Schwäbische Arbeitgeberverbände

vbw Neujahrsempfang: „Wir brauchen neue Köpfe und Ideen“

Wolfgang Clement, Eva Weber, Erwein Prinz von der Leyen und Stephanie Ammicht. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Über 600 Gäste kamen zum traditionellen Neujahrsempfang der vbw und der bayme vbm. Gastredner war Bundesminister a.D. Wolfgang Clement. Er erklärte, worauf sich die schwäbische Wirtschaft künftig einstellen muss.

Die Veranstaltung fand am 10. Januar 2018 im Augsburger Rathaus statt. Eingeladen hatten die vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm.

Sorgen trotz der aktuell guten wirtschaftlichen Lage

Philipp Erwein Prinz von der Leyen, Vorsitzender der vbw Bezirksgruppe Schwaben, begrüßte gemeinsam mit Geschäftsführerin Stephanie Ammicht die zahlreichen hochkarätigen Gäste. In seiner Ansprache ging er auf die aktuelle Stimmung in der bayerischen Wirtschaft ein: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland, im Freistaat und in Schwaben ist gut. Ausruhen dürfen wir uns darauf aber nicht, denn die Herausforderungen sind zahlreich und groß. Dazu gehören die vielen politischen Unsicherheiten in der Welt, dringende Anpassungen auf EU-Ebene sowie die Veränderungs-Notwendigkeiten in unserer Gesellschaft, die sich durch den technologischen Wandel und insbesondere durch die Digitalisierung ergeben.“

Alle Bilder des vbw Neujahrsempfangs 2018

Steuersenkungen und Begrenzung der Sozialausgaben gefordert

Die vbw fordert, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt gestellt wird. „Wirtschaftspolitik bleibt die beste Sozialpolitik“, betonte Prinz von der Leyen. Laut vbw liegen den Arbeitgebern fünf Punkte besonders am Herzen. „Mehr Netto vom Brutto und die dauerhafte Begrenzung der Lohnzusatzkosten bei unter 40 Prozent sind möglich und notwendig. Da ist nun die zukünftige Bundesregierung gefragt“, erklärte Prinz von der Leyen. Auch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, eine Kehrtwende in der Energiepolitik mit einem schlüssigen energiewirtschaftlichem Gesamtkonzept sowie eine international wettbewerbsfähige Klimapolitik seien notwendig.

Auch auf Schwaben kommen große Herausforderungen zu

Der Gastredner in diesem Jahr war Wolfgang Clement, Bundesminster a. D. „Viele Menschen in unserem Land spüren: In den vergangenen Jahren ist politisch und wirtschaftlich nicht alles getan worden, was hätte getan werden müssen, um Deutschland für die Zukunft sicher aufzustellen“, sagte Clement. Große Veränderungen in der Weltwirtschaft, die europäische Finanzkrise und die Digitalisierung seien nur einige der Herausforderungen, denen sich die Menschen gegenüber sehen. Eine mutige und ideologiefreie Politik und auch Veränderungen seien notwendig: „Wir brauchen neue Köpfe und neue Ideen.“

„Verschont uns mit immer neuen Regeln“

Zentrale Themen, auf die es ankomme, seien vor allem Digitalisierung und Bildung. „Die deutsche Bildungspolitik befindet sich im internationalen Mittelmaß. Es gibt keine Chancengleicht“, sagte Clement. Auch auf die Arbeitszeiten-Regelung ging der Bundesminister a.D. ein. „Wir brauchen flexiblere Arbeitszeiten“, sagte Clement, „verschont uns mit immer neuen Regeln.“ Abschließend erklärte er: „Uns stehen große Herausforderungen bevor. Wir brauchen all unsere Kräfte, auch alle finanziellen, um sie zu bewältigen. In den öffentlichen Kassen gibt es so viel Geld wie nie zuvor. Aber es muss sinnvoll eingesetzt werden, sonst ist es schnell weg.“

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