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Ein weißer Hubschrauber hebt ab, fliegt über Berglandschaften und landet schließlich im Rettungseinsatz. Mit Bildern der neuen H140 beginnt am Mittwochnachmittag die Veranstaltung bei Airbus Helicopters in Donauwörth. Wenig später geht es in Halle A5 um die Frage, wie aus dem bislang vor allem in der Entwicklung und Erprobung sichtbaren Hubschrauber nun ein Serienprodukt werden soll.
Denn Airbus hat am Standort die neue Montagelinie für die H140 offiziell eröffnet. Die ersten Zellen für Kundenhubschrauber gehen damit in die Fertigung. Für Donauwörth ist das neue Programm von besonderer Bedeutung: Ein großer Teil der Entwicklung fand hier statt, wesentliche Strukturen werden am Standort gefertigt und auch die Endmontage der H140 wird hier erfolgen.
„Wir feiern heute in Donauwörth einen wichtigen Meilenstein“, sagt Patrick Mack, Leiter des Center of Excellence Airframe bei Airbus. Hinter der neuen Linie liege ein längerer Weg. Sie sei dennoch sowohl im vorgesehenen Zeitrahmen als auch innerhalb des Budgets fertiggestellt worden.
Eine wichtige Grundlage für die Fertigung in Donauwörth ist nach Angaben von Mack das Know-how des Standorts im Leichtbau. Insbesondere Carbonfaser spielt im Hubschrauberbau eine wichtige Rolle, da sich damit leichte und zugleich belastbare Strukturen herstellen lassen.
Die Entscheidung für die neue Montagelinie sei deshalb auch eine Investition in Donauwörth und die Beschäftigten vor Ort. „Diese Halle, diese Linie ist ein erhebliches Investment in die Mitarbeiter und den Standort“, sagt Mack.
An Entwicklung und Produktion sind Airbus-Standorte und Teams aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Für Mack ist das ein wesentlicher Teil des Projekts: „Es ist auch heute noch möglich, europäische, gemeinschaftliche Erfolge zu feiern.“
Programmleiter Dr. Dirk Petry sieht die H140 als Ergänzung des bisherigen Airbus-Portfolios. Der leichte zweimotorige Hubschrauber ordnet sich zwischen den Modellen H135 und H145 ein. Erste Überlegungen für das neue Modell habe es bereits 2020 und 2021 gegeben, berichtet Petry. Damit liegen zwischen den ersten Planungen und dem Beginn der Serienproduktion nur gut fünf Jahre.
„Bei der H140 ist fast alles Eigenfertigung – und das maßgeblich in Donauwörth“, sagt Petry. Ein großer Teil des Entwicklungsteams arbeite ebenfalls am Standort.
Die H140 ist als Mehrzweckhubschrauber konzipiert. Eine wichtige Rolle soll zunächst die Luftrettung spielen. Gerade hier bietet die geräumige Kabine Vorteile: Bis zu sechs Passagiere finden darin Platz. Auch medizinische Ausrüstung und Tragensysteme sollen sich leichter unterbringen lassen.
Daneben sieht Airbus weitere Einsatzmöglichkeiten, etwa bei Polizei und Behörden, im Passagiertransport sowie bei Offshore- und anderen Arbeitseinsätzen. Erst im Juni hatte Airbus den letzten von acht neuen Polizeihubschraubern des Typ H145 an die bayerische Polizei übergeben.
Die Resonanz auf das neue Modell H140 sei bislang „überwältigend positiv“, sagt Petry. Seit der Vorstellung der H140 im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Unternehmens bereits 61 Maschinen fest bestellt. Dass Airbus die Serienfertigung bereits jetzt anlaufen lässt, während Entwicklung und Zulassung weiterlaufen, zeigt auch, wie weit das Programm inzwischen fortgeschritten ist.
Auch Vertreter aus Politik und Stadt heben bei der Eröffnung die Bedeutung des Airbus-Standorts hervor. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler (CSU) bezeichnet Airbus als „Wachstumsmotor“ für die Region. Mit Blick auf die industrielle Entwicklung spricht er von „High-Tech aus Bayern“.
Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré wertet die neue Montagelinie als Bekenntnis zum Standort. Airbus präge die Stadt wirtschaftlich, technologisch und durch die angebotenen Arbeitsplätze. Nach seinen Angaben sind derzeit rund 8.000 Menschen am Standort beschäftigt.
Zum Abschluss folgt die symbolische Eröffnung der neuen Montagelinie. Oberbürgermeister Sorré, Fackler sowie die Airbus-Vertreter Helmut Färber und Laurent Mazoué drücken gemeinsam einen symbolischen Startknopf. Nebel zieht durch die Halle, Musik setzt ein, Lichter richten sich auf die erste H140-Serienzelle.
Damit beginnt für das neue Modell die nächste Phase: Aus Prototypen und Entwicklungsarbeit wird schrittweise ein Serienprogramm. Die erste Zelle für einen Kundenhubschrauber befindet sich bereits in der Montage.
Für Airbus beginnt mit der neuen Linie nun der Produktionshochlauf. Für den Standort Donauwörth bedeutet die H140 zugleich, dass ein weiteres Hubschrauberprogramm von der Entwicklung bis zur Endmontage maßgeblich vor Ort angesiedelt ist.