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Umkämpfte AVV-Linien: So profitabel ist der Linienverkehr für Busunternehmer
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Umkämpfte AVV-Linien: So profitabel ist der Linienverkehr für Busunternehmer

Symbolbild: Die AVV-Buslinien in Augsburg sind begehrt. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Nahverkehr kommt teuer. Das wissen Kreise und Kommunen nicht erst seit gestern. Sie kämpfen deshalb an der Front von „Bus & Bahn“, weil sie im Interesse ihrer Bürger für bezahlbare Mobilität sorgen sollen. Vor allem Schüler und Pendler sind darauf angewiesen, dass es einen verlässlichen und bezahlbaren Dienstleister für sie gibt. Im Wirtschaftsraum Augsburg übernimmt der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) diese Rolle.

von Ulrich Pfaffenberger, Redaktion

Anders als viele glauben, ist der AVV kein operatives Unternehmen. Es handelt sich um ein politisches Konstrukt, einen sogenannten Aufgabenträgerverbund, unter dessen Dach der Öffentliche Personen Nahverkehr (ÖPNV) in der Region organisiert wird. Wessen Busse und Bahnen dort rollen, wird über regelmäßige Ausschreibungen bestimmt. Wie bei der öffentlichen Hand üblich, erhält dabei der günstigste Anbieter den Zuschlag. Das sind nicht notwendigerweise die großen Konzerne; auch mittelständische Betriebe haben ihre Chance. Denn die Bedienung des AVV-Gebiets wird nicht en bloc ausgeschrieben, sondern in einzelnen Tranchen, sprich: Einzelne Anbieter haben Chancen auf Teilregionen oder bestimmte Strecken.

Somit spiegelt sich in den Namen der im AVV arbeitenden Unternehmen auch die ganze Bandbreite der mittelständischen Busunternehmen der Region. Hedorfer ist genauso dabei wie Hörmann, Ludwig genauso wie Egenberger, BBS genauso wie Ziegelmeier. Auch einige Big Player haben ihre Busse rollen: die DB Regio AG, die BRB – Bayerische Regiobahn GmbH sowie die AVG – Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH.

Überdurchschnittliches Preisniveau führte zur europaweiten Ausschreibung

Für den Vergabezeitraum ab dem Jahr 2016 hatte der AVV erstmals auf europaweite Ausschreibungsverfahren und damit, wie es dort heißt „konsequent auf Wettbewerb bei der Vergabe von Verkehrsleistungen im AVV-Regionalbusverkehr“ gesetzt. Dahinter steckt, wie aus informierten Kreisen verlautet, nicht zuletzt der Unmut von Augsburgs OB Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer über ein Preisniveau, das sich im Verlauf der letzten zehn Jahre auf ungebührlicher Höhe eingependelt hatte. Neben diesen beiden Gesellschaftern sind auch noch die Landkreise Aichach-Friedberg und Dillingen am AVV beteiligt.

Offenbar lieferten Vergleiche mit ähnlichen Verkehrsregionen in Deutschland Ansatzpunkte, dass es Spielraum bei den Preisen nach unten und bei der Qualität nach oben gebe. Wobei zur Qualität nicht nur die Sauberkeit der Busse und die Freundlichkeit der Fahrer zählen, sondern auch Zeitpunkt und Frequenz der Dienstleistungen.

Linienfahrten sind für Betreiber ein gutes Geschäft

Dies ist unter anderem deshalb von Bedeutung, weil die Busunternehmen – wie die Ausschreibungsunterlagen zeigen –als Anerkennung für ihren Beitrag zur ÖPNV-Struktur unabhängig von Fahrgastzahlen Anspruch auf Ausgleichszahlungen durch die öffentliche Hand haben. Grundlage für deren Berechnung sind die angebotenen Fahrplankilometer.

Sprich: Auch ein Bus, der außerhalb der großen Pendlerströme leer durchs Land gondelt, bringt seinem Betreiber Geld und trägt zur vereinbarten Kilometerquote bei. Auf Strecken, um die ein starker Wettbewerb läuft, sind solche Rechnungen unwahrscheinlich. In der Vergangenheit soll es verhältnismäßig viele Linien gegeben haben, um die sich jeweils nur ein Unternehmen beworben hatte.

Welches Unternehmen zum Beispiel im Jahr 2014 in welchem Umfang Ausgleichszahlungen der öffentlichen Hand erhalten hat, geht aus der obligatorischen Veröffentlichung nach Art. 7 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 hervor, die penibel alle Dienstleister, Strecken und Zahlungen auflistet.

Auch heimische Busunternehmen profitierten von der europaweiten Ausschreibung

Daraus ist auch ersichtlich, dass neben kleineren Einzelunternehmen die Regionalbus Augsburg GmbH (RBA) den Löwenanteil der Strecken bedient – und damit auch der Ausgleichszahlungen einstreicht. Zu ihren Eigentümern gehören neben der Stadt Königsbrunn, dem Landkreis Neu-Ulm und der Stadt Neu-Ulm diverse mittelständische Busunternehmen aus der Region, darunter BBS, Hörmann, Egenberger, Gairing oder Kirner.

Was nun die Folgen der europäischen Ausschreibung angeht, die seit Anfang 2016 sichtbar sind, kommentiert die AVV: „Neben den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteilen profitieren hiervon vor allem auch unsere Fahrgäste.“ Eine Weiterentwicklung des Fahrplan-Angebots, die Verbesserung von Tarifstrukturen sowie eine einheitlich zeitgemäße Qualität der Fahrzeuge, beispielsweise in Bezug auf Barrierefreiheit und moderne Umweltstandards, seien positive Effekte, „die nach und nach im zukünftigen Wettbewerb umgesetzt werden“, heißt es dort.

Wer sich die aktuelle Liste der mittelständischen Busunternehmer aus der Region ansieht, die auch unter den neuen Konditionen für den AVV unterwegs sind, kann erkennen, dass die europäische Dimension der Ausschreibung nicht schädlich für heimische Betriebe war. Im Gegenteil: Selbst unter dem Label der Bahn-Tochter, DB Regio Bus Bayern, die einige Linien gewonnen hat, sind inzwischen wieder Busunternehmer der Region als Subunternehmer unterwegs.

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