LIFE living Natura 2000

So stärkt der Naturschutz die Wirtschaft im Donau-Ries

Im Nördlinger Ries schützen Schafe und Ziegen sowie Maßnahmen des LIFE Projekts die Kulturlandschaft. Foto: LRA, S. Kapfer
Das Projekt LIFE living Natura 2000 hat große Ziele: Es will den Naturschutz stärken – und dabei auch die lokale Wirtschaft und den Tourismus ankurbeln. Auch im Donau-Ries spielt die Idee eine wichtige Rolle.

Ende Januar eröffnete Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf auf Schloss Nymphenburg den ersten Natura 2000-Gipfel. Der Fachkongress bildet den Startschuss für das fünfjährige Projekt LIFE living Natura 2000. Hochrangige Vertreter aus der EU und aus den Regionen kamen dort zusammen, auch aus dem Donau-Ries. Ihr Ziel ist es, den Naturschutz zu stärken – und dabei auch sowohl die Lebensqualität vor Ort als auch den Wirtschaftszweig Tourismus.

LIFE-Projekt will Natura 2000 bekannter machen

„Mit Natura 2000 haben wir weltweit das größte Naturschutzgebiet, das es zu schützen gilt. Unsere Natur ist nicht nur die wichtigste natürliche Ressource, sondern sie bietet uns auch Erholung und Entspannung und deshalb ist es heute mit diesem Gipfel so wichtig, dass wir dieses grenzüberschreitende große Naturschutzgebiet in den Mittelpunkt rücken und auch besser kommunizieren“, sagte Umweltministerin Scharf bei ihrer Festansprache. Natura 2000 feierte letztes Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Dennoch ist seine Rolle dem Großteil der Bevölkerung bisher unbekannt. Hier setzt das LIFE-Projekt an.

Naturschutz wichtig für lokale Wirtschaft und Tourismus

Natura 2000 bildet damit ein EU-weites Schutzgebietsnetz, das wild lebenden, gefährdeten Arten grenzübergreifend einen Lebensraum bietet. Dies sind oft die letzten Rückzugsmöglichkeiten seltener Arten in einer intensiv genutzten Landschaft. Zugleich sind diese Räume meist der Inbegriff der bayerischen Landschaft und fördern über einen sanften Tourismus oft die lokale Wirtschaft.

Vertreter aus dem Donau-Ries setzen sich für den Naturschutz ein

Auch die Gebietsbetreuer in Bayern sind wichtige Botschafter für die Natur. Sie betreuen zu einem großen Teil Natura 2000-Gebiete und vermitteln vor Ort zwischen den jeweiligen Interessen. Die Gebietsbetreuerin im Nördlinger Ries, Judith Kronberg, und die Gebietsbetreuerin östliches Donauried, Michaela Schneller, sind in Natura 2000-Gebieten aktiv. In den von ihnen betreuten Vogelschutzgebieten  brüten seltene Arten wie der Große Brachvogel und der Kiebitz. „Die Landwirte wollen den Vogelarten nicht schaden. Es ist wichtig, miteinander Möglichkeiten zu finden, sowohl die Gelege zu schützen als auch eine Bewirtschaftung durch die Landwirte sicher zu stellen“, betonen die beiden. Dabei zeigen sie sich zuversichtlich: „Wir sind auf einem guten Weg.“

LIFE living Natura 2000 zunehmend wichtiges Projekt

„Das Projekt LIFE living Natura 2000 hat für unsere Region eine große Bedeutung“, stellt auch Werner Reissler fest. Er ist Geschäftsführer der Heide-Allianz Donau-Ries. Beim Landkreis Donau-Ries ist Reissler für die Koordination verschiedener Naturschutzprojekte zuständig. „Die Tagung hat gezeigt, dass Kommunikation enorm wichtig ist. Abgeschlossene, laufende und künftige Vorhaben der örtlichen Projektträger können davon sicher profitieren.“

Unterschiedliche Träger tragen zum Erfolg bei

Träger der Gebietsbetreuung Nördlinger Ries sind der Rieser Naturschutzverein, die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried sowie der Landkreis Donau-Ries. Träger der Gebietsbetreuung östliches Donauried ist der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Donau-Ries. Beim LIFE Projekt Heide-Allianz tritt zusätzlich das Umweltministerium als Träger auf. Gefördert werden die Vorhaben von der Europäischen Union sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und vom Bayerischen Naturschutzfonds. Die Regierung von Schwaben unterstützt die Projekte ebenfalls.

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