Regionale Gesundheitsfürsorge

Warum die AOK Augsburg die Pläne von Spahn kritisch sieht

Nach Gesundheitsminister Jens Spahn sollen die Krankenkassen deutschlandweit fusionieren. Wieso der Plan für Aufruhr in Augburg sorgt.

Mit dem Entwurf eines „Gesetzes für eine faire Kassenwahl in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Öffnung der bisher regionalen Krankenkassen erwirken. Wer an der Nordseeküste wohnt, soll sich künftig also auch bei der AOK Bayern versichern können. Wer in Augsburg wohnt, könnte sich bei der AOK in Niedersachen versichern.

Warum sich Werner Ziegelmeier gegen die Fusion ausspricht

„Das klingt zunächst gut, birgt jedoch einige Fallstricke“, so Werner Ziegelmeier, der Beiratsvorsitzende der AOK in Augsburg. Die regionalen Kassen würden in einen wenig sinnvollen Preiswettbewerb gezwungen. Vor allem junge und gesunde Versicherte werden unterschiedliche Beitragssätze nutzen, um zu wechseln.

Die Folge: „Der Krankenkasse fehlt in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung“, so der Unternehmer. Die Kranken haben das Nachsehen. Und auch der wirtschaftliche Druck auf Fusionen erhöht sich. Am Ende wird es weniger Kassen und weniger Wettbewerb geben. Für Ziegelmeier ist klar: „Die AOK ist eine regionale Kasse und das muss sie auch bleiben.“

Auch die bayerische Staatsregierung stellt sich gegen Spahns Pläne

„Wir sind mit unserer Sorge in guter Gesellschaft, denn auch die bayerische Staatsregierung lehnt die Pläne von Spahn vehement ab“, so Alfred Heigl, der AOK-Direktor in Augsburg. Anstelle eines unsolidarischen Preiswettbewerbs sei ein Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung gefragt. Im Moment gebe es ein ausgeprägtes und regionales Gesundheitsnetz in Bayern. Für dieses sorge die AOK, durch starke örtliche Präsenz, gemeinsam mit den bayerischen Ärzten und Kliniken.

Freistaat verfüge schon jetzt über zu geringes Mitbestimmungsrecht

„Um dies zu erhalten und regional noch passgenauer werden zu können, brauchen wir mehr verträgliche Spielräume und nicht Gleichmacherei“, betont Heigl. Gerade in einem Flächenland wie Bayern sei dies notwendig, um die Gesundheitsversorgung dauerhaft gewährleisten zu können.

Die Verhandlungen für den Bereich Heilmittel, darin inbegriffen ist beispielsweise auch die Krankengymnastik, habe Spahn bereits völlig zentralisiert. „Die bayerischen Gestaltungsmöglichkeiten sind auf ein Minimum reduziert“, so Heigl.

Nicht zuletzt geht es auch um Arbeitsplätze

Gerade in den ländlichen Regionen Bayerns haben sich die bundesweit tätigen Krankenkassen nahezu gänzlich zurückgezogen. Versicherte und Patienten, die eine wohnortnahe Betreuung und Beratung brauchen, haben keinen direkten Ansprechpartner vor Ort. Der Rückzug überregionaler Krankenkassen aus regionalen Gebieten habe fatale Auswirkungen auf die Arbeitsplatz-Situation in den Ortschaften. 90 Prozent der Mitarbeiter der AOK Bayern arbeiten in den Regionen. „Vor allem wollen wir die qualifizierten Arbeitsplätze in den bayerischen Regionen erhalten“, so Ziegelmeier.

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Die Folge: „Der Krankenkasse fehlt in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung“, so der Unternehmer. Die Kranken haben das Nachsehen. Und auch der wirtschaftliche Druck auf Fusionen erhöht sich. Am Ende wird es weniger Kassen und weniger Wettbewerb geben. Für Ziegelmeier ist klar: „Die AOK ist eine regionale Kasse und das muss sie auch bleiben.“

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