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Trotz schwierigem Markt: SGL Carbon erholt sich
Bilanz

Trotz schwierigem Markt: SGL Carbon erholt sich

Andreas Klein, Vorsitzender des Vorstands von SGL. Foto: SGL Carbon SE
Andreas Klein, Vorsitzender des Vorstands von SGL. Foto: SGL Carbon SE

Der Konzernumsatz von SGL Carbon ist in den ersten neun Monaten 2026 gesunken. Dennoch hat das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr erhöht.

Im ersten dreiviertel Jahr ist der Konzernumsatz von SGL Carbon verglichen mit dem Vorjahreswert gesunken: um 8,9 Prozent auf 594,8 Millionen Euro. Das kommt nicht überraschend: Hintergrund ist laut dem Unternehmen, dass es 2025 nicht profitable Geschäfte im Carbonfasergeschäft beendet hatte. Bereits in der Halbjahresbilanz hatte SGL einen um 13 Prozent gesunkenen Umsatz ausgewiesen.

Doch im dritten Quartal haben die Geschäfte wieder angezogen. Der Umsatz in den Monaten Juli bis September liegt bei 200,6 Millionen Euro und damit wieder auf Vorjahresniveau. Zudem ist das bereinigte EBITDA im dritten Quartal um 1,1 Prozent auf 36,5 Millionen Euro leicht gestiegen.

Die Geschäftsbereiche bei SGL Carbon haben sich über das Jahr jedoch unterschiedlich entwickelt.

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Entwicklung der SGL-Geschäftsbereiche

Der Umsatz im Geschäftsbereich Graphite Solutions ist in den ersten neun Monaten um 10 Prozent auf 358,3 Millionen Euro gestiegen. Dies liegt Vor allem an Kompensationszahlungen in Höhe von 30,4 Millionen Euro, die SGL von Kunden im Halbleitersegment enthalten hat. Hintergrund sind vertraglich vereinbarte Abnahmeverpflichtungen, die die Kunden nicht eingehalten hatten. So erhöhte sich der Umsatz mit Halbleiterkunden um 14 Prozent auf 135,6 Millionen Euro. Laut SGL würde der Umsatz der ersten neun Monate ohne die Kompensationszahlungen unter dem des Vorjahreszeitraums liegen. Dies würde die Nachfragesituation der ersten neun Monate deutlicher widerspiegeln.

Doch auch eine im dritten Quartal leicht gestiegene Nachfrage im Halbleiter- und Nuklearbereich, vor allem aus China, spielt in den gestiegenen Umsatz mit rein. Das bereinigte EBITDA der Graphite Solutions ist mit 71,9 Millionen Euro um 23,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

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Der Geschäftsbereich Fiber Composites hat zwar einen Umsatzrückgang von 30 Prozent auf 147 Millionen Euro. Die liegt laut SGL Carbon aber daran, dass nicht profitable Geschäfte im Carbonfasergeschäft beendet wurden. Das zeigt sich auch am bereinigten EBITDA: Dieses ist in den ersten neun Monaten um 61 Prozent gewachsen: Von 17,8 auf 28,7 Millionen Euro. Laut SGL haben die geringeren Kosten durch die Restrukturierung, individualisierte Kundenlösungen und erfolgreiche Geschäfte des Joint Venture Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes (BSCCB) zu dem Wachstum des bereinigten EBITDA geführt.

Im Geschäftsbereich Process Technology hingegen sind sowohl Umsatz als auch bereinigtes EBITDA deutlich gesunken: Der Umsatz war mit 74 Millionen Euro knapp 28 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA sank um 60 Prozent auf 11,2 Millionen Euro. Grund ist laut SGL dass die schwächelnde Chemieindustrie hier der wichtigste Kunde ist. „Gestiegene Energiepreise, hohe Arbeitskosten und regulatorische Auflagen veranlassen viele Chemieunternehmen Investitions- und Wartungsprojekte zu verschieben“, teilt SGL mit. So seien für SGL Großprojekte ausgefallen und Verkaufspreise gesunken. 

SGL erhöht Prognose für 2026

Insgesamt ist das bereinigte EBITDA der ersten neun Monate um 2,1 Prozent auf 106,3 Millionen Euro gesunken. Laut SGL Carbon wäre mit Blick auf den Umsatzrückgang auch ein stärkerer Rückgang des bereinigten EBITDA zu erwarten gewesen. Doch unter anderem die Ausgleichszahlungen aus dem Geschäftsbereich Graphite Solutions hätten hier entgegengewirkt.

„Die Geschäftsentwicklung im 3. Quartal 2026, eine über unseren Erwartungen liegende Nachfrage nach unseren Produkten insbesondere im Halbleiter- und Nuklearbereich sowie die ersten finanziellen Erfolge aus der Implementierung unserer SGL Growth 2030 Strategie haben uns dazu veranlasst, die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 anzuheben“, sagt Andreas Klein, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon SE.

So hat das Unternehmen Anfang Oktober seine Prognose für das bereinigte EBITDA erhöht. Bislang war SGL von 110 bis 130 Millionen Euro bereinigtem EBITDA ausgegangen. Jetzt erwartet SGL ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 bis 140 Millionen Euro. Den Umsatz hatte SGL zwischen 720 und 770 Millionen Euro prognostiziert, und erwartet inzwischen am Jahresende am oberen Ende der Spanne zu liegen. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den für SGL Carbon relevanten Absatzmärkten im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird“, schreiben die Vorstände Klein, Stephan Bühler und Thomas Dippold in ihrem aktualisierten Lagebericht.

SGL macht wieder Gewinn

Deutlich verbessert hat sich das Konzernergebnis: In den ersten neun Monaten im vergangenen Jahr hatte SGL noch einen Verlust von 51,3 Millionen Euro gemacht. Nach den ersten neun Monaten in diesem Jahr hat SGL hingegen einen Gewinn von 31,3 Millionen Euro gemacht. SGL begründet die deutliche Verbesserung des Konzernergebnis mit Einmaleffekten durch die Restrukturierung im vergangenen Jahr.

Zudem konnte SGL seit Jahresbeginn rund 20 Millionen Euro Schulden abbauen und hat zum 30. September 2026 78,5 Millionen Euro Nettofinanzschulden.

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