Meilenstein für die Rohstoffwende in Bayern

Umweltministerin Scharf in Augsburg: „Es gibt keine Alternative zur Rohstoffwende“

Weltweit steigt der Verbrauch von Rohstoffen immer weiter an – mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Was kann getan werden, um dies zu ändern? Dieser Frage stellten sich heute Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Augsburg.

Am 16. Februar fand in der Universität Augsburg die Abschluss-Veranstaltung des Projekts ForCYCLE statt. Rund 200 hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen dazu in die Fuggerstadt.

Zusammenarbeit mit Unternehmen als Schlüsselfaktor

„Abfälle sind Rohstoffe am falschen Ort“, erklärte Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, in ihrem Grußwort. „Wir brauchen neue Technologien und Innovationen“, sagte auch die Bayerische Umweltministerin, Ulrike Scharf. „Der Königsweg ist es, die Unternehmen mitzunehmen.“ Scharf betonte auch: „Es gibt keine Alternative zur Rohstoffwende.“ Der Freistaat Bayern unterstützt ForCYCLE mit drei Millionen Euro. Sechs bayerische Universitäten, zwei Fraunhofer-Institute und sieben Industrie-Partner arbeiten gemeinsam an dem Projekt. Künftig sollen weitere Unternehmen mit eingebunden werden.

Wichtiges Forschungs-Projekt findet Abschluss in Augsburg

Neue Chancen für die Wirtschaft

„In den vergangenen Jahrzehnten ist man davon ausgegangen, dass sich Lebensqualität nur mit Wachstum erhalten lässt. Dabei wurde mit wichtigen Rohstoffen häufig bedenkenlos umgegangen“, erklärte Augsburgs Oberbürgermeister, Dr. Kurt Gribl, „nun gibt es ein Umdenken.“ Gribl betonte in seiner Ansprache die Tradition als wichtigen Standort für die Produktion, aber auch die Rolle Augsburgs als Umweltstadt. Das Thema Ressourcen-Effizienz spielt in Augsburg schon lange eine wichtige Rolle – unter anderem im Augsburg Innovationspark und im Technologiezentrum Augsburg. „Dort herrscht viel Potential, um Lösungen zu finden für die Herausforderungen, die uns heute beschäftigen“, so Gribl. Es sei der richtige Weg, Produktions-Schritte auch umgekehrt zu denken. Daraus würden sich auch neue Chancen für die Wirtschaft ergeben.

ForCYLCE als Teil der bayerischen Ressourcen-Strategie

Der Fokus des Projekt-Verbunds lag auf einer anwendungsorientierten Forschung. So wurden beispielsweise Verfahren zur Aufbereitung von Gläsern entwickelt. Dazu arbeitet das ForCYCLE-Team mit einem bayerischen Hersteller für Behälter-Gläser zusammen. In dem selektiv Wertmetalle abgetrennt und rückgewonnen wurden, konnten hochwertige Gläser für die Industrie generiert werden. In einem weiteren Projekt wurden alternative, umweltschonende Verfahren zum Recyclen von Carbon-Fasern entwickelt. Eine Neuauflage für das Forschungs-Projekt ist bereits geplant. ForCYCLE ist Teil der bayerischen Ressourcen-Strategie. Das Ziel ist es, den Verbrauch von Ressourcen und Rohstoffen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.

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