Strategieplanung

Welche Perspektiven hat die M+E Industrie in der Coronakrise?

Wie reagiert die Metall- und Elektroindustrie am besten auf die Coronakrise? Diese Frage wurde nun auf dem vbm Tarifkongress diskutiert. Das sind die Ergebnisse.

Das Coronavirus zwingt die Wirtschaft und Politik flächendeckend dazu, neue Strategien einzusetzen, um die Krise zu überwinden. Doch allen Maßnahmen zum Trotz befindet sich die Konjunktur derzeit in einem Abschwung. Prof. Dr. Michael Grömling leitet die Forschungsgruppe Konjunktur am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Hier werden unter anderem Unternehmen befragt, wie sich die aktuelle Situation auf die Produktion auswirkt. Dabei zeichnen sich zum einen Trends ab, es wird jedoch auch aufgedeckt, welche generellen Probleme gelöst werden sollten. Rezessionen seien zwar nichts neues, erklärte Grömling, doch diese Krise wäre insofern einzigartig, dass sie sich massiv auf die Gesamtwirtschaft, besonders auch auf den Dienstleistungssektor auswirke.  

Kurzarbeit schützt Arbeitsplätze

Für ein besonders effektives und wichtiges Instrument in Krisenzeiten hält Hirohito Imakoji, Vorsitzender der vbm-Region Allgäu, das Konzept Kurzarbeit. Dennoch sei dies keine perfekte Lösung: „Das ist für alle Beteiligten in diesen schwierigen Zeiten eine gute Sache. Fakt ist aber, dass trotz Kurzarbeit nicht alle Jobs gerettet werden können“, erklärte er. In diesem Kontext wies Grömling jedoch darauf hin, dass in Bezug auf Arbeitsverlust und Wirtschaftsabschwung andere Krisen stärker zugeschlagen hätten. Beispielhaft dafür stände die Rezession im wiedervereinigten Deutschland Anfang der 90er Jahre. 34 Quartale lang hatte es gedauert, bis sich die Konjunktur erholt hatte. Mit einer Prognose für 2020 ist Grömling noch vorsichtig. Er vermutet jedoch, dass sich in etwa sechs Quartalen die Lage wieder auf dem Niveau von 2019 stabilisieren wird. Allerdings nur, so betonte er, wenn es keine zweite Welle gibt und sich auch die Weltwirtschaft wieder einpendelt.

„Es müssen geeignete Kompromisse gefunden werden“

Der vbm sieht jetzt die IG Metall in der Pflicht, Verantwortung für den Standort zu übernehmen. „Die Unternehmen haben sich ihren Beschäftigten gegenüber solidarisch gezeigt, jetzt wünschen wir uns das auch von der IG Metall“, sagte Imakoji, „Wir brauchen eine Tarifpolitik, die auch in konjunkturell unsicheren Phasen tragfähig ist. Hier müssen geeignete Kompromisse gefunden werden.“ Konkret hieße dies, dass Unternehmen finanziell entlastet werden müssen, da bei vielen die Liquidität durch Auftragsrückgänge bereits aufgebraucht sei. Eine solche Entlastung könne etwa die Senkung der Mehrwertsteuer sein. Ob dies allein jedoch genügt müsse sich, laut Prof. Dr. Grömling, noch zeigen.   

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