Interview

Frankenraster: „Anwesenheit ist kein Garant für Effizienz”

Am wichtigsten ist Organisation und Vertrauen. Das ist das Fazit von Hans-Joachim Meinert, Geschäftsführer des Donau-Rieser Unternehmens Frankenraster. Welche Chancen er für eine effizientere Zukunft im pandemie-geprägten Arbeiten sieht, verrät er im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Meinert, wie viele der Mitarbeiter arbeiten derzeit von zuhause aus?  

Hans-Joachim Meinert: Bei uns sind rund 10 Prozent der Mitarbeiter im Home-Office. Der Großteil der Frankenraster Mitarbeiter arbeitet jedoch in Produktion und Logistik, wo kein Home-Office möglich ist.  

Werden diese 10 Prozent auch nach der Pandemie von zu Hause aus arbeiten können?

Diejenigen, die jetzt im Home-Office arbeiten, werden auch nach der Pandemie die Möglichkeit dazu haben, nach Bedarf von zu Hause aus zu arbeiten. Im Übrigen hatten sie die auch schon davor. Jedoch werden Häufigkeit und Kontinuität, wie sie jetzt in dieser Phase der Pandemie auftreten, weniger sein. Wir arbeiten hier in einem großen Büro zusammen, jeder hat viel Platz, Besprechungsräume sind da. Home-Office wird daher vermutlich in Anspruch genommen werden, um tageweise flexibler arbeiten zu können, Stunden aufzuholen, weil Fahrtzeiten entfallen, etc. Der Austausch und Teamzusammenhalt durch die Präsenz aller Abteilungen im Büro wird jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur bleiben.

Gerade das Thema „Team-Zusammenhalt“ ist beim Remote-Arbeiten schwierig umzusetzen, da die Gefahr von Vereinsamung entsteht. Wie geht Frankenraster damit um?  

Die Teams der einzelnen Abteilungen halten untereinander Kontakt via TeamViewer – Chat und Video. Zudem sind Führungskräfte und Kollegen stets über Chat, Mail, Telefon und Video erreichbar. Die Führung erfolgt remote. Unsere Meetings finden auch wie gewohnt statt – eben nur online via Video. Somit können die Kollegen von zuhause aus auch stets Kontakt halten.

Können Geschäftsführer eigentlich auch von zuhause aus arbeiten?

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Das geht schon – jedoch nicht wochenlang am Stück. Es ist eine Frage der Organisation und Kommunikation. Im Büro ist es viel einfacher und braucht auch viel weniger Zeit mal „Hallo“ zu allen Mitarbeitern zu sagen, die Lage zu checken, sich auszutauschen etc. Gerade bei uns finden viele Meetings auch spontan statt. Absprachen sind persönlich oft viel schneller gemacht, als wenn man erst ein Meeting ansetzen muss. Vieles lässt sich aber trotzdem via Telefon oder Videomeeting klären.

Die Kommunikation geht also in Präsenz einfacher. Wie ist es aber mit der Effizienz der Mitarbeiter?

Anwesenheit ist kein Garant für Effizienz. Wenn man seine Mitarbeiter kennt, dann sieht man die Arbeit an den Ergebnissen und durch den Austausch. Zudem ist es ohnehin eine wichtige Eigenschaft, dass Führungskräfte ihrem Team Vertrauen schenken und mit ihm in gutem Kontakt stehen. Das geht auch remote. Wir haben gute Erfahrung damit gemacht. Die Qualität eines Präsenzmeetings wird Online-Meetings meiner Meinung nach, speziell in größeren Gruppen, jedoch nie ersetzen können. Gerade wenn es ums kreativ sein geht, finde ich es wichtig gemeinsam Vorort zu sein, etwas ans Whiteboard zeichnen zu können, etc. Zudem ist es einfacher als Team über eine größere Projektdauer intensiv in Kontakt zu bleiben, wenn man sich jeden Tag sieht und zusammen auch Mittag isst.

Für welche Arbeitsabläufe ist das Home-Office dann besonders gut geeignet?

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Ich glaube, das Home-Office gerade für eingespielte Teams und Arbeitsabläufe, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, besonders geeignet ist. Aber auch in besonderen Situationen, wo es um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Das Gefühl für die Firma und das Team darf durch das Home-Office aber gleichzeitig nicht leiden.  

Was meinen Sie mit „Gefühl für die Firma“?

Manche Arbeitsthemen kann man gut via Telefon besprechen. Da ein Teil der Mitarbeiter durch ihre Abwesenheit im Büro aber vieles einfach nicht mitkriegt, muss hier genauer geplant und mehr kommuniziert werden. Gerade aber auch dieser intensivere Austausch, ist für eine Verbesserung von Kommunikation und Planung teilweise auch eine Chance.  

Gibt es trotzdem noch Hindernisse für diese „Chancen“?

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Leider ja. Wir merken es vor allem an unseren Kunden. Viele Firmen wollen ihre Mitarbeiter gerne ins Home-Office schicken, können dies aufgrund nicht digitalisierter Akten oder Pläne aber nicht. Das betrifft vor allem Personalabteilungen, Ämter und Berufe, die technische Unterlagen benötigen. Hier hat die Pandemie als Auftaktspieler gewirkt und Firmen dazu veranlasst, zu digitalisieren. Dadurch war Corona für viele der Startschuss, Home-Office für möglichst viele Mitarbeiter zu ermöglichen. Diese Option wird sicher auch in Zukunft genutzt werden.  

Und welche konkreten Chancen sehen Sie?

Die vielen Vorteile digitalen und ortsunabhängigen Arbeitens sind durch die Pandemie erfahrbar geworden – ob man sie genießen konnte oder man noch darauf wartet. Fakt ist – und da bin ich mir sicher – Corona hat diese Vorteile noch mehr entdecken lassen. Und die werden auch nach der Pandemie ganz sicher weiter genutzt werden. Denke man allein an den einfachen und unkomplizierten Austausch von Unterlagen in digitalem Format, die flexible Arbeitszeitgestaltung durch die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten oder die Zeitersparnis, da sich Menschen den Gang zur Post oder zum Amt sparen können!

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Meinert, wie viele der Mitarbeiter arbeiten derzeit von zuhause aus?  

Hans-Joachim Meinert: Bei uns sind rund 10 Prozent der Mitarbeiter im Home-Office. Der Großteil der Frankenraster Mitarbeiter arbeitet jedoch in Produktion und Logistik, wo kein Home-Office möglich ist.  

Werden diese 10 Prozent auch nach der Pandemie von zu Hause aus arbeiten können?

Diejenigen, die jetzt im Home-Office arbeiten, werden auch nach der Pandemie die Möglichkeit dazu haben, nach Bedarf von zu Hause aus zu arbeiten. Im Übrigen hatten sie die auch schon davor. Jedoch werden Häufigkeit und Kontinuität, wie sie jetzt in dieser Phase der Pandemie auftreten, weniger sein. Wir arbeiten hier in einem großen Büro zusammen, jeder hat viel Platz, Besprechungsräume sind da. Home-Office wird daher vermutlich in Anspruch genommen werden, um tageweise flexibler arbeiten zu können, Stunden aufzuholen, weil Fahrtzeiten entfallen, etc. Der Austausch und Teamzusammenhalt durch die Präsenz aller Abteilungen im Büro wird jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur bleiben.

Gerade das Thema „Team-Zusammenhalt“ ist beim Remote-Arbeiten schwierig umzusetzen, da die Gefahr von Vereinsamung entsteht. Wie geht Frankenraster damit um?  

Die Teams der einzelnen Abteilungen halten untereinander Kontakt via TeamViewer – Chat und Video. Zudem sind Führungskräfte und Kollegen stets über Chat, Mail, Telefon und Video erreichbar. Die Führung erfolgt remote. Unsere Meetings finden auch wie gewohnt statt – eben nur online via Video. Somit können die Kollegen von zuhause aus auch stets Kontakt halten.

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Die Kommunikation geht also in Präsenz einfacher. Wie ist es aber mit der Effizienz der Mitarbeiter?

Anwesenheit ist kein Garant für Effizienz. Wenn man seine Mitarbeiter kennt, dann sieht man die Arbeit an den Ergebnissen und durch den Austausch. Zudem ist es ohnehin eine wichtige Eigenschaft, dass Führungskräfte ihrem Team Vertrauen schenken und mit ihm in gutem Kontakt stehen. Das geht auch remote. Wir haben gute Erfahrung damit gemacht. Die Qualität eines Präsenzmeetings wird Online-Meetings meiner Meinung nach, speziell in größeren Gruppen, jedoch nie ersetzen können. Gerade wenn es ums kreativ sein geht, finde ich es wichtig gemeinsam Vorort zu sein, etwas ans Whiteboard zeichnen zu können, etc. Zudem ist es einfacher als Team über eine größere Projektdauer intensiv in Kontakt zu bleiben, wenn man sich jeden Tag sieht und zusammen auch Mittag isst.

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Was meinen Sie mit „Gefühl für die Firma“?

Manche Arbeitsthemen kann man gut via Telefon besprechen. Da ein Teil der Mitarbeiter durch ihre Abwesenheit im Büro aber vieles einfach nicht mitkriegt, muss hier genauer geplant und mehr kommuniziert werden. Gerade aber auch dieser intensivere Austausch, ist für eine Verbesserung von Kommunikation und Planung teilweise auch eine Chance.  

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Leider ja. Wir merken es vor allem an unseren Kunden. Viele Firmen wollen ihre Mitarbeiter gerne ins Home-Office schicken, können dies aufgrund nicht digitalisierter Akten oder Pläne aber nicht. Das betrifft vor allem Personalabteilungen, Ämter und Berufe, die technische Unterlagen benötigen. Hier hat die Pandemie als Auftaktspieler gewirkt und Firmen dazu veranlasst, zu digitalisieren. Dadurch war Corona für viele der Startschuss, Home-Office für möglichst viele Mitarbeiter zu ermöglichen. Diese Option wird sicher auch in Zukunft genutzt werden.  

Und welche konkreten Chancen sehen Sie?

Die vielen Vorteile digitalen und ortsunabhängigen Arbeitens sind durch die Pandemie erfahrbar geworden – ob man sie genießen konnte oder man noch darauf wartet. Fakt ist – und da bin ich mir sicher – Corona hat diese Vorteile noch mehr entdecken lassen. Und die werden auch nach der Pandemie ganz sicher weiter genutzt werden. Denke man allein an den einfachen und unkomplizierten Austausch von Unterlagen in digitalem Format, die flexible Arbeitszeitgestaltung durch die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten oder die Zeitersparnis, da sich Menschen den Gang zur Post oder zum Amt sparen können!

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