Home-Office-Umfrage, Folge 6

vmm: „Home-Office wird an Bedeutung gewinnen“

Wir haben bei Unternehmen in Bayerisch-Schwaben nachgefragt, wie sie nach dem Corona-Lockdown das mobile Arbeiten beurteilen. Andres Santiago, Geschäftsführer von vmm wirtschaftsverlag und vmm digital, hat verraten, weshalb er das Home-Office auch in Zukunft nicht als Komplettlösung sieht.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Während Corona haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Wenn Sie jetzt daran zurückdenken – positiv oder negativ? Und weshalb?

Andres Santiago: Im ersten Schritt ging es ja um die Gesundheit der Mitarbeiter, der Wechsel verlief demzufolge sehr abrupt, auch wenn wir die technischen Voraussetzungen im Wesentlichen schon zuvor hatten. Nach ein paar kleineren Anlaufschwierigkeiten – die Situation war ja insgesamt sehr unübersichtlich und es musste schnell gehandelt werden – lief das Home-Office aber rasch sehr gut und unkompliziert.  

Haben Sie selbst auch die Erfahrung gemacht, von zuhause aus zu arbeiten? Wenn ja, wie fanden Sie es?

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Ja, aber in geringerem Maße als manche Kollegen und Kolleginnen bei vmm. Positiv war, dass man ein Projekt oder Konzept in Ruhe und mit mehr Konzentration in wesentlich kürzerer Zeit durchziehen konnte. Die wechselseitige Kommunikation und das Gespür für Themen und Stimmungen fand ich dagegen direkt vor Ort besser.

Wird das Thema „Arbeiten von zuhause“ Ihrer Meinung nach zukünftig auch ohne Katastrophenfälle zunehmen?

Home-Office wird zweifelsohne an Bedeutung gewinnen. Wir haben auch schon verschiedene Abfragen bei uns gestartet und stellen fest, dass Modelle, wo man einen Mix aus Präsenz und Mobile Office hat, attraktiv werden könnten. Zum Beispiel auch in Fällen, wo viel Zeit für den Arbeitsweg aufgewendet werden muss. Man muss aber auch die gesamte Infrastruktur im Auge behalten, demzufolge werden bei mehr Mobile-Office auch die Strukturen vor Ort anders und zeitgemäßer werden. Das komplette Home-Office als Endpunkt sehe ich übrigens nicht, der Großteil unserer Mitarbeiter aber auch nicht. Wir sind aber auch ein Kommunikationsunternehmen, das mag in anderen Branchen anders sein. Wenn irgendwann alle im Home-Office wären, geht vielleicht auch ein mögliches Alleinstellungsmerkmal der Arbeitgebermarke verloren, vieles wird austauschbar werden.

Welche Rolle spielt das Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern im Home-Office? 

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Das Thema Vertrauen sollte da hierbei eigentlich keine Rolle spielen. Wer seinen Aufgaben und Zielen engagiert und motiviert nachkommt wird das an jedem Ort machen, anders herum leider genauso. Schwierigkeiten sehe ich eher darin, dass natürlich nicht jeder Mitarbeiter ein tatsächlich passendes Mobile Office einrichten kann. Dabei denke ich weniger an die Technik als an den Arbeitsplatz im Schlafzimmer oder der Küche – oder beispielsweise auch das Umfeld in Verbindung mit Kinderbetreuung während des Corona-Lockdowns.

Gab es bereits vor Corona die Möglichkeit für Home-Office in Ihrem Unternehmen?

Diese Option gab es in einigen wenigen Einzelfällen, war allerdings seitens der Mitarbeiter auch nie groß thematisiert worden.

Hat die Kommunikation mit Kollegen und Kunden noch gut funktioniert? Wenn ja, auf welchen Wegen?

Im Wesentlichen lief alles über Microsoft TEAMS ab. TEAMS hat sich sehr schnell nicht nur zu unserem bevorzugten Video-Tool entwickelt, sondern hat auch im Projektmanagement und in der Kundenbetreuung Einzug gehalten. Das kann man als digitalen Fortschritt dieser Phase verbuchen – und wird auch künftig die Zeit auf der Straße reduzieren. Wir haben uns auch Mühe gegeben, außerhalb der Arbeitsprozesse regelmäßig mit den Mitarbeitern im Mobile Office zu kommunizieren, damit diese sich nicht abgehängt fühlen. Aber auch das sollte man fast akribisch organisieren, sonst wird es zum Zufallsprojekt.

Wie zufrieden waren Ihre Mitarbeiter mit dem Modell?

Ich glaube die Zufriedenheit war bei den Befürwortern insgesamt groß. Es gab aber auch zweifelsohne Mitarbeiter, die auf ihre Rückkehr gedrängt haben – hiermussten wir dann im Büro wieder gemäß der Hygieneregeln nachjustieren. Dies zeigt aber, Home- und Mobile-Office wird sich als flexibles Modell in beide Richtungen etablieren.

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Ja, aber in geringerem Maße als manche Kollegen und Kolleginnen bei vmm. Positiv war, dass man ein Projekt oder Konzept in Ruhe und mit mehr Konzentration in wesentlich kürzerer Zeit durchziehen konnte. Die wechselseitige Kommunikation und das Gespür für Themen und Stimmungen fand ich dagegen direkt vor Ort besser.

Wird das Thema „Arbeiten von zuhause“ Ihrer Meinung nach zukünftig auch ohne Katastrophenfälle zunehmen?

Home-Office wird zweifelsohne an Bedeutung gewinnen. Wir haben auch schon verschiedene Abfragen bei uns gestartet und stellen fest, dass Modelle, wo man einen Mix aus Präsenz und Mobile Office hat, attraktiv werden könnten. Zum Beispiel auch in Fällen, wo viel Zeit für den Arbeitsweg aufgewendet werden muss. Man muss aber auch die gesamte Infrastruktur im Auge behalten, demzufolge werden bei mehr Mobile-Office auch die Strukturen vor Ort anders und zeitgemäßer werden. Das komplette Home-Office als Endpunkt sehe ich übrigens nicht, der Großteil unserer Mitarbeiter aber auch nicht. Wir sind aber auch ein Kommunikationsunternehmen, das mag in anderen Branchen anders sein. Wenn irgendwann alle im Home-Office wären, geht vielleicht auch ein mögliches Alleinstellungsmerkmal der Arbeitgebermarke verloren, vieles wird austauschbar werden.

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Das Thema Vertrauen sollte da hierbei eigentlich keine Rolle spielen. Wer seinen Aufgaben und Zielen engagiert und motiviert nachkommt wird das an jedem Ort machen, anders herum leider genauso. Schwierigkeiten sehe ich eher darin, dass natürlich nicht jeder Mitarbeiter ein tatsächlich passendes Mobile Office einrichten kann. Dabei denke ich weniger an die Technik als an den Arbeitsplatz im Schlafzimmer oder der Küche – oder beispielsweise auch das Umfeld in Verbindung mit Kinderbetreuung während des Corona-Lockdowns.

Gab es bereits vor Corona die Möglichkeit für Home-Office in Ihrem Unternehmen?

Diese Option gab es in einigen wenigen Einzelfällen, war allerdings seitens der Mitarbeiter auch nie groß thematisiert worden.

Hat die Kommunikation mit Kollegen und Kunden noch gut funktioniert? Wenn ja, auf welchen Wegen?

Im Wesentlichen lief alles über Microsoft TEAMS ab. TEAMS hat sich sehr schnell nicht nur zu unserem bevorzugten Video-Tool entwickelt, sondern hat auch im Projektmanagement und in der Kundenbetreuung Einzug gehalten. Das kann man als digitalen Fortschritt dieser Phase verbuchen – und wird auch künftig die Zeit auf der Straße reduzieren. Wir haben uns auch Mühe gegeben, außerhalb der Arbeitsprozesse regelmäßig mit den Mitarbeitern im Mobile Office zu kommunizieren, damit diese sich nicht abgehängt fühlen. Aber auch das sollte man fast akribisch organisieren, sonst wird es zum Zufallsprojekt.

Wie zufrieden waren Ihre Mitarbeiter mit dem Modell?

Ich glaube die Zufriedenheit war bei den Befürwortern insgesamt groß. Es gab aber auch zweifelsohne Mitarbeiter, die auf ihre Rückkehr gedrängt haben – hiermussten wir dann im Büro wieder gemäß der Hygieneregeln nachjustieren. Dies zeigt aber, Home- und Mobile-Office wird sich als flexibles Modell in beide Richtungen etablieren.

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