Innovatives Projekt

Wie ein Startup CO2 aus der Luft saugt und Südstahl dabei hilft

Das Firmensitz von Südstahl in Mertingen. Foto: Thomas Drexel
Das Start-up Climeworks hat eine Maschine entwickelt, die Kohlendioxid aus der Luft filtert und in ein Gewächshaus pumpt. Was ein Unternehmen aus der Region damit zu tun hat.

Die Müllerverwertungsanlage des Zweckverbands Kehrichtverwertung Zürcher Oberland sieht auf den ersten Blick gewöhnlich aus, ist sie aber nicht: Auf ihrem Dach steht die erste kommerzielle Anlage zur Filterung von CO2 aus der Umgebungsluft. Entwickelt wurde die sogenannte Direct-Air-Caputre-Anlage (DAC) von Climeworks aus der Schweiz. Bei der Installation der Anlage in 28 Meter Höhe half dabei half Südstahl aus Mertingen im Landkreis Donau-Ries. Der Spezialist für Stahlverarbeitung und Lieferant für den Anlagen-, Maschinen- und Werkzeugbau hat die gesamte Tragkonstruktion hergestellt.

Sichere Stahlkonstruktion als Grundgerüst

Die Anlage besteht aus insgesamt 18 Kollektoren. Die gesamte Stahlkonstruktion für die Befestigung der Kollektoren hat das Familienunternehmen Südstahl mit Sitz in Mertingen gefertigt und geliefert. Jeweils sechs Kollektoren befinden sich auf den drei Etagen der Filteranlage und sind an verschiedenen Stahlträgern befestigt. „Für unsere Filteranlage haben wir nach einer besonders zuverlässigen Lösung zur Montage auf dem Dach gesucht“, erklärt Olivier Fontana, Einkäufer bei Climeworks. „Südstahl hat uns hier überzeugt und uns von Anfang an unterstützt.“ Zusätzlich zum Gerüst für die Befestigung der Kollektoren realisierte Südstahl auf jeder Etage eine Plattform, von der aus der Zugang zu der Anlage an jeder Stelle leicht möglich ist. Ein Geländer schützt die Personen, die sich für Wartungen, Reparaturen oder Kontrollen auf der Plattform aufhalten.

Südstahl hat Bauteile im eigenen Werk gefertigt

Die Stahlträger, an denen die Kollektoren befestigt sind, müssen besondere Belastungsansprüche erfüllen. Während des Betriebs der Kollektoren entstehen Schwingungen, denen die Stahlkonstruktion auch auf lange Sicht standhalten muss. Gleichzeitig ist die Anlage auf 28 Metern Höhe installiert, wodurch zusätzliche Bewegungen durch Windlasten entstehen. Der Stahlspezialist hat die Bauteile im eigenen Werk in Mertingen gefertigt, wo Climeworks die Bauteile abgenommen hat.

Je nach Bedarf kann die Filteranlage angepasst werden. Bei der modular aufgebauten Stahlkonstruktion lassen sich jederzeit weitere Träger neben oder über die jetzige Filteranlage anbringen. „Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieses innovativen Projekts zu sein und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, fasst Ulrich Käuferle, Geschäftsführer bei Südstahl GmbH & Co. KG, zusammen.

Innovative Filtertechnologie

Die DAC-Anlage von Climeworks befindet sich auf dem Dach der Müllverwertungsanlage KEZO. Der Zweck der Filteranlage ist es, die Umgebungsluft von CO2 zu befreien. Hierfür benötigt die Anlage Energie. Die Abwärme der Müllverwertungsanlage ist der „Motor“ für die DAC-Anlage. In den Kollektoren wird die Luft gefiltert: Das CO2 aus der Umgebungsluft sammelt sich chemisch an der Oberfläche des Filters. Nachdem die Sättigung eingetreten ist, wird das CO2 bei einer Temperatur von circa 100 Grad Celsius gelöst und das hochreine Gas, das weiterverwendet wird, freigesetzt.

Kein industrielles CO2 mehr nötig

Das gefilterte CO2, ein guter Dünger für Pflanzen, gelangt so durch eine unterirdische Rohrleitung zu einem 400 Meter entfernten Gewächshaus. Durch die Herstellung vor Ort benötigen die Betreiber des Gewächshauses kein industrielles CO2. Insgesamt filtert die Anlage jährlich bis zu 900 Tonnen CO2 aus der Umgebungsluft.

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