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Wohnungsmangel in Augsburg: „Der Markt schafft immer eine Lösung“
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Stadt Augsburg

Wohnungsmangel in Augsburg: „Der Markt schafft immer eine Lösung“

 Bezahlbarer Wohnraum wird in Augsburg immer knapper. Foto: B4B SCHWABEN

 „Wohnen ist für viele schwierig, für manchen unmöglich, für alle teurer geworden“, so Dr. Stefan Kiefer, Dritter Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg. Doch wie lautet die Lösung für dieses Problem? Auf dem Fachtag „Bezahlbares Wohnen im Großraum Augsburg“ wurden die Positionen der zahlreichen Akteure in diesem Feld deutlich.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Bezahlbaren Wohnraum in Augsburg zu finden, wird immer schwieriger. Dass es hier Lösungen geben muss, erkennen auch Wirtschaft und Politik. Am 19. Oktober 2015 fand deshalb der Fachtag „Bezahlbares Wohnen im Großraum Augsburg“ statt. Experten und Vertreter verschiedener Verwaltungsebenen und Institutionen stellten hier ihre Sicht der Wohnraumsituation in Augsburg dar. Ziel des Fachtags war es, gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

1.000 Wohnungen fehlen jedes Jahr in der Stadt Augsburg

Die Stadt Augsburg wächst jedes Jahr um rund 5.000 Einwohner. Die Flüchtlinge sind hier noch nicht mitgezählt. Wenn dieser Trend angeht, dann fehlen auch in den kommenden Jahren rund 1.000 Wohnungen jährlich. Denn so schnell kann kein Platz für die vielen Zuzügler geschaffen werden. „Die Wohnungsknappheit in Augsburg ist kein neues Thema. Doch die Dringlichkeit spitzt sich zu“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl in seinem Grußwort, „die Dynamik in Augsburg Stadt und Land zeigt, dass viele Menschen gerne hier leben. Dies ist ein erfreuliches Bekenntnis. Die Kehrseite ist jedoch, dass die Bereiche der Daseinsversorgung sich nicht ebenso schnell entwickeln können. Das Hinterherkommen ist hier nicht ganz einfach.“

Flüchtlinge nicht der Grund für Wohnraummangel in Augsburg

Zudem stellte Gribl klar: „Die Flüchtlingsströme sind nicht der Grund für unsere grundständige Problematik.“ Dennoch kommen laut Gribl hier weitere Herausforderungen auf Augsburg und das Umland zu: „Hier handelt es sich nicht um organisches Wachstum, sondern um extrem starken Zuwachs in sehr kurzer Zeit. Das macht es für die Kommunen schwierig, angemessene Lösungen zu finden.“

Angebot und Nachfrage: Warum es für den Wohnungsmarkt eine soziale Lösung geben muss

Matthias Günther vom Eduard Pestel Institut für Systemforschung verwies bei seinem Vortrag auch auf den gesamtdeutschen Wohnungsmarkt. „Derzeit fehlen in Deutschland rund 800.000 Wohnungen jährlich“, erklärte Günther, „zudem gehen jedes Jahr rund 60.000 bis 80.000 soziale Wohnungen verloren. Im gleichen Zeitraum werden nur 10.000 bis 14.000 gebaut. Hier herrscht klar ein Defizit.“ Zum Vergleich: In Augsburg sollen in den kommenden sechs Jahren 600 soziale Wohnungen gebaut werden. Gleichzeitig fällt die Zahl der Sozialwohnungen mit Preisbindung stetig. Von ehemals 20.000 sozialen Wohnungen in Augsburg existieren heute nur noch 6.000. „Der Markt schafft immer eine Lösung. Sozialverträglich ist diese nicht. Die sozialen Spannungen, die daraus entstehen würden, wenn Menschen kein adäquaten Wohnraum zur Verfügung steht, wären schwer verkraftbar“, betonte Günther. Gleichzeitig stelle Günther klar: „Auch sozialer Wohnungsbau muss wirtschaftlich sein, sonst bleiben die Investoren aus.“

Dauerhaft bezahlbarer Wohnraum für alle – wie ist das zu schaffen?

„Dass bezahlbarer Wohnraum in Augsburg fehlt, ist eine Tatsache und keine subjektive Einschätzung“, so Dr. Stefan Kiefer, Dritter Bürgermeister der Stadt Augsburg, „wohnen ist für viele schwierig, für manche unmöglich, für alle teurer geworden.“ Dr. Mark Dominik Hoppe, Geschäftsführer Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Augsburg, erklärte: „1.000 neue Wohnungen jedes Jahr, das ist für uns nicht machbar.“ Auch so schon gibt es viele Herausforderungen für die WBG: „Wir brauchen Grundstücke, auf denen wir bauen können, wir brauchen Förderungen und Subventionen und keine weiteren Erhöhungen der Baukosten“, so Hoppe.

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„Der private Eigentümer ist nicht der Gegner“

Was denken die privaten Investoren? Wen sehen Sie im Zuge des fortschreitenden Wohnungsmangels in Augsburg in der Verantwortung? Gabriele Seidenspinner vom Haus- und Grundbesitzerverein vertrat die Sicht der Eigentümer: „Eigentum verpflichtet, aber die Forderungen müssen auch bezahlbar bleiben. Draufzahlen wollen in dieser Frage weder die Stadt noch private Investoren. Der private Eigentümer sollte ein Partner in diesen Zeiten sein und nicht der Gegner.“

Wie lebt es sich in der Stadt, wie auf dem Land?

Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg, sprach über Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Land. Im Augsburger Umland wäre mehr Platz für neue Wohnungen als in der Stadt. „Die Anreize müssen hier erhöht werden. Menschen ziehen nicht aufs Land, wenn die steuerliche Eigenheimförderung reduziert wird und die Mobilitätskosten stetig steigen. Auf dem Land brauchen viele Haushalte gleich mehrere KFZ. Zudem wird im Beruf oft absolute Flexibilität erfordert. Wohneigentum behindert heutzutage den Karrieresprung. Wir müssen diese Nachteile minimieren“, so Landrat Sailer.  

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