Augsburg gründet! 2018

Startup-Slam Augsburg Gewinner Planstack exklusiv im Interview

Bei Augsburg gründet! 2018 setzte sich das Gründer Quartett Linda Mayr, Jonas Junge, Sascha Schütz und Alexander Koslowski auf der großen Bühne durch. Welchen Bereich der Baubranche sie revolutionieren wollen und wie, verrieten Sie uns im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was genau ist „Planstack“?

Linda Mayr: Planstack ist eine B2B-Software. Eigentümer und Nachunternehmer nützen die Software aber auch. Sie unterstützt Bauunternehmen dabei, Sonderwünsche und Bemusterungen der Eigentümer abzuwickeln und auszuführen. Diese werden so direkt in den Prozess mit einbezogen. Noch sind wir aber in der Pilotphase. Wir wollen Planstack zusammen mit unseren Pilotkunden entwickeln.

Wie soll Planstack alle Beteiligten vernetzen?

Jonas Junge: Der Eigentümer erhält dort alle für ihn relevanten Informationen zusammengefasst. Das betrifft zum Beispiel Verkaufsunterlagen, Termine und Fristen. Er kann von hier aus seine Bemusterung durchführen und auch Sonderwünsche äußern. Anschließend bekommt das Bauunternehmen diese Informationen und kann die anfallenden Prozesse digital abarbeiten. So können auch die Nachunternehmer koordiniert und Prozesse auf der Baustelle gesteuert werden. Das Bauunternehmen hat außerdem eine Übersichtsseite auf der der Baufortschritt sowie die Entwicklung der Kosten und anstehende Termine graphisch dargestellt werden.

Woher kommt die Idee für Planstack?

Linda Mayr: Bei mir ist das sehr spontan passiert. Jonas und Sascha (Schütz) wollten schon immer etwas gründen. Die Grundidee entstand vor zwei Jahren mit meiner Bachelorarbeit. Während meiner Praktikumszeit in der Bauleitung sollte ich ein Konzept entwickeln um Kundensonderwünsche während der Bauausführung zu erfassen und an die Projektbeteiligten weiterzugeben. Die Emails nur weiterzuleiten, bringt meist gar nichts. Da es keine zufriedenstellende digitale Lösung für diese Thematik auf dem Markt gab, entwickelte Sascha schließlich in seiner Bachelorarbeit darauf aufbauend einen ersten Prototypen. Er setzte damit den ersten Grundstein für Planstack.

Und dann?

Linda Mayr: Wir haben sehr früh mit netzwerken angefangen. Ab März 2018 holten wir uns viel Feedback von unterschiedlichen Stellen zu unserer Idee ein. Wir sprachen mit ersten Bauunternehmen, die sagten sie wollen das, sie würden das kaufen. Das hat uns weiter motiviert. Wir haben gleich angefangen unseren Antrag für das EXIST-Gründerstipendium auszuarbeiten und erhielten im September eine positive Rückmeldung. Jetzt sind wir vier Gründer mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, die sich gegenseitig super ergänzen.

Was an der Baubranche wollt ihr verändern und wie?

Linda Mayr: Auf den meisten Baustellen wird noch immer sehr Vieles analog abgewickelt. Es wird kaum Software eingesetzt, die den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützt und vereinfacht. Außerdem ist der Haupt-Kommunikationsweg in Zeiten von Slack und WhatsApp immer noch der Email-Verkehr. Das dauert enorm lang und man kann es effizienter lösen. Wir möchten die Prozesse auf der Baustelle digitalisieren und die Kommunikation untereinander vereinfachen.

Jonas Junge: Im zweiten Schritt ist dabei die Einbindung von BIM-Modellen und Methoden ein wichtiger Punkt. BIM (Building Information Modeling) weist sehr viele Vorteile bei der Projektabwicklung im Bau auf und wird bereits in vielen Ländern seit Jahren eingesetzt. Langsam kommt der Trend auch in Deutschland an, aber: Keiner weiß so recht, wie damit umzugehen und dies in den Bauprozess einzubinden ist.

Linda Mayr: In anderen Ländern ist das anders, schon von den Vertrags- und Planungsstrukturen her. Da sind die Bauprojektgruppen enger verbunden.

Warum gibt es etwas wie Planstack bisher nicht auf dem Markt?

Linda Mayr: Die Digitalisierung ist in der Baubranche gerade erst angekommen, vorher gab es in diesem Bereich nicht die Nachfrage nach solchen Lösungen. Aus diesem Grund ist das Potenzial hier auch noch enorm groß.

Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

Jonas Junge: Das setzt sich aus einer monatlichen Zahlung des Bauunternehmens und einer einmaligen Zahlung pro angelegter Wohneinheit zusammen. Wir sind aber noch in einem sehr frühen Stadium. Eigentümer und Nachunternehmer benutzen unsere Anwendung dann aber kostenfrei.

Ihr habt auch beim Startup-Slam von „Augsburg gründet!“ 2018 durchgesetzt. Was bedeutet dieser Sieg für euch?

Linda Mayr: Wir haben bisher nur vor Fachpublikum und Investoren gepitcht und deshalb waren wir uns nicht sicher, ob wir unsere Idee leicht verständlich übermitteln können. Unsere Präsentation ist aber sehr gut angekommen und wir konnten viel positives Feedback sammeln.

Jonas Junge: Das gibt uns einen ordentlichen Motivationsschub, dass wir auf dem richtigen Weg sind, mit dem was wir machen.

Wir haben die Gründer diese Woche getroffen und mit Ihnen über Ihre weiteren Pläne gesprochen. Was die „Baulöwin und ihre drei Programmierer“ im kommenden Jahr erwartet, lesen Sie hier.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Augsburg gründet! 2018

Startup-Slam Augsburg Gewinner Planstack exklusiv im Interview

Bei Augsburg gründet! 2018 setzte sich das Gründer Quartett Linda Mayr, Jonas Junge, Sascha Schütz und Alexander Koslowski auf der großen Bühne durch. Welchen Bereich der Baubranche sie revolutionieren wollen und wie, verrieten Sie uns im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was genau ist „Planstack“?

Linda Mayr: Planstack ist eine B2B-Software. Eigentümer und Nachunternehmer nützen die Software aber auch. Sie unterstützt Bauunternehmen dabei, Sonderwünsche und Bemusterungen der Eigentümer abzuwickeln und auszuführen. Diese werden so direkt in den Prozess mit einbezogen. Noch sind wir aber in der Pilotphase. Wir wollen Planstack zusammen mit unseren Pilotkunden entwickeln.

Wie soll Planstack alle Beteiligten vernetzen?

Jonas Junge: Der Eigentümer erhält dort alle für ihn relevanten Informationen zusammengefasst. Das betrifft zum Beispiel Verkaufsunterlagen, Termine und Fristen. Er kann von hier aus seine Bemusterung durchführen und auch Sonderwünsche äußern. Anschließend bekommt das Bauunternehmen diese Informationen und kann die anfallenden Prozesse digital abarbeiten. So können auch die Nachunternehmer koordiniert und Prozesse auf der Baustelle gesteuert werden. Das Bauunternehmen hat außerdem eine Übersichtsseite auf der der Baufortschritt sowie die Entwicklung der Kosten und anstehende Termine graphisch dargestellt werden.

Woher kommt die Idee für Planstack?

Linda Mayr: Bei mir ist das sehr spontan passiert. Jonas und Sascha (Schütz) wollten schon immer etwas gründen. Die Grundidee entstand vor zwei Jahren mit meiner Bachelorarbeit. Während meiner Praktikumszeit in der Bauleitung sollte ich ein Konzept entwickeln um Kundensonderwünsche während der Bauausführung zu erfassen und an die Projektbeteiligten weiterzugeben. Die Emails nur weiterzuleiten, bringt meist gar nichts. Da es keine zufriedenstellende digitale Lösung für diese Thematik auf dem Markt gab, entwickelte Sascha schließlich in seiner Bachelorarbeit darauf aufbauend einen ersten Prototypen. Er setzte damit den ersten Grundstein für Planstack.

Und dann?

Linda Mayr: Wir haben sehr früh mit netzwerken angefangen. Ab März 2018 holten wir uns viel Feedback von unterschiedlichen Stellen zu unserer Idee ein. Wir sprachen mit ersten Bauunternehmen, die sagten sie wollen das, sie würden das kaufen. Das hat uns weiter motiviert. Wir haben gleich angefangen unseren Antrag für das EXIST-Gründerstipendium auszuarbeiten und erhielten im September eine positive Rückmeldung. Jetzt sind wir vier Gründer mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, die sich gegenseitig super ergänzen.

Was an der Baubranche wollt ihr verändern und wie?

Linda Mayr: Auf den meisten Baustellen wird noch immer sehr Vieles analog abgewickelt. Es wird kaum Software eingesetzt, die den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützt und vereinfacht. Außerdem ist der Haupt-Kommunikationsweg in Zeiten von Slack und WhatsApp immer noch der Email-Verkehr. Das dauert enorm lang und man kann es effizienter lösen. Wir möchten die Prozesse auf der Baustelle digitalisieren und die Kommunikation untereinander vereinfachen.

Jonas Junge: Im zweiten Schritt ist dabei die Einbindung von BIM-Modellen und Methoden ein wichtiger Punkt. BIM (Building Information Modeling) weist sehr viele Vorteile bei der Projektabwicklung im Bau auf und wird bereits in vielen Ländern seit Jahren eingesetzt. Langsam kommt der Trend auch in Deutschland an, aber: Keiner weiß so recht, wie damit umzugehen und dies in den Bauprozess einzubinden ist.

Linda Mayr: In anderen Ländern ist das anders, schon von den Vertrags- und Planungsstrukturen her. Da sind die Bauprojektgruppen enger verbunden.

Warum gibt es etwas wie Planstack bisher nicht auf dem Markt?

Linda Mayr: Die Digitalisierung ist in der Baubranche gerade erst angekommen, vorher gab es in diesem Bereich nicht die Nachfrage nach solchen Lösungen. Aus diesem Grund ist das Potenzial hier auch noch enorm groß.

Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

Jonas Junge: Das setzt sich aus einer monatlichen Zahlung des Bauunternehmens und einer einmaligen Zahlung pro angelegter Wohneinheit zusammen. Wir sind aber noch in einem sehr frühen Stadium. Eigentümer und Nachunternehmer benutzen unsere Anwendung dann aber kostenfrei.

Ihr habt auch beim Startup-Slam von „Augsburg gründet!“ 2018 durchgesetzt. Was bedeutet dieser Sieg für euch?

Linda Mayr: Wir haben bisher nur vor Fachpublikum und Investoren gepitcht und deshalb waren wir uns nicht sicher, ob wir unsere Idee leicht verständlich übermitteln können. Unsere Präsentation ist aber sehr gut angekommen und wir konnten viel positives Feedback sammeln.

Jonas Junge: Das gibt uns einen ordentlichen Motivationsschub, dass wir auf dem richtigen Weg sind, mit dem was wir machen.

Wir haben die Gründer diese Woche getroffen und mit Ihnen über Ihre weiteren Pläne gesprochen. Was die „Baulöwin und ihre drei Programmierer“ im kommenden Jahr erwartet, lesen Sie hier.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben