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Mit dem Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs im Rahmen des Projekts „Mobilitätsdrehscheibe“ soll der Schienenverkehr optimal mit den Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs verknüpft werden. Diese Anbindung geschieht durch eine unterirdische Straßenbahnhaltestelle direkt unter den Bahnsteigen der Deutschen Bahn (DB) am Hauptbahnhof Augsburg. Die Deutschen Bahn wird desweiteren den Bereich der Bahnsteige sanieren. Der Umbau soll barrierefreies, bequemes und kurzes Umsteigen ermöglichen.
Was ist genau geplant?
Insgesamt drei Straßenbahnlinien sollen den Hauptbahnhof künftig unterirdisch anfahren. Die Straßenbahnhaltestelle unter den Gleisen der Deutschen Bahn soll sich im zweiten Untergeschoss befinden. Mit Aufzügen, Rolltreppen und Treppen ist dieses zweite Untergeschoss mit einer sogenannten immer noch unterirdischen „Verteilerebene“ verbunden. Diese führt wiederum zu den Bahngleisen der DB weiter. Gleichzeitig ist geplant, den Westen der Stadt Augsburg mit Hilfe eines Fußgängertunnels unter dem Bahngelände besser mit der Innenstadt zu verknüpfen. Dieser Fußgängertunnel wird parallel zu den Straßenbahngleisen verlaufen. Auch der Bahnhofsvorplatz wird ein neues Aussehen bekommen. Der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl freut sich über den Beschluss: „ Dies ist ein guter Tag für den Standort Augsburg und die gesamte Region. Die Einschränkungen im Bereich der Mobilität waren für Augsburg immer hinderlich. Dies kann jetzt gelöst werden.“
Baubeginn bereits im nächsten Jahr
Laut dem Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg, Norbert Walter, habe man bewusst darauf gesetzt, den Augsburger Hauptbahnhof mit Hilfe dieser Umbau-Maßnahmen zu sanieren, anstatt ihn abzureißen. Im August nächsten Jahres soll Baubeginn sein. Die Baumaßnahmen sollen zunächst von östlicher Seite beginnen. Vorgesehen zu diesem Zeitpunkt ist zunächst die Erstellung einer Tunnelrampe im Bereich der Halder- und Viktoriastraße. Ab 2014 soll dann mit dem Straßenbahntunnel unter den Gleisen begonnen werden. „Bis 2019 muss das Projekt spätestens beendet sein, da dann das sogenannte Entflechtungsgesetz ausläuft“, so Walter. Das Entflechtungsgesetz ermöglicht es noch vom Bund Zuschüsse für das Umbau-Projekt zu erhalten.
Wer trägt die Kosten?
Insgesamt sind die Kosten für den Umbau mit 98,5 Millionen angesetzt. Davon sollen durch das Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz 55,3 Millionen Euro vom Bund und Freistaat Bayern kommen. 22,4 Millionen Euro werden die Stadtwerke und die Stadt Augsburg tragen, weitere 20,7 Millionen die Deutsche Bahn. Zusatzkosten werden insbesondere durch eine Wendeschleife noch entstehen. Die Planungskosten werden unter den Projektträgern aufgeteilt.
Bahn modernisiert Bahnsteige
Parallel zu diesem Umbau wird die DB in die Erneuerung der Infrastruktur der Gleise investieren. So werden beispielsweise die Dächer erneuert und der Bahnhof behindertengerechter gestaltet. Zudem wird ein neuer Bahnsteig F gebaut. Das Projekt wird ganzheitlich von der Deutschen Bahn finanziert. Dadurch soll laut den Vertretern der DB Netz und DB Station und Service ein „moderne Verkehrsstation“ entstehen, die im Einklang mit dem neuen Umbaukonzept stehen wird. Baubeginn ist hier für 2014 angesetzt. Wie Karl-Heinz Ferstl von der DB Station und Service erläutert, soll es dadurch im Zugverkehr zu keinen größeren Ausfällen kommen.
Planfeststellungs-Beschluss liegt für alle Bürger zur Einsicht aus
Der Planfeststellungs-Beschluss gibt den Stadtwerken Augsburg und ihren Partner das verbindliche Plan- und Baurecht für den Umbau des Hauptbahnhofes. Die Modernisierung des Augsburger Hauptbahnhofs geschieht im Rahmen des Projekts „Mobilitätsdrehscheibe“ von projekt augsburg city, einer Zusammenarbeit der Stadtwerke Augsburg und der Stadt Augsburg. Der Umbau des Hauptbahnhofs ist eines von fünf Teilprojekten, unter anderem neben dem Umbau des Königsplatzes. Der Planfeststellungs-Beschluss liegt für alle Bürgerinnen und Bürger ab dem 10. Januar 2012 bei der Stadt Augsburg zur Einsicht aus.
Weitere Informationen auch unter www.projekt-augsburg-city.de