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Südzucker: Hohe Verluste und Sorgenkind Zucker
Geschäftsjahr 2025/26

Südzucker: Hohe Verluste und Sorgenkind Zucker

Der Standort von Südzucker in Rain am Lech. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2025/26  hohe Verluste gemacht. Foto: Foto-Atelier-Nitsche GmbH
Der Standort von Südzucker in Rain am Lech. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2025/26 hohe Verluste gemacht. Foto: Foto-Atelier-Nitsche GmbH

Südzucker hat im Geschäftsjahr 2025/26 hohe Verluste gemacht. Umsatz und operatives Ergebnis sind gesunken. Vor allem ein Segment hat Probleme.

Die Südzucker AG hat zwischen dem 1. März 2025 und dem 28. Februar 2026 erneut weniger Umsatz gemacht. Dieser ist um 14 Prozent auf 8,35 Milliarden Euro gesunken. Gleichzeitig hat sich der operative Gewinn von 350 Millionen Euro im Vorjahr auf 163 Millionen Euro halbiert. Zudem hat Südzucker deutlich Verlust gemacht. Das Ergebnis nach Steuern liegt bei –378 Millionen Euro (Vorjahr: –86 Millionen Euro). Der Jahresfehlbetrag beträgt 775 Millionen Euro.

Eine Dividende zahlt der Konzern deshalb diesmal nicht aus. Bereits im Jahr zuvor hatte er die Dividende deutlich gekürzt. Im Vorjahr erwirtschaftete Südzucker einen Jahresüberschuss von 53 Millionen Euro. Im August hatte Südzucker bereits seine Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2025 deutlich abgesenkt.

Sorgenkind Zucker bei Südzucker

Vor allem das Segment Zucker macht dem Konzern zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2025/26 hat dieses Segment einen Verlust von 177 Millionen Euro gemacht. Im Vorjahr war es noch ein Verlust von 13 Millionen. Der Umsatz ist um 28 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro gesunken.

Südzucker nennt als Gründe eine deutlich geringere Absatzmenge und einen schlechten Zuckerpreis, der deutlich unter dem des Vorjahres lag. Denn 2025 habe es mehr Zuckerrüben in Europa gegeben als erwartet.

Südzucker nennt hier zollfreie Importkontingente für Zucker aus der Ukraine und zollfreie Importe von Rohrzucker aus Drittstaaten als Problem. Dementsprechend hatte Südzucker seine Anbaufläche um 18 Prozent reduziert. Auch im laufenden Anbaujahr sollen die Anbauflächen angepasst werden.

Südzucker erwartet, dass Freihandelsabkommen wie mit den Mercosur-Staaten den Zuckermarkt weiter unter Druck setzen.

Weniger Absatz, geringere Preise

Der Umsatz im Segment Spezialitäten ist leicht auf 2,21 Milliarden Euro gesunken. Das operative Ergebnis ist um 13 Prozent deutlich zurückgegangen. Südzucker nennt hier als Hauptgründe geringere Absatzpreise und wesentlich höhere Kosten, etwa für Personal.

Wegen rückläufiger Preise und weniger Absatz bei den Hauptprodukten ist auch der Umsatz im Segment Stärke gesunken (955 auf 911 Millionen Euro). Das operative Ergebnis ist deutlich eingebrochen: um rund 42 Prozent auf 21 Millionen Euro. Hier wirkten zudem höhere Rohstoffkosten negativ auf das Ergebnis ein.

Segmente CropEnergies und Frucht mit verbessertem Ergebnis

Im Segment CropEnergies lag der Umsatz mit 793 Millionen Euro um 17 Prozent niedriger als im Vorjahr. Hintergrund seien die temporäre Stilllegung des Standorts im britischen Wilton und weniger Arbeitsvolumen durch Wartungsarbeiten.

Dennoch hat sich das operative Ergebnis von 22 auf 37 Millionen Euro verbessert. „Dabei haben sich insbesondere im Vergleich zum Vorjahr geringere Nettorohstoffkosten und deutlich niedrigere Energiekosten positiv ausgewirkt“, erklärt Südzucker die Steigerung um 68 Prozent.

Auch im Segment Frucht sieht Südzucker ein leicht verbessertes Ergebnis. Der Umsatz ist wegen leicht gestiegener Verkaufspreise bei 1,64 Milliarden Euro stabil geblieben. Das operative Ergebnis hat sich von 102 auf 105 Millionen Euro verbessert. „Bedingt durch höhere Margen, trotz rückläufiger Absätze von Fruchtsaftkonzentraten“, teilt Südzucker mit.

Ausblick auf Geschäftsjahr 2026/27

Der Vorstand des Konzerns ist mit seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 zurückhaltend. „Vor allem weil wir davon ausgehen, dass der Zuckermarkt herausfordernd bleibt“, schreiben die Vorstandsmitglieder. Sie erwarten nicht, dass sich das Ergebnis im Segment Zucker signifikant verbessern wird. „Die angespannte geopolitische Lage macht eine Einschätzung ebenfalls nicht einfacher.“ Dennoch hat sich Südzucker zum Ziel gesetzt, sein Zuckergeschäft im Geschäftsjahr 2026/27 deutlich zu verbessern.

Südzucker erwartet, dass der Konzernumsatz zwischen 8 und 8,4 Milliarden Euro liegen wird und damit gleich bleibt oder um bis zu vier Prozent erneut sinkt.

Zudem erwartet der Konzern ein operatives EBITDA zwischen 480 und 680 Millionen Euro. Ab diesem Geschäftsjahr hat der Vorstand das operative EBITDA als steuerungsrelevanten Leistungsindikator festgelegt. Im vergangenen Geschäftsjahr lag das EBITDA bei 535 Millionen Euro.

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