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UPM und Sappi gründen neues Unternehmen – was bedeutet das für Augsburg?
Neugründung

UPM und Sappi gründen neues Unternehmen – was bedeutet das für Augsburg?

Symbolbild. Papierhersteller UPM und Sappi gründen ein gemeinsames Unternehmen. Das betrifft auch die UPM-Standorte in Augsburg und Schongau. Foto: stock.adobe.com / Alex
Symbolbild. Papierhersteller UPM und Sappi gründen ein gemeinsames Unternehmen. Das betrifft auch die UPM-Standorte in Augsburg und Schongau. Foto: stock.adobe.com / Alex

Der Papierhersteller UPM und sein Konkurrent Sappi haben eine verbindliche Vereinbarung getroffen. Sie wollen im Bereich grafischer Papiere ein Joint Venture gründen. Was bedeutet das für UPM in Augsburg?

Bis Ende dieses Jahres wollen UPM und Sappi die Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens im Bereich grafischer Papiere über die Bühne gebracht haben. Jetzt haben die beiden Konkurrenten eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet und konkretisiert, wie das Joint Venture aussehen soll. Es umfasst das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa und das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers – und betrifft damit auch die UPM-Standorte in Augsburg und Schongau.

Die Vereinbarung im Detail

Das Joint Venture soll zu gleichen Teilen UPM und Sappi gehören und von ihnen unabhängig agieren. So soll es eigene Entscheidungen treffen und seine Produktionsprozesse und Ressourcen selbst verwalten. Allerdings innerhalb der Rahmenbedingungen, die die Anteilseigner vereinbart haben.

UPM bringt mit seinem Communication Papers Geschäft 1,1 Milliarden Euro in das Joint Venture ein. Sappi mit seinem Europageschäft 320 Millionen Euro. Zudem nimmt das Joint Venture einen Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro auf, mit dem es UPM und Sappi auszahlt. UPM erhält 475 Millionen Euro, Sappi 90 Millionen. Damit das Joint Venture genug Eigenkapital hat, wird ein Teil des Kaufpreises durch Gesellschafterdarlehen finanziert. UPM hält hier Forderungen in Höhe von 98 Millionen Euro, Sappi 10 Millionen. Zudem übernimmt das neue Gemeinschaftsunternehmen von UPM Pensionsverbindlichkeiten in Höhe von 411 Millionen Euro. Sollte das neue Unternehmen künftig weitere Finanzierungen benötigen, muss es dies eigenständig schaffen. Die Anteilseigner sind laut der Vereinbarung dafür nicht zuständig.

Bevor das Joint Venture Dividenden auszahlen kann, muss es die Gesellschafterdarlehen zurückzahlen. Drei Jahre nach der Gründung können UPM und Sappi ihre Anteile an dem neuen Unternehmen verkaufen.

Warum gründen UPM und Sappi ein Joint Venture?

Hintergrund der Neugründung ist, dass die Marktsituation anhaltend schwierig ist. Laut UPM-CEO Massimo Reynaudo ist das Joint Venture eine Antwort auf die strukturellen Veränderungen in der europäischen Grafikpapierindustrie. „Es würde einen Weg bieten, die Widerstandsfähigkeit der Branche zu stärken und den Kunden langfristige Verlässlichkeit und Versorgungssicherheit zu bieten“, sagt Reynaudo.

2025 hat UPM Communication Papers die Papierproduktion bei UPM Ettringen (Kreis Unterallgäu) geschlossen. 235 Arbeitsplätze sind hier weggefallen. Auch UPM Kaukas (Finnland) wurde stillgelegt und das bereits stillgelegte Werk in Plattling verkauft.

Folgen für UPM in Augsburg und Schongau

Mit dem Joint Venture wollen Sappi und UPM jährlich rund 100 Millionen Euro einsparen. Das soll gelingen, indem Anlagen und Logistik optimiert werden, unter anderem das Beschaffungswesen effizienter gestaltet wird und das Produkt-Portfolio überprüft und optimiert wird.

Doch was bedeutet die Gründung des Joint Venture für die UPM-Standorte Augsburg und Schongau und deren Mitarbeitende? In Augsburg arbeiten rund 500 Menschen, in Schongau rund 275. UPM würde die Standorte dann nicht mehr betreiben. Der Ankündigung im Dezember 2025, dass UPM seine Communication Papers mit Sappi zusammenführen will, ist jedoch zu entnehmen, dass das neue Unternehmen auf Effizienz und langfristige Auslastung setzt. Die konkreten Folgen sind derzeit jedoch noch offen.

Eine Antwort auf die Anfrage, was das Joint Venture für die Mitarbeitenden und Standorte in Augsburg und Schongau bedeuten, lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor.

Nächste Schritte für das Joint Venture

UPM erwartet, dass das Joint Venture bis Ende dieses Jahres gegründet werden kann. Vorher müssen noch die Aktionäre von Sappi, die Europäische Kommission und die Kartellbehörden zustimmen. Auch Behörden in anderen Ländern wie den USA und China müssen das Joint Venture genehmigen.

Laut UPM befindet sich das Vorhaben derzeit in Phase II der EU-Fusionskontrolle. Diese läuft an, wenn in der ersten Phase nicht alle Bedenken ausgeräumt werden konnten. „Wir stehen weiterhin in offenem und konstruktivem Dialog mit der Kommission“, heißt es von UPM.

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