Dezentrale Power-to-Gas-Anlage

swa bringen Energiewende in Augsburger Wohnanlage

Die swa und die Wohnbaugruppe statten die Wohnanlage mit einer Power-to-Gas-Anlage aus. Foto: swa / Thomas Hosemann
Die Stadtwerke Augsburg (swa) bauen erstmals eine dezentrale Power-to-Gas-Anlage in eine seit 1974 bestehende Wohnanlage ein. Ziel ist es, der Energiewende einen Schritt näher zu kommen. Die Anlage wird in einem Wohnkomplex der Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) installiert.

Damit kann überschüssiger, regenerativ erzeugter Strom in synthetisches Erdgas umgewandelt und damit vor Ort gespeichert werden. Die Verbrennung erfolgt dann in einem marktüblichen Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen. Damit werden in der Wohnanlage der Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) 70 Wohnungen klimafreundlich mit Strom und Wärme versorgt.

„Ein enormer Gewinn für den Klimaschutz“

„Ich freue mich, dass dieses wegweisende Projekt als Kooperation von zwei städtischen Unternehmen umgesetzt wird“, erklärt Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. „Diese innovative Smart-Energy-Technologie reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), Stickstoffoxid und Feinstaub um bis zu 100 Prozent. Sie ist daher ein enormer Gewinn für den Klimaschutz“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner.

Umweltfreundlicher Strom für die Wohnanlage

Das Gebäude in der Augsburger Marconi-Straße umfasst eine Wohnfläche von rund 5.400 Quadratmetern und wurde zunächst nach dem KfW-Standard 100 saniert. Ab März 2018 wird auf dem Dach des Wohnblocks eine Photovoltaikanlage installiert. Der Strom wird bevorzugt direkt von den Mietern verbraucht oder dazu genutzt, in einer Elektrolyseanlage Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird umgehend mit Kohlendioxid zu synthetischem, regenerativem Erdgas umgewandelt und gespeichert. Bei Bedarf wird aus dem so gewonnen Erdgas mit einem Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen Wärme und Strom für die Mieter erzeugt.

Einbau ohne großen Aufwand möglich

„Das absolute Highlight für mich ist, dass sich die Anlage ohne großen Aufwand in bestehende Gebäude einbauen lässt“, betont Dr. Mark Dominik Hoppe von der Wohnbaugruppe Augsburg. Sollte der Selbstversorgerzyklus unterbrochen sein, sorgen Strom und Gasanschluss dafür, dass trotzdem Energie und Wärme verfügbar sind. „Das attraktivste für unsere Mieter ist aber, dass trotz umweltfreundlicher Versorgung der Energiepreis stabil bleibt“, so Hoppe. Das Pilotprojekt führen die swa mit der Wohnbaugruppe und der EXYTRON GmbH aus Rostock aus. Begleitet wurde das Konzept von der Projektentwicklungsgesellschaft „energy forever“ (Dr. Johannes Strasser, Gundelfingen). Es startet in diesem Frühjahr und wird im Juni 2018 in Betrieb genommen werden.

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