IHK Schwaben

„Wir wollen allen die Vorteile einer dualen Ausbildung aufzeigen“

Symbolbild. IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Zahl der Auszubildenden bleibt auf hohem Niveau, trotzdem sind noch zahlreiche Stellen unbesetzt. Während sich im kaufmännischen Bereich meist genug Bewerber finden, haben Handel, Gastronomie und Logistik zu kämpfen.

Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft setzt weiterhin auf die duale Ausbildung. Die 5.000 Ausbildungsbetriebe der IHK Schwaben haben bislang fast 8.300 neue Ausbildungsverträge gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg von 0,5 Prozent. Dass dennoch hunderte Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, liegt an rückläufigen Schulabgänger-Zahlen und dem verbreiteten Wunsch zu studieren. Auch die Anzahl der Geflüchteten, die eine Ausbildung in Schwaben beginnen, ist rückläufig.

Handel, Gastronomie und Logistik spüren Fachkräfte-Engpass am meisten

„Viele Unternehmen würden mehr Auszubildende einstellen, erhalten aber keine oder nicht ausreichende Bewerbungen“, berichtet Wolfgang Haschner, Leiter des Fachbereichs Ausbildung der IHK Schwaben. Der bundesweite Trend, wonach mehr als jeder dritte Betrieb keine geeigneten Bewerber findet, treffe auch für Schwaben zu.

„Besonders im Handel, in der Gastronomie und in der Logistik-Branche sind noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Hier haben kurzfristig Entschlossene aller Schularten, einschließlich der Studienabbrecher, gute Chancen auf eine duale Ausbildung“, erklärt Haschner. In Schwaben stehen derzeit noch etwa 420 offene Stellen zur Verfügung.

Tendenzen - was den Bewerbern wichtig ist

An den diesjährigen Auswertungen lassen sich einige Tendenzen ablesen: Die Klassiker unter den Ausbildungsberufen sind weiterhin beliebt, eher unbekannte Berufe (wie beispielsweise die Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik) werden trotz großer Chancen aber oft nicht wahrgenommen.

Für Bewerber ist neben Betrieb und Beruf vor allem die Erreichbarkeit entscheidend. Oftmals werden Ausbildungsstätten in der Nähe zum Wohnort gewählt, weiter als zehn Kilometer pendeln die wenigsten. Außerdem tendieren Bewerber mittlerweile zu kaufmännischen Berufen mit geregelten Arbeitszeiten.

„Wir wollen allen Zielgruppen die Vorteile der dualen Ausbildung aufzeigen“

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben wird ihre Bildungsoffensive „Lehre macht Karriere“ konsequent weiterführen, erklärt Haschner. „Wir wollen allen Zielgruppen die Vorteile der dualen Ausbildung aufzeigen. Für jeden Jugendlichen ist der Berufseinstieg über eine Ausbildung ein tolles Fundament, egal, ob man die Mittelschule, die Realschule oder das Gymnasium abschließt.“ So sind vom Berufskraftfahrer bis zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung derzeit noch offene Ausbildungsstellen vorhanden.

Neue Ausbildungen im IT-Bereich - Hoher Bedarf

Im Metall- und Elektronikgewerbe sind zuletzt mehrere Ausbildungsberufe um digitale Inhalte erweitert worden. Der neue Beruf Kaufmann im E-Commerce ist im September 2018 in Bayerisch-Schwaben erfolgreich gestartet, mittlerweile erlernen 76 Personen diesen Beruf. Generell legen Unternehmen auch bei anderen Ausbildungsberufen zunehmend Wert auf Basiskenntnisse im IT-Bereich.

Die von der IHK Schwaben 2018 ins Leben gerufene Zusatzqualifikation „Digitale Kompetenz für Auszubildende und Facharbeiter“ stieß auf sehr großes Interesse. Das Pilotprojekt zählt auf Anhieb rund 590 Teilnehmer, ist damit ausgebucht. Ebenfalls ausgebucht sind die Pilot-Seminare „Ausbilden 4.0“ für betriebliche Ausbilder und Berufsschullehrer.

Das sind die Top-Ten der IHK-Ausbildungsberufe in Bayerisch-Schwaben

Während bei den Ausbildungsverträgen in gewerblich-technischen Berufen in ganz Schwaben ein Plus von 2 Prozent zu verzeichnen ist, bleibt die Zahl der Verträge bei kaufmännischen Ausbildungsberufen nahezu unverändert. Rund 54 Prozent der aktiven Verträge von 2018 entfallen auf die hier aufgelisteten Top-Ten-Berufe:

  1. Industriemechaniker
  2. Industriekaufmann
  3. Kaufmann für Büromanagement
  4. Kaufmann im Einzelhandel
  5. Verkäufer
  6. Kaufmann im Groß- und Außenhandel
  7. Mechatroniker
  8. Fachinformatiker
  9. Zerspanungsmechaniker
  10. Fachkraft für Lagerlogistik
Weitere Artikel zum Gleichen Thema
IHK Schwaben

„Wir wollen allen die Vorteile einer dualen Ausbildung aufzeigen“

Symbolbild. IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Zahl der Auszubildenden bleibt auf hohem Niveau, trotzdem sind noch zahlreiche Stellen unbesetzt. Während sich im kaufmännischen Bereich meist genug Bewerber finden, haben Handel, Gastronomie und Logistik zu kämpfen.

Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft setzt weiterhin auf die duale Ausbildung. Die 5.000 Ausbildungsbetriebe der IHK Schwaben haben bislang fast 8.300 neue Ausbildungsverträge gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg von 0,5 Prozent. Dass dennoch hunderte Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, liegt an rückläufigen Schulabgänger-Zahlen und dem verbreiteten Wunsch zu studieren. Auch die Anzahl der Geflüchteten, die eine Ausbildung in Schwaben beginnen, ist rückläufig.

Handel, Gastronomie und Logistik spüren Fachkräfte-Engpass am meisten

„Viele Unternehmen würden mehr Auszubildende einstellen, erhalten aber keine oder nicht ausreichende Bewerbungen“, berichtet Wolfgang Haschner, Leiter des Fachbereichs Ausbildung der IHK Schwaben. Der bundesweite Trend, wonach mehr als jeder dritte Betrieb keine geeigneten Bewerber findet, treffe auch für Schwaben zu.

„Besonders im Handel, in der Gastronomie und in der Logistik-Branche sind noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Hier haben kurzfristig Entschlossene aller Schularten, einschließlich der Studienabbrecher, gute Chancen auf eine duale Ausbildung“, erklärt Haschner. In Schwaben stehen derzeit noch etwa 420 offene Stellen zur Verfügung.

Tendenzen - was den Bewerbern wichtig ist

An den diesjährigen Auswertungen lassen sich einige Tendenzen ablesen: Die Klassiker unter den Ausbildungsberufen sind weiterhin beliebt, eher unbekannte Berufe (wie beispielsweise die Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik) werden trotz großer Chancen aber oft nicht wahrgenommen.

Für Bewerber ist neben Betrieb und Beruf vor allem die Erreichbarkeit entscheidend. Oftmals werden Ausbildungsstätten in der Nähe zum Wohnort gewählt, weiter als zehn Kilometer pendeln die wenigsten. Außerdem tendieren Bewerber mittlerweile zu kaufmännischen Berufen mit geregelten Arbeitszeiten.

„Wir wollen allen Zielgruppen die Vorteile der dualen Ausbildung aufzeigen“

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben wird ihre Bildungsoffensive „Lehre macht Karriere“ konsequent weiterführen, erklärt Haschner. „Wir wollen allen Zielgruppen die Vorteile der dualen Ausbildung aufzeigen. Für jeden Jugendlichen ist der Berufseinstieg über eine Ausbildung ein tolles Fundament, egal, ob man die Mittelschule, die Realschule oder das Gymnasium abschließt.“ So sind vom Berufskraftfahrer bis zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung derzeit noch offene Ausbildungsstellen vorhanden.

Neue Ausbildungen im IT-Bereich - Hoher Bedarf

Im Metall- und Elektronikgewerbe sind zuletzt mehrere Ausbildungsberufe um digitale Inhalte erweitert worden. Der neue Beruf Kaufmann im E-Commerce ist im September 2018 in Bayerisch-Schwaben erfolgreich gestartet, mittlerweile erlernen 76 Personen diesen Beruf. Generell legen Unternehmen auch bei anderen Ausbildungsberufen zunehmend Wert auf Basiskenntnisse im IT-Bereich.

Die von der IHK Schwaben 2018 ins Leben gerufene Zusatzqualifikation „Digitale Kompetenz für Auszubildende und Facharbeiter“ stieß auf sehr großes Interesse. Das Pilotprojekt zählt auf Anhieb rund 590 Teilnehmer, ist damit ausgebucht. Ebenfalls ausgebucht sind die Pilot-Seminare „Ausbilden 4.0“ für betriebliche Ausbilder und Berufsschullehrer.

Das sind die Top-Ten der IHK-Ausbildungsberufe in Bayerisch-Schwaben

Während bei den Ausbildungsverträgen in gewerblich-technischen Berufen in ganz Schwaben ein Plus von 2 Prozent zu verzeichnen ist, bleibt die Zahl der Verträge bei kaufmännischen Ausbildungsberufen nahezu unverändert. Rund 54 Prozent der aktiven Verträge von 2018 entfallen auf die hier aufgelisteten Top-Ten-Berufe:

  1. Industriemechaniker
  2. Industriekaufmann
  3. Kaufmann für Büromanagement
  4. Kaufmann im Einzelhandel
  5. Verkäufer
  6. Kaufmann im Groß- und Außenhandel
  7. Mechatroniker
  8. Fachinformatiker
  9. Zerspanungsmechaniker
  10. Fachkraft für Lagerlogistik
Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben