Foto: Landratsamt Günzburg

Erst kürzlich fanden sich mit HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner die Spitzen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) mit den schwäbischen Landräten und Oberbürgermeistern in Günzburg zu einem Gespräch zusammen. Im Fokus standen dabei die Flüchtlingsthematik sowie Bildungspolitik.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Bei dem Treffen haben sich die HWK-Vertreter für  einheitliche und transparente Verfahren bei der Erteilung von Arbeitserlaubnissen für Flüchtlinge ausgesprochen. Insbesondere dürften Betrieben, die jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bieten, keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden. Im Rahmen des Gesprächs wurden außerdem die Bildungspolitik sowie die geplante Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) thematisiert.

Betriebe brauchen Rechtssicherheit

„Was in den Kommunen seit Beginn der Flüchtlingskrise geleistet wird, ist phänomenal“, betonte Hans-Peter Rauch mit Blick auf die gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Verwaltung und ehrenamtlich engagierten Bürgern. Auch viele Handwerksbetriebe seien bereit, einen Beitrag zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu leisten. Hierbei stehe vor allem die Ausbildung junger Menschen im Mittelpunkt. Dem stünden jedoch nach wie vor hohe bürokratische Hürden entgegen. Der Präsident der Handwerkskammer appellierte daher an die kommunalen Entscheidungsträger, die Verfahren zu vereinfachen. „Vor allem ist wichtig, dass die Betriebe Rechtssicherheit haben und die Entscheidungen nachvollziehbar sind. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf. Es muss sichergestellt sein, dass gleiche Fälle in allen Kommunen gleich behandelt werden“, forderte Rauch.

„Eine Herkulesaufgabe, die hervorragend gemeistert wird“

Hauptgeschäftsführer Wagner hob besonders den Einsatz der Berufsschulen heraus, die im Verantwortungsbereich der Kommunen liegen. „Tausende Schüler ohne Kenntnisse der deutschen Sprache in den Unterrichtsalltag zu integrieren ist eine Herkulesaufgabe, die von unseren Berufsschulen hervorragend gemeistert wird“, so Wagner. „Vertreter der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) besuchen regelmäßig die Flüchtlingsklassen an den Berufsschulen, um die Möglichkeiten einer Ausbildung im Handwerk vorzustellen. „Die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen funktioniert einwandfrei und viele der Jugendlichen zeigen Interesse an einer Lehrstelle in einem Handwerksberuf“, freute sich Wagner. „Diesen erfolgreichen Weg werden wir in den kommenden Jahren weitergehen.“

Berufsvorbereitungs-Klassen sollen den Weg ins Arbeitsleben weisen

Um die Integration junger Flüchtlinge ins Arbeitsleben voran zu treiben, hat sich die HWK personell verstärkt. Gemeinsam mit den Berufsschulen will die HWK nun Lösungen finden. In diesem Rahmen stellen die Handwerksbetriebe Praktikumsplätze zur Verfügung. Das Ziel ist es, die Jugendlichen in einer Ausbildung handwerklich zu qualifizieren. Die Landkreise in Schwaben haben in diesem Sinne in den Berufsschulen Berufsvorbereitungs-Klassen eingerichtet. Diese sollen den jungen Flüchtlingen den Weg ins Arbeitsleben weisen.

„Das Handwerk ist auch für Gymnasiasten hoch attraktiv“

Dennoch dürfen die weiteren Themen der Bildungspolitik nicht vernachlässigt werden, so Wagner. Aus Sicht des Handwerks müsse vor allem die Berufsorientierung für alle Schulen verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen werden. Gerade an den Gymnasien werde das Thema jedoch oft nicht ausreichend behandelt. „Noch immer herrscht der falsche Eindruck vor, eine erfolgreiche berufliche Karriere sei nur mit Abitur und Studium möglich. Dabei ist das Handwerk mit seinen vielfältigen Karrierewegen auch für Gymnasiasten hoch attraktiv“, erklärte Wagner.

„Berufsorientierung und verpflichtende Praktika sind daher auch im Interesse der Schülerinnen und Schüler, die nur dann eine ausgewogene Entscheidung treffen können, wenn sie umfassend informiert sind.“ Besonders vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels sind vergleichbare Maßnahmen unverzichtbar.

„Industriegebiete und große Einzelhandelsflächen schaden vor allem dem lokalen Handel und Handwerk“

Mit Blick auf die Fortschreibung des LEP warnten die Vertreter der Handwerkskammer davor, das Anbindegebot aufzuweichen. „Industriegebiete und große Einzelhandelsflächen auf der grünen Wiese führen zur Zersiedelung der Landschaft, zu einer Verödung der Innenstädte und schaden vor allem dem lokalen Handel und Handwerk. Wo Ausnahmen vom Anbindegebot notwendig sind, können sie auch heute schon möglich gemacht werden. Dabei sollten wir es auch im Interesse kleiner und strukturschwacher Kommunen belassen“, fasste Präsident Rauch die Position des Handwerks zusammen.

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