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Titania-Therme: Sachlage ist Ansichtssache
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Titania-Therme Neusäß

Titania-Therme: Sachlage ist Ansichtssache

 Die Titania Therme scheidet die Geister, Foto: Fotolia: Fotolia.com

Die Stadt Neusäß hat dem Betreiber der Titania-Therme fristlos gekündigt. Nun muss die Starwaters Deyle Gruppe das Gebäude zum 18. Februar räumen. Doch die beiden Seiten haben bezüglich der Sachlage recht unterschiedliche Ansichtsweisen.

Der Pächter der Titania-Therme muss die Schwimmhalle in Neusäß bis zum 18. Februar 2013 räumen. Dies beschloss nun der Neusässer Stadtrat einstimmig. Nachdem der Stuttgarter Betreiber, die Starwaters Deyle Gruppe, die Miete für das Schwimmbad seit dem dritten Quartal 2012 nicht mehr bezahlt hatte, sah sich die Stadt Neusäß gezwungen, den Mietvertrag fristlos aufzuheben. Bereits im November vergangenen Jahres wurde der Starwaters Deyle Gruppe eine Kündigung ausgesprochen –wegen unbezahlter Miete. Nach dem Aussetzen der zweiten Quartalsmiete ist die Stadt Neusäß nun zu einer gesetzlichen Kündigung berechtigt. Derzeit stehen Mietzahlungen in Höhe von knapp einer Viertelmillion Euro offen.

Vertrauensbasis zum Titania-Mieter stark geschädigt

Der Bürgermeister der Stadt Neusäß, Hansjörg Durz, berichtet, dass der Mietvertrag mit der Starwaters Deyle Gruppe im März 2001 eingegangen wurde und ursprünglich bis 30. Juni 2015 laufen sollte. Bis 2010 sei das Verhältnis zwischen der Verpächterin Stadt Neusäß und Pächter Starwaters Deyle Gruppe ein normales Mietverhältnis gewesen. Im September 2010 kam es dann aufgrund erhöhter Chlorwerte zu ersten Schließungen und Abmahnungen von Seiten der städtischen Sportstätten Neusäß GmbH an die Pächter der Titania-Therme. Schließlich wurde die Stadt Neusäß im September vergangenen Jahres über erhöhte Legionellen-Werte im Neusäßer Erlebnis- und Freizeitbad informiert – vom Gesundheitsamt, nicht vom Betreiber selbt, wie die Stadt Neusäß mitteilte. „Die hat die Vertrauensbasis zum Pächter enorm geschädigt“, berichtet Bürgermeister Durz. Die Information, dass die Legionellen aufgrund fehlerhaft installierter Leitungen aufgetreten seien, wertet Durz ab: „Seit 2001 gab es keine Probleme mit Legionellen in der Titania-Therme und der Mieter hat die Stadt Neusäß nicht ein Mal über derartige Probleme in Kenntnis gesetzt.“ Zudem seien die Leitungen von einem Gutachter als ordnungsgemäß und DIN-konform eingestuft worden.

Stadtrat beschließt einstimmig die Kündigung

Aufgrund des mit Legionellen verschmutzten Wassers kam es Ende September zu einer Schließung der Titania-Therme in Neusäß. Die wenige Tage später – am 30. September – fällige Mietzahlung für das dritte Quartal erfolgte nicht. Daraufhin mahnte die Stadt Neusäß den Pächter der Titania-Therme schriftlich ab und zog schließlich im November die fristlose Kündigung als Konsequenz, da die Miete bis dahin nicht eingegangen war. „Beim zweimaligen Aussetzen der Quartalsmiete sind wir zu einer gesetzlichen Kündigung berechtigt, dieser wurde jetzt vom Stadtrat einstimmig zugestimmt“, berichtet Durz. Falls die Starwaters Deyle Group das Neusäßer Schwimmbad bis 18. Februar 2013 nicht geräumt haben sollte, will die Stadt Neusäß mit einer Räumungsklage gegen den Pächter vorgehen.

Leitungen verantwortlich für Legionellen in der Titania-Therme

Bei der Starwaters Deyle Gruppe sieht man die Sachlage anders. Geschäftsführer Uwe Deyle berichtet, dass die Stadt Neusäß über die Aussetzung der Mietzahlungen schriftlich in Kenntnis gesetzt worden sei. „Wir mussten die Titania-Therme im September 2012 aufgrund von erhöhten Legionellen-Werten schließen. Ein Gutachter fand dann heraus, dass die installierten Leitungen die Ursache für die schlechten Wasserwerte waren“, erklärt der Titania-Betreiber. Verantwortlich für die Installation der Leitungen sei jedoch die städtische Gesellschaft Sportstätten Neusäß GmbH gewesen. Daher habe die Starwaters Deyle Gruppe den Schaden, der durch das mit Legionellen verschmutzte Wasser entstanden war, mit der Pacht gegengerechnet und die Mietzahlungen entsprechend ausgesetzt. Die Stadt Neusäß sei über diesen Schritt informiert worden, so Deyle. Auch Dietrich Gehle, Leiter des Freizeit- und Erlebnisbads Titania, betrachtet die fristlose Kündigung als ungerechtfertigt: „Wir möchten den Vertrag bis 2015 erfüllen und haben bereits rechtliche Schritte eingeleitet.“

Wasserqualität ist Mieter-Sache

Zu dem Vorwurf der Stadt Neusäß, die Pächter der Titania-Therme hätten keine Auskunft über die Wasserqualität gegeben, erläutert Deyle-Geschäftsführer Uwe Deyle: „Auf Anfrage hätten wir die Stadt Neusäß jederzeit über den Stand der Wasserqualität in Kenntnis gesetzt.“ Allerdings habe die Stadt Neusäß als Verpächter des Schwimmbads keinen Anspruch auf derlei interne Informationen. Das Gesundheitsamt habe zudem im Zwei-Wochen-Rhythmus die Wasserqualität überprüft. Die Stadt Neusäß sieht die Zurückhaltung dieser sensiblen Informationen jedoch als Vertrauensbruch. „Die Titania-Therme prägt das öffentliche Bild unserer Stadt mit. Natürlich sind wir daher sehr daran interessiert, über derartige Entwicklungen in Kenntnis gesetzt zu werden“, beschreibt Bürgermeister Hansjörg Durz das Anliegen der Stadt Neusäß.

Plan B für das Neusäßer Schwimmbad

Für die Zukunft des Erlebnis- und Freizeitbads Titania in Neusäß will die Stadt Neusäß parallel zur Abwicklung der Kündigung einen Plan B erstellen, so Durz. Da die Starwaters Deyle Gruppe die fristlose Kündigung als ungerechtfertigt erachtet, kann man davon ausgehen, dass nur über eine Räumungsklage der Auszug der Pächter erreicht werden kann. „Das kann mehrere Monate, wenn nicht sogar ein ganzes Jahr dauern“, weiß Durz. Bevor das Schwimmbad jedoch neu eröffnet wird, soll es in jedem Fall zunächst einer gründlichen Sanierung unterzogen werden. Soviel ist jetzt schon sicher.

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