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Südzucker baut 700 Stellen ab
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Sparpläne

Südzucker baut 700 Stellen ab

Der Standort von Südzucker in Rain am Lech im Donau-Ries. Foto: Reiner Nitsche/Südzucker

Der Zuckerhersteller mit Standort in Rain am Lech hat seine Sparpläne konkretisiert. Südzucker will 700 Arbeitsplätze streichen.

In drei bis vier Jahren sollen bei Europas größtem Zuckerhersteller 700 Stellen abgebaut werden, wie das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Die Arbeitsplätze sollen nicht nur durch die fünf geplanten Werksschließungen eingespart werden, sondern auch in der Verwaltung.

Massiver Gewinneinbruch

Am Mittwoch gab der Konzern in Mannheim seine vorläufigen Geschäftszahlen für 2018/2019 bekannt. Demnach verzeichnet Südzucker einen massiven Gewinneinbruch. Das operative Konzernergebnis ging von 445 Millionen Euro auf rund 25 Millionen zurück. Der Umsatz ist nur leicht gesunken, von 6,98 auf circa 6,75 Milliarden Euro. Der Ergebnisrückgang sei maßgeblich auf das Segment Zucker zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung von Südzucker.

Südzucker konkretisiert Sparpläne

Die veränderte Einschätzung zur Entwicklung im globalen und EU-Zuckermarkt bildete die Grundlage für den Restrukturierungsplan des Vorstands. Diesem stimmt Südzucker-Aufsichtsrat am 25. Februar 2019 zu. Mit dieser Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds war laut Südzucker eine erneute Überprüfung der Goodwill-Werthaltigkeit des Segments Zucker verbunden. Der Konzern wird den Wert von 780 Milliarden auf rund 700 Millionen Euro berichtigen müssen.

Daneben fallen im Konzern weitere rund 150 Millionen Euro Restrukturierungsaufwendungen an. Der Vorstand habe daher beschlossen, für das Geschäftsjahr 2018/19 eine Dividende von 45 auf 20 Cent je Aktie vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von 41Millionen Euro.

Prognose für kommendes Geschäftsjahr von Unsicherheit geprägt

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 sei vor dem Hintergrund der Zucker- und Ethanolmärkte von hoher Unsicherheit geprägt. Die Zuckerpreise in der Europäischen Union sind stark gefallen. Denn seit Ende 2017 ist der EU-Zuckermarkt liberalisiert. Das heißt es gibt keine Obergrenze für die Zuckerproduktion aus Rüben. Gleichzeitig haben Indien und Thailand, zwei wichtige Zuckerlieferanten, ihre Produktion hochgefahren. Das hat Europas größten Zuckerkonzern, der auch einen Standort in Rain am Lech unterhält, besonders hart getroffen.

Südzucker erwartet gravierenden Verlust

Aktuell geht Südzucker für das Geschäfts-jahr 2019/20 daher von einem Konzernumsatz in Höhe von 6,7 bis 7,0 Milliarden Euro und einem operativen Konzernergebnis in einer Bandbreite von 0 bis 100 Millionen Euro aus. Vor dem Hintergrund des weiterhin schwierigen Marktumfelds erwartet Südzucker einen weiteren operativen Verlust im Segment Zucker in Höhe von -200 bis -300 Millionen Euro. In dieser Prognose seien laut Südzucker lediglich geringfügige Kosteneinsparungen aus dem Restrukturierungsplan enthalten, welche sich mittelfristig auf bis zu 100 Millionen Euro in Abhängigkeit vom Weltmarktpreis belaufen werden.

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