Kreisklinik St. Elisabeth

Geburtshilfe-Abteilung in Dillingen bis Juli geschlossen

Geburtenabteilung in Dillingen schließt vorübergehend. Symbolbild. Foto: Katrin Schindler  / pixelio.de
Ab März wird es in der Kreisklinik Dillingen-Wertingen gGmbH vorläufig keine Versorgungs-Station für Geburten geben. Geschäftsführung und Aufsichtsrat sehen keine Alternative, als die Abteilung bis Juli zu schließen.

Der akute Personalmangel in der Geburtshilfe an der Kreisklinik St. Elisabeth konnte nicht behoben werden. Die Klinik suchte zuletzt neben Ärzten für Geburtshilfe und Gynäkologie auch Hebammen, um den Betrieb nachhaltig zu sichern. Bundesweit herrscht Fachkräftenmangel in der Branche.  Aufsichtsrat und Geschäftsführung zogen nun die Konsequenz und beschlossen, die Abteilung ab dem 23. März 2018 zu schließen. Der Neustart der Geburtshilfe am Krankenhaus in Dillingen soll zum 1. Juli 2018 erfolgen.

Hebammen sind überlastet

Mit den noch vorhandenen Hebammen und Ärzten könne kein Dienstplan aufrechterhalten werden, der eine rund-um-die-Uhr-Versorgung der werdenden Mütter und der Neugeborenen garantiert. „Wir kommen an unsere körperlichen Belastungsgrenzen und können die Verantwortung für die Sicherheit unser werdenden Mütter und deren Kinder so nicht mehr übernehmen, weil auch Ärztemangel besteht. Wir sind einfach zu wenige und neue Hebammen zu finden, ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen schwer“, betont die  Sprecherin der Hebammen, Anne Braun-Springer. „Die Vor- und Nachsorge wie auch unsere Angebote im Hebammenhaus können wir aber auf jeden Fall weiterhin gewährleisten.“

Medizinisches Versorgungszentrum soll kommen

Die Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Landrat Leo Schrell, Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger und das gesamte Gremium des Aufsichtsrates beschlossen dennoch, am Konzept eines Medizinischen Versorgungszentrums festzuhalten. Am 7. Juli 2017 hatte der Kreistag des Landkreises Dillingen die Gründung dieses beschlossen. Zunächst soll die Abteilung Gynäkologie mit neuen Ärzten gestärkt werden. Im zweiten Schritt wird die Geburtshilfe neu aufgebaut, ein neues Ärzteteam und ein vollständiges Hebammenteam etabliert. Ziel war und ist die wohnortnahe, stationäre und ambulante Versorgung im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe dauerhaft zu sichern.

Das Medizinische Versorgungszentrum erhielt bisher nicht den beantragten freien Kassensitz. Dieser ist wesentlich für den Erfolg des Zentrums verantwortlich. Infolge kündigte ein Teil des neuen Ärzteteams. Chefarzt Dr. med. Sascha Vietoris und Oberärztin Dr. med. Eva-Maria Link verlassen die Klinik wieder. Auch Hebammen kündigten, da die Zukunft der Abteilung unsicher wurde.

Bayern setzt sich für mehr Hebammen ein

Das „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“/Bayern konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: Pauschalen für jedes Neugeborene der Kommunen. Das Geld soll in die Hebammenhilfe fließen. Die Kosten werden mit etwa fünf Millionen Euro jährlich beziffert. Finanzierung von defizitären Geburtshilfestationen in ländlichen Regionen mit jährlich insgesamt 25 Millionen Euro. Voraussetzung ist beispielsweise, dass eine Klinik wegen zu geringer Fallzahlen nicht kostendeckend wirtschaften kann, aber Hauptversorger in der Region ist.

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