Initiative in Dillingen

Fachtag: Chancen für psychisch kranke Menschen am Arbeitsmarkt

Psychisch kranke Menschen stehen oft vor Herausforderungen am Arbeitsmarkt Wie man ihre Situation verändern und ihnen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnen kann, war das Thema eines Sonderforums in Dillingen.

Veranstaltet wurde der Tag vom Gemeindepsychiatrischen Steuerungsverbund (GPSV) für die Landkreise Dillingen und Donau-Ries. „Der Bezirk Schwaben begrüßt solche Initiativen in den einzelnen Regionen“, so Bezirkstagspräsident Martin Sailer, „hat doch die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die damit verbundene Anerkennung für betroffene Menschen einen sehr hohen Stellenwert.“

Budget für Lohnkostenzuschüsse

Unter dem Motto „Mittendrin statt Außen vor – Psychisch krank und dennoch 1. Arbeitsmarkt“ zeigten Fachleute Wege auf, um psychisch kranke Menschen am Arbeitsmarkt zu integrieren. Sie erklärten, wie Vorurteilen gegenüber psychisch kranken Menschen auch in der Arbeitswelt begegnet werden kann und wie die Fähigkeiten der Betroffenen für den Arbeitsmarkt aktiviert werden können.

Eine neue Möglichkeit dazu sei das Bundesteilhabegesetz, das seit 2018 ein „Budget für Arbeit“ vorsieht. Kerstin Klein, Projektbeauftragte „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ beim Bezirk Schwaben, erläuterte die Rahmenbedingungen für dieses Budget. Es soll Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstätte arbeiten, den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen. Ist ein Budget bewilligt, so erhalten Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss, den der Bezirk Schwaben trägt, das Inklusionsamt übernimmt die Aufwendungen für Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz.

Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen am Arbeitsmarkt

Nicolas Rüsch, Professor für Public Mental Health, Leiter der Sektion „Public Mental Health“ und Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg, führte entsprechende Studien an. Diese zeigten, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nach wie vor mit großen Vorurteilen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben.

So gaben 75 Prozent der Befragten einer englischen Studie an, ihre Erkrankung aus Angst vor Diskriminierung bei Bewerbungen zu verschweigen. Aus gutem Grund: Andere Studien zeigten, dass psychisch Kranke kaum zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. „Protest, Edukation und Kontakt“ nannte Rüsch als die drei Möglichkeiten, der Stigmatisierung entgegenzuwirken. „Wer seine Erkrankung geheim hält, hat dadurch zusätzlichen Stress“, so Rüsch, „eine Offenlegung birgt die Gefahr der Diskriminierung in sich, kann aber auch Unterstützung durch die Kollegen hervorbringen.“

Konzept zur Unterstützung psychisch kranker Menschen

Auf das Konzept des „Supported Employments“ (SE) ging Professor Reinhold Kilian, Leiter der Sektion Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg ein. Dabei werden Menschen mit Behinderungen unterstützt, bezahlte Arbeit in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes zu erlangen und zu erhalten.

Über das Konzept des Sonderforums

Wie Albert Pröller, Vorstand des GPSV Dillingen a.d.Donau betonte, sehe es das Konzept des Sonderforums vor, nicht nur die Integration psychisch kranker Menschen in den Betrieb zu diskutieren. Es soll für Betriebe auch Möglichkeiten der Beschäftigung von psychisch kranken Menschen aufzeigen. Das Forum soll eine Plattform sein mit Berufsgruppen im Hilfesystem sowie mit Berufsbetreuern, Betroffenen und Angehörigen ins Gespräch zu kommen. Beim „Markt der Möglichkeiten“ standen zudem das Jobcenter, der Bezirk Schwaben, die IHK Schwaben, das Inklusionsamt, der Integrationsfachdienst/REM Schwaben, die ROKO GmbH und der Psychosoziale Hilfsverein als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

Landrat Leo Schrell dankt allen Akteuren der Veranstaltung für den offenen Dialog zumal die Leistungsfähigkeit und der konkrete Unterstützungsbedarf der Betroffenen sehr individuell sei und stark abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild und den Auswirkungen der psychischen Störung sei. „Deshalb“, so Schrell, „sei eine individuelle Beratung sehr wichtig“.

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Nicolas Rüsch, Professor für Public Mental Health, Leiter der Sektion „Public Mental Health“ und Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg, führte entsprechende Studien an. Diese zeigten, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nach wie vor mit großen Vorurteilen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben.

So gaben 75 Prozent der Befragten einer englischen Studie an, ihre Erkrankung aus Angst vor Diskriminierung bei Bewerbungen zu verschweigen. Aus gutem Grund: Andere Studien zeigten, dass psychisch Kranke kaum zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. „Protest, Edukation und Kontakt“ nannte Rüsch als die drei Möglichkeiten, der Stigmatisierung entgegenzuwirken. „Wer seine Erkrankung geheim hält, hat dadurch zusätzlichen Stress“, so Rüsch, „eine Offenlegung birgt die Gefahr der Diskriminierung in sich, kann aber auch Unterstützung durch die Kollegen hervorbringen.“

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