Jahresbilanz

Ärger mit Zucker: Südzucker rettet sich mit Tiefkühlpizza

Fallende Aktienwerte, Verlustreiche Segmente, der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Heer legt sein Amt vorzeitig nieder. Im vergangenen Jahr häuften sich die schlechten Nachrichten über das Unternehmen mit Standort in Rain am Lech. Doch der Konzern verkündet jetzt: Es gibt Hoffnung. Diese liegt jedoch nicht im Zucker-Geschäft.

Der Konzernumsatz der Südzucker AG lag in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 mit 5.089 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Der Wert von damals – 5.028 Millionen Euro – konnte damit leicht gesteigert werden, wie Südzucker bereits im Dezember 2020 mitteilte. Dennoch hat sich die Lage des Unternehmens damit nicht in allen Bereichen aufgebessert. Der Umsatz im Segment CropEnergies ist leicht zurückgegangen. In den Segmenten Zucker und Frucht konnte das Vorjahresniveau gehalten werden. Einen Anstieg verzeichnete Südzucker lediglich im Segment Spezialitäten, sprich mit Fertigprodukten. Bereits im Juli zeichnete sich dabei ab, dass dieses Segment das Unternehmen retten könnte. Im Jahresrückblick kann dies somit Bestätigung finden: Das operative Konzernergebnis stieg durch die Verminderung des Verlusts im Segment Zucker sowie den Ergebnisverbesserungen im Segment Spezialitäten deutlich auf 195 Millionen Euro. Hier setzte sich das Wachstum auch im dritten Quartal fort, sodass der Umsatz in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter auf 1.885 Millionen Euro zulegen konnte. Dieser Anstieg wurde auch durch die im Verlauf des Vorjahres in Betrieb genommenen Kapazitätserweiterungen im Bereich Stärke unterstützt.

Segment Zucker trotz Steigerung in der Krise

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Der Umsatz im Segment Zucker lag mit 1.730 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau, die rund 1.739 Millionen Euro betrugen. Dabei stand gestiegenen Zuckererlösen eine deutlich geringere Absatzmenge gegenüber. Der Absatzrückgang geht zum einen auf die geringere Zuckererzeugung in der Kampagne 2019 zurück. Zum anderen wurden die kurzfristig positiven Impulse aus Hamsterkäufen im Einzelhandel zu Beginn des Geschäftsjahres im weiteren Verlauf des Jahres durch die geringere Nachfrage der zuckerverarbeitenden Industrie infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise überlagert, erklärt eine Mitteilung des Unternehmens. Damit fuhr das Segment auch 2020 einen operativen Verlust ein. Dieser lag bei rund -80 Millionen Euro. Dennoch ist hier eine Verbesserung der Situation zu beobachten, da der Verlust im Jahr zuvor sogar bei -146 Millionen Euro gelegen hatte. Die Verbesserung wird maßgeblich getragen von den höheren Zuckererlösen infolge der Preiserhöhungen jeweils zu Beginn der Zuckerwirtschaftsjahre 2019/20 und 2020/21. Diese überkompensieren die geringere Absatzmenge, gestiegene Produktionskosten und eine geringere Kapazitätsauslastung infolge der sich im Laufe des Jahres verschlechternden Ernteerwartungen.

2020 war kein Jahr für Zuckerrüben

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Trockenheit im Frühjahr, aber auch regional im Sommer, ein starker Virusbefall in Frankreich, Belgien und in Teilen Deutschlands sowie Blattkrankheiten vor allem in Polen und den AGRANAGebieten. Diese Nachrichten trübten die Ernteerwartungen für Zuckerrüben deutlich ein. Sie führten 2020 schließlich zu einem insgesamt unterdurchschnittlichen Ertrag in der Südzucker-Gruppe. Infolgedessen wird die durchschnittliche Dauer der Verarbeitungskampagne mit voraussichtlich 106 Tagen unter dem Vorjahr liegen. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Rübenerträge wird die Kampagne an einigen Standorten bereits Ende Dezember 2020, in anderen Anbaugebieten erst Anfang Februar 2021 abgeschlossen sein. Insgesamt werden in der Südzucker-Gruppe voraussichtlich aus 24,2 Millionen Tonnen Zuckerrüben 3,5 Millionen Tonnen Zucker gewinnen.

Südzucker verfehlt Jahresprognose

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Bereits im Rahmen der Veröffentlichung zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 hatte Südzucker darauf verwiesen, dass die Jahresprognose nicht mehr erreichbar ist. Grund waren damals auch schon Unsicherheiten im Segment Zucker und die weitere Absatzentwicklung im Umfeld der Corona-Pandemie. Darüber hinaus wurde auf die Risiken der finalen Kapazitätsauslastung infolge der fortgesetzten Trockenheit und des verstärkten Schädlingsbefalls in einigen Anbaugebieten hingewiesen. Südzucker hat daraufhin die Prognose im Dezember 2020 angepasst, da bereits ab Mitte Oktober negative Effekte aus dem erneuten Lockdown zu verzeichnen waren. In der Gesamtbetrachtung erwartet Südzucker nun im Konzern für das Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 6,6 bis 6,8 Milliarden Euro. Damit liegt sie deutlich unter der bisherigen Schätzung, die zwischen 6,9 bis 7,2 Milliarden Euro gelegen hatte.

Insgesamt rechnet Südzucker im Segment Zucker abermals mit einem leichten Umsatzrückgang. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht wird dagegen ein leicht steigender Umsatz prognostiziert. Im Segment CropEnergies wird eine Bandbreite von 765 bis 795 Millionen Euro gesehen. Das operative Konzernergebnis wird in einer Bandbreite von 190 bis 240 Millionen Euro veranschlagt. Damit liegt der Wert zwar über dem des Vorjahres – nämlich 116 Millionen Euro – aber doch deutlich unter den bisherigen Erwartungen, die zwischen 300 bis 400 Millionen Euro gelegen hätten.

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Der Konzernumsatz der Südzucker AG lag in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 mit 5.089 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Der Wert von damals – 5.028 Millionen Euro – konnte damit leicht gesteigert werden, wie Südzucker bereits im Dezember 2020 mitteilte. Dennoch hat sich die Lage des Unternehmens damit nicht in allen Bereichen aufgebessert. Der Umsatz im Segment CropEnergies ist leicht zurückgegangen. In den Segmenten Zucker und Frucht konnte das Vorjahresniveau gehalten werden. Einen Anstieg verzeichnete Südzucker lediglich im Segment Spezialitäten, sprich mit Fertigprodukten. Bereits im Juli zeichnete sich dabei ab, dass dieses Segment das Unternehmen retten könnte. Im Jahresrückblick kann dies somit Bestätigung finden: Das operative Konzernergebnis stieg durch die Verminderung des Verlusts im Segment Zucker sowie den Ergebnisverbesserungen im Segment Spezialitäten deutlich auf 195 Millionen Euro. Hier setzte sich das Wachstum auch im dritten Quartal fort, sodass der Umsatz in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter auf 1.885 Millionen Euro zulegen konnte. Dieser Anstieg wurde auch durch die im Verlauf des Vorjahres in Betrieb genommenen Kapazitätserweiterungen im Bereich Stärke unterstützt.

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2020 war kein Jahr für Zuckerrüben

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Südzucker verfehlt Jahresprognose

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Insgesamt rechnet Südzucker im Segment Zucker abermals mit einem leichten Umsatzrückgang. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht wird dagegen ein leicht steigender Umsatz prognostiziert. Im Segment CropEnergies wird eine Bandbreite von 765 bis 795 Millionen Euro gesehen. Das operative Konzernergebnis wird in einer Bandbreite von 190 bis 240 Millionen Euro veranschlagt. Damit liegt der Wert zwar über dem des Vorjahres – nämlich 116 Millionen Euro – aber doch deutlich unter den bisherigen Erwartungen, die zwischen 300 bis 400 Millionen Euro gelegen hätten.

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