Zu wenig Platz für neue Wohnungen

Wohnraum: MdB Ullrich fordert Umdenken im Augsburger Umland

Symbolbild: In Augsburg wird Wohnraum knapp. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
In Augsburg selber mangelt es an freien Flächen für Neubau. MdB Dr. Volker Ullrich kritisiert, dass im Umland zu viel Platz für Einfamilienhäuser verbraucht wird – und sieht auch die Nachbarstädte Gersthofen, Neusäß und Friedberg stärker in der Pflicht.

Die Mieten in Augsburg Stadt und Land sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Löhne jedoch nicht. Für viele wird es immer schwerer, sich eine Wohnung in der Stadt zu leisten. Hinzu kommt, dass der Druck auf Augsburg immer weiter wächst. Grund dafür ist die steigende Einwohnerzahl. Diese Tendenz wird sich weiter verstärken – unter anderem durch die neue Uniklinik, die Augsburg bis Ende 2018 haben soll. Im Rahmen eines Presse-Frühstücks am 3. März schlug der Bundestagsabgeordnete Dr. Volker Ullrich Möglichkeiten vor, um Abhilfe zu schaffen.

Kritik an der Mietpreisbremse

Von vielen wird die Mietpreisbremse als eine Möglichkeit gesehen, den weiteren Anstieg der Mieten zu verhindern. Wohl bis Sommer 2017 wird Augsburg einen Mietspiegel haben. Die Mietpreisbremse könnte dann endlich greifen. Als effektives Mittel sieht Ullrich die Regel dennoch nicht: „Die Mietpreisbremse schafft keinen Wohnraum.“ Zudem gebe es zu viele Möglichkeiten, sie zu umgehen. So gilt die Mietpreisbremse zum einen nicht für Neubauten.

Zu großes Risiko für Wohnungssuchende?

Das größere Problem sieht Ullrich jedoch woanders: „Grundsätzlich haben potentielle Mieter einen Anspruch darauf, vom Vermieter zu erfahren, wie hoch die Miete des Vormieters war. In der Praxis wird dieses Recht jedoch kaum in Anspruch genommen.“ Dies liegt laut Ullrich auch daran, dass viele das Risiko, als potentielle Mieter ausgeschlossen zu werden, nicht eingehen wollen. Für offene Gespräche mit dem Vermieter sei vielen die derzeitige Lage auf dem Wohnungsmarkt zu prekär.

Mietpreisbremse lediglich ein politisches Signal ohne reelle Auswirkung?

Ullrich sieht jedoch ein weiteres Problem: „Wenn eine Mietpreisbremse angekündigt wird, steigen die Mieten erfahrungsgemäß vor ihrem Eintreten deutlich.“ Der Bundestagsabgeordnete hält deshalb auch eine weitere Verschärfung der bestehenden Regel für nicht sinnvoll. In der Mietpreisbremse sieht er deshalb auch lediglich ein politisches Signal. Abhilfe schaffen könne sie nicht.

Künftig neue mehrgeschossige Wohnblöcke im Augsburger Textilviertel?

Eine Lösung für den Wohnraum-Mangel sieht Ullrich einzig im Neubau. „Jede neue Wohnung entlastet den Wohnungsmarkt“, so Ullrich. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Luxus- oder Sozialwohnungen handele. „Wir dürfen beides nicht gegeneinander ausspielen.“ Dass Augsburg mehr Wohnraum braucht, gilt als Konsens. Bisher war vor allem die Frage, wo dieser entstehen soll. „Wir befinden uns in einem urbanen Gebiet“, so Ullrich, „künftig werden wir auch wieder höher bauen müssen, um den Bedarf an Wohnraum decken zu können.“ Möglichkeiten dafür sieht Ullrich beispielsweise im Textilviertel. Doch auch im Südwesten Augsburg soll bald ein neues Stadtviertel und damit mehr Wohnraum entstehen.

MdB Ullrich fordert Nahverdichtung auch in Gersthofen, Neusäß und Friedberg

Doch der Bundestagsabgeordnete sieht vor allem auch das Augsburger Umland stärker in der Pflicht. „Für Augsburg gibt es Grenzen des Wachstums“, so Ullrich, „die Stadt kann nicht alles leisten. Es stehen nur bedingter Platz zur Verfügung. Auch im Umland wie in Gersthofen, Neusäß und Friedberg wird daher Nachverdichtung nötig sein. Sonst kann der Bedarf an Wohnungen im Großraum Augsburg nicht gedeckt werden.“ Ullrich kritisierte dabei, dass in vielen Nachbarstädten und Gemeinden bisher eher Flächen für Einfamilienhäuser freigemacht werden als für Geschosswohnungen. „Einfamilienhäuser verbrauchen viel Fläche. Doch der Bedarf an Wohnraum wird dadurch nicht gedeckt“, so Ullrich. Der Bundestagsabgeordnete fordert daher ein Umdenken. Der erste Schritt dazu ist bereits getan: So planen die Stadt Augsburg und die Stadt Frieberg derzeit ein gemeinsames Wohnbau-Projekt.

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