Nach dem TV-Auftritt

„Die Höhle der Löwen“: Dillinger Startup profitiert auch ohne Deal

Corinna und Jochen Riedinger aus Dillingen kämpften vor kurzem in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ vergeblich um einen Deal mit einem Investor. Wie es für sie nach der Sendung weiterging, erzählt Corinna Riedinger unserer Redaktion.

Seit Ende Oktober sind Corina und Jochen Riedinger weit über den Landkreis bekannt. Millionen Zuschauer verfolgten ihren Auftritt in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“. In der Show haben Gründer die Möglichkeit, ihr Startup zu präsentieren und die Chance, einen der „Löwen“ zu überzeugen, in Ihre Idee zu investieren. Corina und Jochen Riedinger gingen mit ihrem Babymilch-Vollautomaten milquino ins Rennen. Sie erhofften sich 250.000 Euro für 25 Prozent ihres Startups. Doch keiner der Investoren biss an.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was haben Sie aus der Sendung für sich mitgenommen

Corina Riedinger: Der Fernsehauftritt war eine einmalige und aufregende Erfahrung, die man wahrscheinlich kein zweites Mal erleben wird. Es war gut wie es war. Interessant war auch, was aus der gesamten Aufzeichnung, welche circa 1 Stunde gedauert hatte, dann am Ende im TV zu sehen war.

Halten Sie weiter an Ihrem Produkt fest?

Natürlich, mehr denn je! Wir stehen nach wie vor voll hinter unserer Idee und unserem Produkt. Das Urteil der Löwen, nicht in das Produkt zu investieren, resultiert ja aus dem persönlichen Fokus und Arbeitsschwerpunkt des Löwen und heißt ja nicht, dass das Produkt nicht gut ist. Es war von vorne herein klar, dass wir unabhängig von einem Investor weiter an der Marke und am Produkt arbeiten.

Wie hat sich der Fernsehauftritt auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?

In allen Bereichen positiv! Es war unglaublich, wie viel Zuspruch wir nach der Sendung von allen Seiten auf allen Kanälen bekommen haben. Kunden, potenzielle Kunden, Lieferanten oder auch einfach Menschen, die uns Mut und Durchhaltevermögen zusprechen wollten. Der Tenor war bei allen klar: Macht weiter und gebt nicht auf!

Es ist den Zuschauern ja nicht bewusst, dass die Aufzeichnung des Pitches bereits im Januar 2018 war. Die Vorbereitungen zum Pitch liefen im November 2017 ab. Wir hatten zum Zeitpunkt der Ausstrahlung beinahe ein Dreivierteljahr Vorsprung. Ein weiterer Aspekt ist natürlich der Werbeeffekt, den so eine Ausstrahlung mit sich bringt. Auch dieser war und ist enorm.

Haben Sie mittlerweile einen anderen Investor gefunden?

Wir haben einige interessante Angebote bekommen, uns aber noch nicht entschieden. Noch ist unsere Firma ganz in unseren Händen und wird wahrscheinlich auch erst einmal so bleiben.

Wie geht es für Sie nun beruflich weiter?

Wir haben ein gutes Netz an verlässlichen Zulieferern aufgebaut, welche diverse Teile vorproduziert an uns liefern. Die Endmontage liegt weiterhin in unseren Händen. Wir mussten in der Vergangenheit lernen, dass sich Qualitätsvorstellungen von Montagebetrieben und uns doch unterscheiden und haben uns deshalb bewusst dazu entschieden die Montage selber zu organisieren.

Wie schon oben beschrieben, das Ergebnis des Pitches war nie ausschlaggebend dafür wie es mit der Firma weiter geht. Es war aber klar, dass wenn es zu Ausstrahlung kommt, der Werbeeffekt sehr enorm sein wird.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in drei Jahren?

Die Marke milquino wird in allen Küchen stehen, in denen Babyfläschchen zubereitet werden, ähnlich selbstverständlich wie ein Kinderwagen oder Autositz.

Ein Argument der Löwen war der „zu hohe“ Preis des Produkts. Wollen Sie hieran etwas ändern?

Das Argument des Preises zählt für die Investoren nur sehr stark, da sich der Milquino so nicht in den Discounter-Filialen verkaufen lässt. Da ist natürlich ein 49 Euro Produkt leichter zu positionieren. Die Produktion in Deutschland ist kostenintensiver als in Asien, das muss auch klar sein.

Welche Möglichkeiten hat man als Gründer in Ihrer Region, sich helfen zu lassen/Unterstützung zu bekommen?

Prinzipiell stehen den Gründern die Sprechstunden der IHK zur Verfügung. Diese sind allgemein gehalten und eher so für den ganz groben Überblick. Wenn es speziell wird, dann geht’s über Gründerberater/Unternehmensberater gegen Gebühr. Oft hilft auch der Gang zur Hausbank, diese informiert über Finanzierung und so weiter. Am Ende trifft man als Gründer aber alle Entscheidungen selbst. Da hilft einem keiner.

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