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WSA-Spitzenkandidat in Augsburg: „Meine Vision ist eine Stadt der Freiheit“
Kommunalwahl 2026: Die Spitzenkandidaten in Augsburg im Interview

WSA-Spitzenkandidat in Augsburg: „Meine Vision ist eine Stadt der Freiheit“

Helmut Wiedemann ist Spitzenkandidat von WSA (Wir sind Augsburg) für die Kommunalwahl 2026 in Augsburg. Foto: Joachim Schafnitzl
Helmut Wiedemann ist Spitzenkandidat von WSA (Wir sind Augsburg) für die Kommunalwahl 2026 in Augsburg. Foto: Joachim Schafnitzl

Im Rahmen der Kommunalwahl 2026 spricht Helmut Wiedemann, WSA-Spitzenkandidat für den Augsburger Stadtrat, darüber, welche Investitionen Priorität haben und wie er die Innenstadt beleben würde.

B4BSCHWABEN.de: In drei Sätzen: Was ist Ihre Vision für Augsburgs Zukunft?

Helmut Wiedemann: Augsburg muss als erreichbare Metropole Schwabens seinen Wohlstand durch einen starken Mittelstand, florierenden Einzelhandel und modernste KI-Hochtechnologie sichern. Meine Vision ist eine Stadt der Freiheit ohne Verbote, die durch niedrigere Abgaben, Parkgebühren-Senkungen und exzellente Lebensqualität zum attraktivsten Standort für Macher und Fachkräfte wird. Wir schaffen ein „Augsburg der kurzen Wege“, in dem wirtschaftlicher Erfolg das stabile Fundament für soziale Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit bildet.

Wie möchte Ihre Partei den Wirtschaftsstandort Augsburg stärken?

Wir setzen zum einen auf das Prinzip „Erreichbarkeit ist Existenzsicherung“. Die WSA lehnt eine autofreie Innenstadt ab; stattdessen fordern wir eine sofortige Senkung der Parkgebühren, insbesondere für Kurzzeitparker (zwei Stunden), um den schnellen Einkauf im lokalen Handel und Handwerk wieder attraktiv zu machen. Senkung der Grundsteuer und mittelfristig des Gewerbesteuerhebesatzes. Ich will Augsburg zum Schaufenster neuer Technologie machen, die digitale Infrastruktur auf Top-Niveau bietet, und setze auf eine konsequente Cluster-Strategie, die die Synergien zwischen der Universität Augsburg, der Hochschule und Weltmarktführern gezielt moderiert. 

Was sind Ihre drei wichtigsten Maßnahmen, um kleine und mittelständische Unternehmen in Augsburg zu stärken – jenseits von Allgemeinplätzen wie „Entbürokratisierung“?

  1. Belebung des Einzelhandels: Einführung eines „Augsburg-Tarifs“ beim Parken – die ersten zwei Stunden müssen für Kunden bezahlbar bleiben, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber der „grünen Wiese“ auszugleichen.
  2. Regionale Vergabe-Offensive: Konsequente Los-Aufteilung bei städtischen Aufträgen (gemäß § 97 Abs. 4 GWB), damit das Augsburger Handwerk zum Zug kommt, statt nur überregionale Konzerne.
  3. Verwaltungs-Service-Garantie: Wir führen verbindliche Bearbeitungsfristen für Bau- und Betriebsgenehmigungen ein; wer in Augsburg investieren will, braucht Planungssicherheit statt Behördenstau.
Helmut Wiedemann will für WSA in den Augsburger Stadtrat. Die Wählervereinigung unterstützt den OB-Kandidaten der SPD, Florian Freund. Foto: B4B
Helmut Wiedemann will für WSA in den Augsburger Stadtrat. Die Wählervereinigung unterstützt den OB-Kandidaten der SPD, Florian Freund. Foto: B4B

Augsburg steht wie viele Kommunen finanziell unter Druck. Welche Investitionen in Wirtschaft und Infrastruktur haben für Sie trotz knapper Kassen oberste Priorität?

Priorität hat der Erhalt der Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer – marode Straßen und Brücken schaden dem Handwerk und der Logistik massiv. Ebenso investieren wir vorrangig in die Digitalisierung der Verwaltung, um Prozesse zu verschlanken und Personalressourcen für die Kernaufgaben freizumachen. Drittens steht die Sanierung der Schulen ganz oben, um unseren kleinen und mittleren Unternehmen auch künftig bestens qualifizierte Fachkräfte aus der Region zu garantieren.

Welches Potenzial sehen Sie, das im Wirtschaftsstandort Augsburg bisher noch nicht ausgeschöpft oder beachtet wurde?

Das größte Potenzial liegt in der Symbiose aus Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität. Wenn wir die Innenstadt als „Wohnzimmer der Region“ begreifen, das für das Umland bequem erreichbar bleibt, nutzen wir unseren Standortvorteil gegenüber München voll aus. Zudem müssen wir die Revitalisierung innerstädtischer Gewerbebrachen für modernes Handwerk („Urban Manufacturing“) massiv forcieren, um Produktion und Wertschöpfung zurück in unsere Stadtviertel zu holen.

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